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Tanzen verboten, trinken aber nicht

Tanzen verboten, trinken aber nicht

Den Kult-Party-Status hat Rhythm'n'Wine nicht ohne Grund. Das bewies erneut die neunte Auflage der Fete am Ostersamstag. Die Karten waren bereits Tage zuvor vergriffen, die Stimmung gut und das Organisatoren-Team aus 15 jungen Winzern von Mosel und Saar überwältigt.

Trier. (cofi) "Komm, wir gehen ein Bier trinken", entschied ein Pärchen beim Anblick der langen Menschenschlange vor der Orangerie des Nells Park Hotels. Eine weise Entscheidung, denn ohne zuvor reservierte Karten wäre den Kurzentschlossenen der Einlass verwehrt geblieben. Die anderen erwartete in diesem Jahr mit Rhythm'n'Wine nicht nur das frische und weinlastige Party-Format. "Die Leute sollen zum ersten Mal bei einer Weinprobe gemütlich unsere Lieblingsweine probieren können", sagt Winzer Sebastian Oberbillig (27). Das waren 45 Weine, von jedem der 15 Mosel-Jünger drei, die jeder im freien Ausschank kosten durfte.Die erhoffte Gemütlichkeit wollte sich bei den 800 Gästen nicht recht einstellen. "Locker, aber ein wenig unstrukturiert", findet Nadine Ochmann (32) aus Föhren. "Man musste sich zäh durchkämpfen, um an ein Glas Wein zu kommen", kritisieren Johann Will (46) und Paula Wulf (39). Der "überwältigenden Stimmung" tat das keinen Abbruch. "Ich habe hier heute riesig Spaß", sagt selbst Alexandra Eifel (27) vom Weingut Bernhard Eifel aus Trittenheim, die wie ihre Kollegen zum Wohle der Feiernden ackerte. Obwohl an den Wänden einige Zettel dezent auf das im Landesschutzgesetz für Feiertage verankerte Tanzverbot in der Karwoche hinwiesen, fielen die Bewegungs-Hemmungen schnell. Noch umso schneller, als die Frankfurter Band "Celebration" musikalische Hilfestellungen dafür leistete und den Rhythmus zum Wein beisteuerte."Wir wollen bei den Jungen und den Junggebliebenen punkten", sagt Alexandra Eifel. Deren Nerv haben die Mosel-Jünger mit Rhythm'n'Wine getroffen. "Es ist die Mischung aus Musik, Wein und lockerer Stimmung, die uns interessiert hat", sagt Rainer Cibis (62). "Ein paar Sitzgelegenheiten wären aber trotzdem ganz schön gewesen." "Aber der Rahmen ist nett, der Termin gut gewählt und das Ambiente reizvoll", sagt Eva Hansjosten (50). Zum Zehnjährigen 2009 planen die Mosel-Jünger etwas Besondere, "aber es wird noch nichts verraten", sagt Sebastian Oberbillig.