1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Tefftival im Innenhof der Tufa Trier

Musikfestival : Live-Musik, Nostalgie und Wiedersehensfreude beim Tefftival vor der Tuchfabrik

Das neunte Tefftival zog am Samstag viele Musikfreunde in den Innenhof der Tuchfabrik in Trier. Sechs Bands traten auf.

Nachdem es wegen der Corona-Pandemie zweimal ausfiel, meldet sich das Tefftival, das traditionelle Reunion-Festival der Trier Musikszene zu Ehren des unvergessenen Helmut „Teff“ Steffgen, passenderweise gleich zweimal zurück. Am Samstagnachmittag begann das Event bei angenehm warmer Temperatur im Halbschatten mit den Trierer Gitarrenlegenden von Groove Improve. Was folgte, war ein außergewöhnlicher Mix aus Nostalgie und neuen Elementen, aus vergangenen und heutigen Bands, die zum ersten Mal im Open-Air- und XXL-Format im Tufa-Innenhof auftraten. Am 23. Dezember kehren viele von ihnen dann wieder an den Ort des Geschehens zurück mit der geplanten Jubiläumsausgabe „10 Jahre Tefftival“.

 Beim Tefftival vor der Tufa traten sechs Bands aus der Region auf.
Beim Tefftival vor der Tufa traten sechs Bands aus der Region auf. Foto: Fabian Pütz-Antony

Eingeladen waren acht seit geraumer Zeit für die Region und die Tuchfabrik repräsentative Bands teils unterschiedlicher Musikrichtung im Spektrum zwischen Deutschrock, virtuosen Gitarrenklängen und Ska Punk. Sechs davon sind aufgetreten. Wegen Corona fielen die Männer von Vieznoas aus mit ihrem hauseigenen 1980er-Jahre-Deutschrock-Sound und die Gruppe Finbogastan, die gekonnt Independent mit Krautrock-Elementen verbindet. Beide werden wohl aber im Dezember wieder mit dabei sein.

Dies trübte die Stimmung der zwischen 80 und 120 Zuschauer allerdings nicht, die sich im Lauf des über siebenstündigen Event-Abends auf der Fläche des Innenhofs verteilten. Die sich wechselseitig befeuernde Stimmung steigerte sich bis zuletzt. Und parallel dazu wuchs die Zahl der Zuschauer. Ein Höhepunkt war der Auftritt von Triers dienstältester Ska-Punk-Band Spy Kowlik. Sie holte mit diesem Konzert ihr 20. Jubiläum nach und legte ein fulminantes Ende des Abends hin.

 Beim Tefftival-Open-Air vor der Trierer Tufa standen insgesamt sechs Bands aus der Region auf der Bühne.
Beim Tefftival-Open-Air vor der Trierer Tufa standen insgesamt sechs Bands aus der Region auf der Bühne. Foto: Fabian Pütz-Antony

Wie es sich für ein Reunion-Event unter alten Freunden gehört, war vielen der teils seit Jahren in der lokalen Szene gemeinsam aktiven Teilnehmer die Freude deutlich ins Gesicht geschrieben. „Es ist unfassbar, endlich wieder hier sein zu können, um für euch Musik zu machen und festzustellen, wie alt alle geworden sind“, scherzte Ersatz-Frontmann „Dick“ von der Kiessling Band ungläubig beim Anblick der motivierten Massen. In familiärer Atmosphäre wurde schließlich miteinander getanzt, geschunkelt und gefeiert.

Es war unterm Strich ein weiterer erfolgreicher inklusiver Abend der Tufa, der alle Geschmäcker befriedigte und niemanden außen vor ließ. Daher brachte das Tefftival einfach spürbar Freude in die Herzen der Anwesenden, die sich nach Live-Musik gesehnt hatten.

Die Bands des Tages

Beim erwähnten Duo Groove Improve handelt es sich mit Stephan „Steff“ Völpel und Johnny Weber um zwei Trierer Gitarrenlegenden, die mit ihrem virtuosen Fingerzauber für einen gediegenen Einstieg in ein langes Tefftival gesorgt haben.

Das dynamische Mutter-Tochter-Duo Fatimarie brachte eine ganze Satteltasche voller eigener und eingemeindeter Country- und American-Folk-Songs in deutscher und englischer Sprache in geübtem Satzgesang auf die Bühne. Die beiden bereiteten damit das konstant wachsende Publikum für das, was danach kommen sollte.

Einen Schritt aus den 2000er Jahren bis ins Hier und Jetzt lieferte das Doppelkonzert der Bands My first robot und Anderland um den inzwischen in London lebenden Ex-Trierer Ivan Beres (Synthesizer, Bass) und den Trierer Musiker Andreas „Jimmy“ Feichtner. Gut tanzbare, elektrische Grooves trafen auf Post-Punk-Gitarren und exzellentes Songwriting. Für die Gruppe My first robot war es seit acht Jahren der erste Live-Auftritt.

Ein besonderer Leckerbissen war in jedem Fall die Kiessling Band, die in diesem Jahr in Originalbesetzung noch einmal die alten erfolgreichen Texte und Songs spielte. Diese hatte sie gemeinsam mit ihrem früh verstorbenen Frontmann und Namensgeber der Band, Michael Kiessling, geschaffen. Es war die vermutlich letzte Gelegenheit, diese Werke noch einmal live zu erleben.

Spy Kowlik, eingangs schon erwähnt, brachten bei ihrem Jubiläumsauftritt als Triers dienstälteste Ska-Punk-Band den Live-Musik-Abend zu einem gelungenen Ende.

Nach den Bands traten noch Charles + Berlin in Aktion. Sie boten ein elektronisches „Tribute to Anti Mafia Disco“.

Alle Einnahmen des Tefftivals sollen den Veranstalter, das Musiknetzwerk Trier, bei seinen Bemühungen unterstützen, die regionale Musikszene zu fördern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tufa Trier: Tefftival, die Neunte