Technik, die begeistert: Der Beruf des Ingenieurs aus der Nähe gesehen

Konz · Ferienzeit sinnvoll genutzt: Mehr als 20 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren sind bei der Fachrichtung Maschinenbau der Hochschule Trier zu Gast gewesen. Unter der Anleitung von Dozent Michael Hoffmann schnupperten sie drei Tage lang Hochschulluft und informierten sich über den Beruf des Maschinenbauingenieurs.

Konz. Die Computer im Poolraum sind alle belegt. An manchen Rechnern sitzen sogar zwei Menschen. Gemeinsam oder einzeln entwickeln sie mit einer speziellen Konstruktionssoftware ein Gehäuse für ein kleines elektronisches Spielzeug. "Das ist ein Konzentrationsspiel", erläutert Michael Hoffmann.
Seit etwa drei Jahren bietet er in seinem Fachbereich dieses spezielle Ferien-Schnupperangebot an. "Wir brauchen in der Wirtschaft Ingenieure", erläutert er die Motivation.
Schnupperkurs für später


Wer hier später studieren und in diesem Beruf arbeiten will, sollte ein Faible für die sogenannten MINT-Fächer - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft - haben. "Wir wollen hier zeigen, wie ein Ingenieur arbeitet, welches Wissen er haben muss und warum Mathematik und Physik besonders wichtig sind", sagt Hoffmann und hält den jungen Leuten ein bereits fertiges Kunststoffgehäuse entgegen, das er zuvor mit einem 3D-Drucker angefertigt hat.
Jeder der jungen Menschen wird später ein ebensolches Gehäuse mit dem dazugehörenden elektronischen Innenleben mit nach Hause nehmen. Eben das Gerät, das man selbst konstruiert und dann gebaut hat.
Die Jugendlichen kommen aus allen Schulen der Region, von Realschulen plus über die Waldorffschule bis hin zu Gymnasien. Hoffmann hatte alle Schulen eingeladen. "Leider aber hatte ich das Gefühl, dass die Lehrer diese Einladungen nicht mit dem nötigen Nachdruck bekanntgemacht haben", bedauert Hoffmann. Erst ein Aufruf im Trierischen Volksfreund brachte die erhoffte Resonanz: "Da hätte ich gleich drei Kurse füllen können", freut er sich.
Der 15-jährige Felix Hüfner aus Konz arbeitet konzentriert an der Gestaltung des Gehäusedeckels. "Die Möglichkeit, mit einem 3D-Drucker etwas selbst schaffen zu können, hat mich auf Anhieb interessiert", sagt er.
Konkrete Vorstellungen über sein künftiges berufliches Wirken hat er noch nicht. Dass es aber ein technischer Beruf sein wird, "dafür stehen die Chancen nicht schlecht".
Auch der 18-jährige David Thielmann aus Oberhausen bei Kirn sieht in diesem Bereich seine Zukunft. Noch büffelt er am Gymnasium in Kirn für sein Abitur. "Aber Automobilbau und Fahrzeugtechnik würden mich schon interessieren."
Da kann Michael Hoffmann weiterhelfen. Bei einem Rundgang führt er die Gruppe in die Maschinenhalle, wo unter anderem eine Gruppe von Studenten an verschiedenen Fahrzeugen tätig ist. Hier entwickelt das "ProTRon"-Team besonders energiesparende automobile Konzepte. "Wir arbeiten eng mit den unterschiedlichsten Herstellern zusammen und leisten damit auch unseren Beitrag in die Weiterentwicklung der Technik", erläutert Hoffmann. Für David Thielmann waren es am Ende drei gut investierte Tage: "Das hat mich ein Stück weitergebracht. Ich bin froh, dass ich dieses Angebot genutzt habe." flo

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