Tenor Kießling: Unverschämtheit!

Tenor Kießling: Unverschämtheit!

TRIER. Gleich fünf Päckchen und drei Pakete hat Star-Tenor Thomas Kießling vor Weihnachten in einer Trierer Postagentur aufgegeben. Die Pakete kamen an - die Päckchen sind allesamt verschwunden. Außer Kießling melden weitere TV -Leser verloren gegangene Postsendungen.

Ende vergangener Woche teilte Postsprecher Heinz-Jürgen Thomeczek mit, dass nach acht Paketen, die bei der Post-Agentur in Trier-Süd aufgegeben wurden, per Kunden-Nachforschungsauftrag gefahndet worden sei. Aus anderen Trierer Postfilialen seien keine Verluste bekannt. Im Brief- und Päckchenbereich lägen keine Nachforschungsaufträge vor. Dabei hat Triers Star-Tenor Thomas Kießling am 15. Dezember fünf Päckchen und drei Pakete bei der Agentur in der Matthiasstraße aufgegeben. Während die Pakete ihre Empfänger erreichten, sind die fünf Päckchen spurlos verschwunden. Noch im Dezember hat Kießling Nachforschungsaufträge gestellt - zurück kam der Standardbrief der Post: "Ihre Sendung wurde leider nicht aufgefunden. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass bei der gewählten relativ preiswerten Versandart als Päckchen (...) leider keine Haftung übernommen werden kann. Wir hoffen, Sie zukünftig wieder zu unseren zufriedenen Kunden zählen zu dürfen", heißt es in dem Brief. "Es ist eine Unverschämtheit, dass die Post mich mit einem solchen Serienbrief meint, abspeisen zu können", sagt Kießling erzürnt. Dass die Pakete ihr Ziel erreicht haben, die Päckchen jedoch nicht, wundert Kießling nicht: "Der Weg von Paketen ist durch den registrierten Paketschein viel besser nachzuverfolgen." Bei Päckchen habe man dagegen keinerlei Nachweis in der Hand. Kießling will sich schriftlich bei der Post beschweren: "Ich frage mich, ob ich künftig alle Briefe als Einschreiben schicken muss." Nur eine scheinbar gute Idee - denn selbst ein Einschreiben schützt vor Verlusten nicht, wie der Trierer Josef Bartz schmerzlich erfahren musste. Der Taxi-Unternehmer übernimmt häufig Krankentransporte. Die Belege darüber schickt er monatlich nach Koblenz zur Straßenverkehrsgenossenschaft, die für ihn die Abrechnung mit den Krankenkassen übernimmt. "Am 14. Dezember habe ich ein Einschreiben mit Rechnungen über einen insgesamt vierstelligen Eurobetrag bei der Agentur in der Pellinger Straße aufgegeben." Angekommen ist das Schreiben in Koblenz nicht. "Am 22. Dezember habe ich einen Nachforschungsauftrag gestellt, der laut Postvermerk allerdings erst am 4. Januar bearbeitet wurde." Ende vergangener Woche kam von der Post der Bescheid, dass man das Schreiben nicht aufgefunden habe. "Ersetzt bekommen habe ich 20 Euro und das Porto, so hoch seien Einschreiben nur versichert, hat mich die Post aufgeklärt", klagt Bartz. Nocheinmal kann er die Rechnung nicht stellen: "Die Genossenschaft lässt nur Originale zu, keine Kopien. Den vierstelligen Eurobetrag muss ich abschreiben." Seine Januar-Abrechnung hat Bartz als hoch versichertes Wertpaket nach Koblenz geschickt, Porto: 24 Euro. Auch Hans-Dieter Biesdorf, Leiter der Olewiger Grundschule, hat schlechte Erfahrungen mit der Post gemacht. Am 9. Dezember schickte er einen Din-A4-Umschlag als Großbrief nach Heilbronn. "Darin waren Software-CDs, die für das Computer-Netzwerk der Schule sehr wichtig waren", sagt Biesdorf. Angekommen ist der Brief bei seinem Sohn, der die CDs prüfen sollte, nicht. "Den Nachforschungsauftrag habe ich am 17. Januar aufgegeben." Die Eingangsbestätigung über den Nachforschungsauftrag hat Biesdorf erhalten, ob die Ermittlungen der Post erfolgreich verlaufen sind, weiß er noch nicht. "Ich kann nicht verstehen, wie die Post behaupten kann, dass keine Nachforschungsaufträge im Briefbereich vorliegen", sagt der Lehrer. "Eigentlich habe ich der Post immer vertraut, das hat sich jetzt grundlegend geändert." Aber nicht nur in Trier sind Sendungen verloren gegangen. Gleich zehn Briefe hat Jürgen Gessges am 7. Dezember am Konzer Kaufmarkt in den Briefkasten geworfen - angekommen ist keiner. "Die Briefe gingen an Adressen in ganz Deutschland. Ich habe am 20. Dezember zehn Nachforschungsaufträge gestellt", sagt Gessges. Alle seien mit einem negativen Bescheid zurück gekommen. Seinen Schaden beziffert er auf 150 Euro. Die Briefe enthielten Sammlerbriefmarken.

Mehr von Volksfreund