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Tausche Heimat gegen Abenteuer

Tausche Heimat gegen Abenteuer

29 Männer und Frauen aus dem ganzen Bistum Trier werden ab August als Freiwillige für ein Jahr in sozialen Einrichtungen im Ausland arbeiten. Sie gehen nach Afrika, Lateinamerika, in den Nahen Osten, nach Asien, Osteuropa oder in westliche Nachbarländer.

Trier. (red) Olga Uchlin ist 20 Jahre alt, kommt aus Schweich und hat gerade ihr Abitur gemacht. Bald wird sie selbst unterrichten: in Indien. Dort wird sie in einem Projekt für Frauen und Jugendliche arbeiten. "Ich habe mir schon relativ früh überlegt, nach der Schule ins Ausland zu gehen", sagt Uchlin. "Ich wollte etwas Sinnvolles tun und einen anderen Einblick in eine neue Kultur und ein neues Land bekommen."

Bei der Vorbereitung ihres Auslandsaufenthalts für den sozialen Friedensdienst helfen ihr Seminare, die den Teilnehmern angeboten werden, und der Austausch mit anderen Freiwilligen. "Egal, wohin man geht, man geht für ein Jahr in eine ganz neue Welt."

Mehr als ein halbes Jahr bereitet SoFiA mit ein- bis mehrtägigen Treffen die Freiwilligen vor, begleitet sie als ständiger Ansprechpartner während ihres Aufenthalts und unterstützt sie auch bei der Nachbereitung. "Gerade bei den ersten Treffen sind Sachen genannt worden, da wäre ich allein gar nicht drauf gekommen - etwa, wie das ist mit dem Impfen oder dem Visum", sagt Selina Duckstein. Die 17-Jährige aus Spiesen-Elversberg (Saarland) wird sich bald in El Alto, Bolivien, in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren. "Ich hoffe, dass ich Bolivien von einer anderen Seite kennenlerne", sagt die junge Frau, "und nicht nur aus Erzählungen, Musik und Bildern. Ich möchte dort mitleben und vielleicht auch neue Projekte eröffnen, damit auch etwas weiterläuft, wenn ich nicht mehr da bin."

Für Peter Nilles, Geschäftsführer von SoFiA, liegt der wichtigste Schritt der Vorbereitung bereits in der Motivation der Freiwilligen: "Sie sollten bedenken, dass sie ihre persönliche Geschichte und sich als Menschen mit ins Ausland nehmen. Und sie müssen in der Lage sein, auch mit schwierigen Situationen, die ihnen begegnen können, umzugehen."

Die Grundidee von SoFiA sei es, so erklärt Nilles, jungen Menschen ein soziales und interkulturelles Lernfeld zu ermöglichen. "Die Freiwilligen leisten so einen kirchlichen Beitrag in den weltkirchlichen Partnerschaften und einen gesellschaftlichen Beitrag vor dem Hintergrund der Globalisierung."

Die Teilnahme am Sozialen Friedensdienst ist nicht durch das Alter beschränkt. Unter den Freiwilligen ist auch die 66-jährige Ursula Ohly, eine pensionierte Schulleiterin aus Koblenz, die bald für ein Jahr Kinder in Ruanda unterrichten wird. "Ich hatte keine Lust, zu Hause zu sitzen und den nächsten Fahrradausflug zu planen."

Sie erhofft sich viele Begegnungen, mehr Gelassenheit und "dass die Kinder dort eine vernünftige Schulbildung bekommen, damit sie selbstständig leben können".

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeiten im Internet unter www.bistum-trier.de/sofia oder bei den Sozialen Lerndiensten des Bistums Trier, Peter Nilles, Dietrichstraße 30 a, 54290 Trier, Telefon 0651/993796306, E-Mail: sofia@soziale-lerndienste.de