Telefonbetrug in Trier und der Region: Die Polizei warnt vor falschen Polizisten

Tricks am Telefon : Polizei Trier warnt vor falschen Polizisten

Die Anrufe, bei denen sich Betrüger als Polizisten oder Angehörige ausgeben, reißen nicht ab. Immer wieder händigen die Opfer Geld und Schmuck an die Täter aus. Die Polizei warnt innerhalb von wenigen Wochen nun zum dritten Mal vor den perfiden Tricks der Unbekannten.

Sie heißen Hildegard, Manfred oder Edeltraud? Dann könnten Trickbetrüger es auf Sie abgesehen haben. „Die Täter suchen sich ihre Opfer unter anderem auch über das Telefonbuch aus“, sagt Karl-Peter Jochem, Pressesprecher der Polizei Trier. „Und weil die Betrüger offenbar hoffen, bei älteren oder alten Bürgern bessere Chancen zu haben, wählen sie Menschen aus mit Namen, wie sie vor allem früher modern waren.“

Bei den Hildegards, Manfreds und Edeltrauds klingelt dann das Telefon. Die Anrufer haben verschiede Maschen drauf. Besonders perfide: Im Ziffernfeld der Telefone der Opfer wird als Rufnummer des Anrufers die 110 angezeigt. „Die Betrüger nutzen Computerprogramme, die suggerieren, dass der Anruf von der 110-Notrufstelle der Polizei getätigt wird“, erläutert Jochem. „Die echte Polizei ruft aber selbstverständlich nie von dieser Nummer irgendjemanden an.“

Die Anrufer geben sich dann als Polizisten aus. „Sie gaukeln ihren Opfern zum Beispiel vor, dass jemand festgenommen worden sei, der einen Zettel mit dem Namen des Angerufenen bei sich getragen habe“, erklärt Jochem. Dann machen die Betrüger den Menschen Angst – möglichweise hätten Einbrecher es auf deren Hab und Gut abgesehen. Deshalb sei es besser, wenn die Polizei jemanden vorbeischicke, um Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände aus dem Haus zu schaffen und in Sicherheit zu bringen.

Die Täter haben dabei offenbar viel Überzeugungskraft und Geschick. Die eingeblendete Notrufnummer 110 tut offenbar ebenfalls ihre Wirkung. „Auch in Trier ist es bereits mehrere Male passiert, dass nach einem solchen Anruf die Opfer Geld und Wertgegenstände einem vermeintlichen Polizisten übergeben haben“, berichtet Jochem. In einem Fall hätte ein Trierer sogar mehrere Zehntausend Euro den Betrügern ausgehändigt – im Glauben, es handele sich um Polizisten, die ihn schützen wollten.

Aber nicht nur falsche Polizisten melden sich am Telefon. Am Dienstag dieser Woche rief ein Betrüger bei einer 89 Jahre alten Triererin an und machte ihr weis, dass sie viel Geld gewonnen habe. Um an den Preis von etlichen Tausend Euro heranzukommen, sei es allerdings notwendig, dass sie zunächst Gutscheine bei einem großen Internet-Händler erwerbe. „Das Opfer soll solche Gutscheine im Internet kaufen und den Ziffern-Code, den man dann erhält, anschließend den Anrufern weitergeben“, berichtet Polizeipressesprecher Karl-Peter Jochem. Die Betrüger nutzen den Gutscheincode, um Waren – für sie kostenlos – im Internet zu bestellen. Im Fall vom vergangenen Dienstag ist die Trierer Seniorin allerdings nicht auf den Trick reingefallen. Die Frau hat stattdessen die Polizei informiert.

Drittes Beispiel für die Betrugsanrufe, die derzeit in Trier und der Region grassieren: Am Donnerstag, 16. Mai, rief eine Unbekannte eine 86-jährige Frau in Trier-Ruwer an. Die Anruferin gab vor, die Enkelin der Seniorin zu sein und dass ihr gerade ein Unfall mit dem Auto passiert sei. Sie benötige nun dringend Geld, möglichst sofort. Ein Bekannter komme die Summe bei der Seniorin abholen, erklärte die Betrügerin. Aber auch die angerufene Frau aus Trier-Ruwer war wachsam. Statt Bargeld hervorzuholen, um es der Betrügerin zu übergeben, rief auch sie die Polizei.

Die genannten Betrugsmaschen sind nicht neu. „Aber ihre Zahl ebbt immer mal wieder ab – um dann in einer Region plötzlich wieder zuzunehmen“, erklärt Triers Polizeipressesprecher Karl-Peter Jochem. So, wie gerade in Trier und Umgebung. Im Stadtgebiet haben sich alleine seit Anfang Mai 30 Trierer bei der Polizei gemeldet, bei denen die Betrüger ihre üblen Tricksereien versucht haben. Nicht alle Angerufenen sind darauf reingefallen. „Aber trotz Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit unsererseits passiert das trotzdem immer wieder“, bedauert Jochem.

Tatsächlich hat die Polizei in den vergangenen Wochen bereits zwei Pressemitteilungen mit deutlichen Warnungen veröffentlicht (siehe Info).

Viel mehr als möglichst viele Leute über die Betrugsmaschen zu informieren, kann die Polizei nicht tun. „Die Telefonnummern, von denen angerufen wird, sind fast nie zum Anrufer zurück verfolgbar. Die Täter nutzen ausländische Anschlüsse oder verschlüsseln ihre Nummern“, sagt Jochem.

Fahndungserfolge gebe es eigentlich nur, wenn die Polizei die Täter bei der Übergabe von Geld oder Wertgegenständen auf frischer Tat ertappt. „Aber solche Übergaben können wir natürlich nicht gemeinsam mit den Angerufenen inszenieren oder provozieren – das könnte potenziell gefährlich für die betroffenen Bürger sein“, erklärt Jochem.

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