Teilnehmer der internationalen Ministranten-Romwallfahrt  aus dem Bistum Trier haben am Montag  in St. Paul vor den Mauern gebetet.

Ministranten-Romwallfahrt : „Der Gottesdienst endet nicht nach dem Amen“

Teilnehmer der internationalen Ministranten-Romwallfahrt  aus dem Bistum Trier haben am Montag  in St. Paul vor den Mauern gebetet.

  1750 Kinder, Jugendliche mit  Betreuerinnen und Betreuern aus dem Bistum Trier  sind am Montag in Rom angekommen und haben ihren ersten Gottesdienst während der internationalen Ministranten-Romwallfahrt gefeiert. Der Eröffnungsgottesdienst des Bistums Trier  stand ganz unter dem Motto „Suche Frieden“.

Die Lebensgeschichte des Widerstandskämpfers Willi Graf, der selbst Ministrant im Bistum Trier war, gegen das Nazi-Regime solle die jungen Menschen ermutigen, den Gottesdienst draußen auf der Straße weiterzuleben, sagte Weihbischof Jörg Michael Peters den Ministrantinnen und Ministranten in der Kirche St. Paul vor den Mauern. „Der Gottesdienst endet nicht nach dem Amen, sondern er geht im Leben weiter.“ Als Impuls gab Peters den Wallfahrtsteilnehmenden mit auf den Weg: „Bringe dich ein und trag dazu bei, dass Menschen aufrecht und im Frieden leben können!“  Dies bedeute hinzuschauen, wahrzunehmen und zu reflektieren. „Als Getaufte können wir nicht unpolitisch sein, denn dies würde bedeuten, Menschen im Stich zu lassen“, betonte Weihbischof Peters und bezog sich auch auf das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.

Rebecca (20) und Jenny (16) aus dem Dekanat Vulkaneifel waren auch nach der langen Busanreise begeistert vom Eröffnungsgottesdienst. „Es war toll, mal eine Messe ohne Bänke aus einer anderen Perspektive zu erleben“, erklärten die beiden. Entspannt auf dem Boden zu sitzen, war auch für Franzi (16) aus der Pfarreiengemeinschaft Waldrach ein neues Erlebnis. Für die Betreuer Philipp und Roman aus der Pfarreiengemeinschaft Schweich war der Gottesdienst ein Ankommen in Rom. „Obwohl auch wir ziemlich müde waren“, gibt Philipp zu.

Musikalisch begleitet wurde der Eröffnungsgottesdienst vom Jugendchor St. Matthias aus Neuwied und der Band Seek Peace unter der Leitung von Regionalkantor Thomas Sorger. Die Vorbereitung des Gottesdienstes übernahmen Christian Heinz, Jugend- und Schulpfarrer und „Volontari“. Dabei handelt es sich um Jugendliche, die sich ehrenamtlich bei der Wallfahrt in unterschiedlichen Arbeitsgruppen engagieren.

Zur Auftaktpressekonferenz wünschte sich Bischof Dr. Ladislav Nemet, Präsident des  Internationalen  Ministrantenbundes, eine farbenfrohe Wallfahrt für alle Teilnehmenden, „die wirklich bereichernd sein wird.“ Alexander Bothe von der Arbeitsstelle Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz ergänzte: „Die Ministranten sollen erleben, dass die Kirche jung ist und sie mit ihrem Dienst die Botschaft des Friedens über die Kirchtürme hinaus und über alle Grenzen hinweg trägt.“

Das Motto sei passend für eine Zeit, „in der sich so viele Menschen nach Frieden sehnen, in der aber zugleich so viele Gefährdungen für den  Frieden am Horizont erscheinen“, erklärte Bischof Dr. Stefan Oster, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz.

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