Tarforst: 38 Eltern wollen Ganztagsschule

Tarforst: 38 Eltern wollen Ganztagsschule

Eine Umfrage der Grundschule Tarforst hat gezeigt, dass sich 38 Eltern eine Ganztagsschule wünschen. Mit dieser Quote kann Dezernentin Angelika Birk das Prozedere auf den Weg bringen - und so über Umwege den benötigten Erweiterungsbau realisieren.

Trier. Das Ergebnis ist knapp, reicht aber aus: 38 Eltern von Kindern, die die Tarforster Grundschule besuchen oder nächstes Jahr eingeschult werden, wünschen sich eine Ganztagsschule (GTS). Unabhängig von der Schülerzahl liegt bei Grundschulen die vom Ministerium festgelegte Hürde bei 36: Fordern so viele Eltern einen Ganztagsbetrieb, können Schulträger entsprechende Anträge beim Land stellen.
Die Tarforster Grundschule besuchen rund 200 Schüler. Bei 38 GTS-Anmeldungen ist der Handlungsdruck eigentlich nicht allzu groß. Trotzdem dürfte Triers Schuldezernentin Angelika Birk erleichtert sein. Denn würde das Mainzer Schulministerium einen Ganztagsbetrieb bewilligen, wäre das Platzproblem der Schule gelöst. Weil es zu wenig Klassenzimmer gibt, hatte Birk angekündigt, dass einige ABC-Schützen ab nächstem Schuljahr mit dem Bus zur Olewiger Grundschule fahren müssten. Der Elternprotest war riesig. Prompt ruderte die Dezernentin zurück und sagte zu, dass zumindest nächstes Jahr noch mal drei erste Klassen aufgenommen werden. Möglich macht\'s die Umnutzung des Musiksaals zum Klassenzimmer.
Das Problem auch für die Folgejahre lösen könnte die GTS. Denn diese haben per Schulgesetz Anspruch auf zusätzliche Räume. Die Kosten für den notwendigen Anbau würde das Land zu 70 Prozent übernehmen. Platz wäre dann, um pro Stufe drei Klassen zu unterrichten. Der von den Eltern gefürchtete Bustransfer wäre dauerhaft vom Tisch (der TV berichtete).
Das Problem: Die Eltern, die keine GTS wollen, machen mobil. Doch einen Erweiterungsbau ohne Ganztagsbetrieb würde das Land nicht mitfinanzieren und alleine hat die Stadt das Geld nicht (der TV berichtete). "Statt der Betreuung durch Laien gäbe es bei einer Ganztagsschule nachmittags professionelle Bildungsangebote", erklärt ein Vater die pädagogischen Vorteile.
GTS-Gegner machen mobil


Freitags endet allerdings der Unterricht auch bei einer Ganztagsschule bereits am Mittag. Andere Familien auf dem Tarforster Plateau wollen deswegen das derzeitige flexible Nachmittagsangebot, das auch am Freitag stattfindet, keinesfalls aufgeben: Rund 90 Kinder werden betreut, einige kommen nur an bestimmten Tagen, andere werden früh abgeholt, andere erst um 16 Uhr. Die Betreuung organisiert der Förderverein der Schule, finanziert von Elternbeiträgen und Zuschüssen der Stadt. Tatjana Mazur, Sprecherin des Elternbeirats der Schule, wartet noch auf einen Gesprächstermin mit Schuldezernentin Birk und will vorher keine Stellungnahme abgeben. "Allerdings haben wir den Eltern bereits zugesichert, dass die Nachmittagsbetreuung auch bestehen bleibt, wenn die Ganztagsschule nicht kommt."
Unwahrscheinlich ist das nicht: Dem Land liegen etliche unerledigte - und darunter dringendere - Anträge von Schulen auf Ganztagsbetrieb vor. Zudem ist die benachbarte Keune-Grundschule bereits eine GTS. "Die Wahrscheinlichkeit einer Bewilligung wäre größer, wenn mehr Eltern sich dafür ausgesprochen hätten", kommentiert Schuldezernentin Birk.
Verweigern Stadtrat oder Mainz ihr Ok, muss sie sich überlegen, wie sie den Tarforster Eltern den Bustransfer nach Olewig doch noch schmackhaft machen kann. woc

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