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Thailändische Hymne mit Trierer Wurzeln

Geschichte : Thailändische Hymne mit Trierer Wurzeln

  Dass die thailändische Nationalhymne von einem Komponisten mit Trierer Wurzeln verfasst wurde, wissen wohl die wenigsten. Nun hat die Enkelin des Komponisten Peter Veit, Sudawan Vadhayakorn, Trier besucht und kam zu einem Gespräch mit Kulturdezernent Thomas Schmitt zusammen.

Mit ihrem Cousin Wolfgang Steinborn erläuterte sie Schmitt die abenteuerlichen Hintergründe: Der Trierer Jakob Veit wanderte 1864 in die USA aus. Weil er musikalisch begabt war, trainierte er im amerikanischen Bürgerkrieg eine Militärkapelle. Ein dortiger Freund, der Konsul in Thailand wurde, empfahl ihn dem dortigen König, der preußische Blasmusik am Hof etablieren wollte, und Jakob ging nach Thailand, wo er eine Familie gründete.

Mit seiner Frau zog Jakob Veit drei Söhne groß: Leo, Paul und Peter, der nach seinem Trierer Großvater benannt wurde.  Während seine Brüder Hobbykünstler blieben, brachte Peter Veit es zu großem Ruhm. Er nahm den von König Rama VI. verliehenen Namen „Piti Vadhayakorn“ an, der – passend zu seinem Talent – so viel bedeutet wie „der mit Taktstöcken umgehen kann“. Das königliche Orchester machte er zum besten Südostasiens.

 Er komponierte klassische Werke, die noch heute aufgeführt werden, und bewahrte die einheimische Musik, indem er sie in „westlicher Notenschrift“ niederschrieb. Außerdem wurde er Musiklehrer für alle Könige. 1922 erhielt er den vom König verliehenen Titel „Phra Chen Duriyang“ (großer Meister der Musik).

Nach einem Militärputsch im Jahr 1938 wurde Peter Veit aufgefordert, eine neue Nationalhymne zu komponieren. Zu seinen Ehren wurde sogar ein eigenes Museum errichtet.