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Tanzen, bis die Wände schwitzen

Tanzen, bis die Wände schwitzen

ZEMMER. Party-Fieber, bis es buchstäblich von den Wänden tropfte, herrschte in der Fideihalle in Zemmer bei der großen, vom Musikverein des Ortes initiierten SWR1-Night-Fever-Party. Mehr als 600 tanzbegeisterten "Ü-30ern" heizte DJane Ilka Siebert bis spät in die Nacht mit Musik aus den 60er-Jahren bis heute ein.

Fieberstimmung herrschte in und um Zemmer schon lange vor dem vergangenen Wochenende. Denn ausgelöst von leuchtend gelben Plakaten und einer fleißig gerührten Werbetrommel gab es eine in dieser Dimension selten gekannte Nachfrage nach Eintrittskarten für ein in Zemmer ebenso seltenes Großereignis: Eine Ü-30-Party, präsentiert vom Radiosender SWR1. Die Idee dazu war im Herbst 2005 im Musikverein Zemmer auf Anregung von Jugendwartin Conny Blesius geboren worden und nahm mit Bewerbung beim Sender und dessen ersten Orts-Besichtigungstermin Anfang 2006 konkrete Formen an. "Der SWR sucht Lokalitäten mit Flair der 70er oder Disko-Atmosphäre der 80er", sagt Conny Blesius, "außerdem sind einige Auflagen zu erfüllen." Von 60 Bewerbern erhielt Zemmer schließlich den Zuschlag für die 2000 Euro teure Veranstaltung und der Musikverein damit eine neue Organisations-Aufgabe: "Der ganze Verein war und ist auf den Beinen, Jung und Alt werfen sich ins Zeug", sagt die Initiatorin kurz vor dem Ereignis und bibbert: "Hoffentlich hat sich das alles gelohnt!" Es hat - die Resonanz ist überwältigend: Mehr als 600 Eintrittskarten sind im Nu vergeben, nicht nur an Feierwillige aus dem Ort, sondern auch aus anderen Gemeinden bis in den Hunsrück hinein. Gut gelaunte Gesichter, Gruppen in bunter Party- oder einheitlicher "Mannschaftskleidung" strahlen mit Scheinwerfern, Diskokugel und bunten Luftballons um die Wette. Und dann legt eine quirlige Ilka Siebert hinter dem silbernen DJ-Spiegelpult lauter Kracher aus früheren Zeiten auf. Beine schwingen zu Rock'n'Roll, Haare schleudern zu Rockklassikern wie "Black Betty", Hüften kreisen zu Hits von Abba. Dazu faucht die Nebelkanone, fließen Schweiß und Getränke in Strömen. Die Fieberkurve steigt, führt zu tänzerischen Verbrüderungen bei "Moskau" oder zu Chorgesängen bei Klaus Lages "Tausendundeine Nacht".Feierwütige sogar aus dem Hunsrück

Und als ob das nicht schon genug wäre, heizt DJane Ilka Siebert dem Partyvolk noch mit Animationsprogramm ein. Ein Pärchen muss zu "Born to be wild" Luftgitarre auf aufblasbaren Instrumenten spielen, dann wieder führt Siebert, mit Polizeimütze bekleidet, selbst einen Gruppentanz zu "YMCA" von den "Village People" an. Der Sauerstoff wird langsam knapp, das Kondenswasser fließt von den Wänden und der Fonpegel schwingt sich in gleiche Höhen wie die Stimmung. Längst wird nicht mehr nur vor der Bühne, sondern überall im Saal ausgelassen, paar- und gruppenweise getanzt. "Superstimmung" schwärmen die einen, "das müsste es hier öfter geben" und "Schön, dass wir den Gästen aus den Nachbarorten auch mal was so Tolles bieten können" die anderen. Bis spät in der Nacht regiert das Party-Fieber. Nicht nur bei der Zielgruppe der über 30-Jährigen, sondern auch bei den jugendlichen Helfern aus dem Musikverein oder denen vom Roten Kreuz, die in ihrer Bereitschaftsposition rhythmisch mit Füßen und Armen wippen. Ein Ereignis, von dem Zemmer sicher noch länger zehren wird.