Telekom beschließt Standortverlegung

Telekom beschließt Standortverlegung

Die Telekom verlegt ihre Trierer Vertriebs- und Service-Abteilung für Geschäftskunden mit knapp 50 Arbeitsplätzen nach Frankfurt. Mitarbeiter und die Gewerkschaft Verdi hatten in den letzten Monaten gegen den Rückzug des Konzerns protestiert. Allerdings konnte so nur die Verlegung des IT-Segments mit gut 80 Arbeitsplätzen verhindert werden.

Trier. Nach monatelangen Protesten und Streiks hatten die Trierer Telekommitarbeiter, die Gewerkschaft Verdi, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen und auch Arbeits- und Sozialministerin Malu Dreyer Ende Mai gejubelt: Die Telekom sagte zu, den IT-Standort Trier mit rund 80 Arbeitsplätzen dauerhaft zu erhalten. Für die zweite gefährdete Telekomabteilung, rund 50 Arbeitsplätze im Vertriebs- und Servicebereich für Geschäftskunden, gibt es allerdings offenbar keine Rettung mehr: Statt 141 Büros und Außenstellen in knapp 90 deutschen Städten soll es künftig nur noch 18 "Zukunftsstandorte" und zusätzlich 28 Vertriebsbüros in ganz Deutschland geben. Darauf hatte sich der Konzern am Donnerstag nach längeren Verhandlungen mit dem Betriebsrat geeinigt (TV vom Freitag). Die Umstrukturierung soll Anfang kommenden Jahres beginnen und Ende 2013 abgeschlossen sein.
"Trier ist mit 48 Beschäftigten im Geschäftskunden-Segment als Zukunftsstandort in der geplanten Dimension zu klein", hatte Telekommanager Fritz Uwe Homann dem Trierer SPD-Bundestagsabgeordneten Manfred Nink schon im Oktober 2010 in einem Schreiben erläutert. "Wir garantieren jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz", hatte Telekomsprecher Husam Azrak am Donnerstag der Deutschen Presseagentur erklärt.
Die Trierer Telekommitarbeiter im Bereich Service- und Vertrieb können ihren Arbeitsplatz an einem der neuen Standorte, etwa in Frankfurt, behalten. Für viele Betroffene ist das allerdings wohl unrealistisch, weil sie in und um Trier Haus und Familie haben oder nur Teilzeit arbeiten.
Der Trierer Verdi-Sprecher Manfred Fritschen und Christian Z. Schmitz, Trierer Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds, waren am gestrigen Freitag telefonisch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. dpa/woc