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Tausende feiern auf den Straßen von Kaulaydi-Land

Tausende feiern auf den Straßen von Kaulaydi-Land

Auch kurze Schneeschauer konnten am Sonntagnachmittag die Stimmung beim Kordeler Umzug nicht trüben. Zur Freude der mehr als 1000 aktiven Zugteilnehmer und der vielen Tausend Zuschauer an den Straßen und Plätzen zeigte sich zumeist die Sonne im Kylltal.

Kordel. Sind es Schneeflocken oder regnet es Konfetti? Beim Fastnachtsumzug gestern in Kordel war das nicht immer leicht auszumachen, denn die Flocken hielten sich nur unwesentlich länger in der Luft als die Papierschnipsel, die von einigen Wagen ins närrische Volk geschossen wurden. Auch wenn sich das Wetter aprillaunig zeigte, tat das der fantastischen Stimmung in "Kaulaydi-Land" keinen Abbruch. "Was richtige Karnevalisten sind, denen macht ein bisschen Regen nichts aus", meinte denn auch die 88-jährige Rosemarie Jonas, die dem Umzugsspektakel in der Oberstraße zusah. Auch im 32. Jahr seines Bestehens - 2013 steht das närrische Jubiläum an, worauf Zugmoderatorin Andrea Herz schon mal vorsorglich hinwies - kann der Karnevalsverein Kordel mit imposanten Zahlen aufwarten: Der Zug bestand aus 65 Wagen und Fußgruppen, 1050 Aktive waren dabei, und schätzungsweise 10 000 Besucher erlebten die Straßenfastnacht hautnah mit. Wie immer sind die Nachbarorte stark in Kordel vertreten, allen voran Welschbillig, Newel, Ehrang und die Fidei. Wie schon beim Nachtumzug in Rodt fiel besonders der große Pappmaché-Flieger der "Air-Fidei" ins Auge. 30 Leute hätten zwei Monate daran geschafft, und zwar mit dem gleichen Material wie bei den großen Wagen in Köln, sagt Markus Coster. Imposant auch das Piratenschiff, ebenfalls aus der Fidei. Doch auch die Kordeler Wagenbauer um Paul-Michael Maigler zeigen handwerkliches Geschick und Gespür für Themen. Diesmal kam die Truppe als "Highländer Buarschkoben" mit Seeungeheuer Nessie als Zugpferd und Maria Stuart, die auf einer schottischen Burg thront. "In Kordel muss man einfach dabei sein", lautete denn auch der Tenor bei den Aktiven, die tanzend, singend und Kamellen werfend durch die Straßen zogen. Ob es Hippies in ihren bunten Outfits waren, Cico der Hahn, die Helden der Sesamstraße auf einem Motorrad düsend, die krasse Göttertruppe oder die Idenheimer Dschungel-Jugend - der Einfallsreichtum scheint im Karneval grenzenlos zu sein. Viele feierten im Kordeler Bürgerhaus und in den Gaststätten noch bis in den frühen Morgen. Wer allerdings sein Auto auf der Wiese an der Kyllbrücke geparkt hatte, der musste womöglich länger in Kordel bleiben als ihm lieb war. Denn einige Fahrzeuge blieben in dem aufgeweichten Boden stecken.Weitere Fotos unter volksfreund.de/karneval