Theater aus Texas und Trier

Schüler aus Triers texanischer Partnerstadt Fort Worth sind fünf Tage lang zu Gast an der Mosel. Zusammen mit Schülern des Auguste-Viktoria-Gymnasiums führen sie das Musical Choices auf.

Trier. Mobbing ist ein Thema an vielen Schulen. Auch im Sportunterricht können Schüler gemobbt werden. Beispiel: Beim Basketball wählen die jungen Sportler zwei Mannschaften. Übrig bleibt immer der Kleinste. Keiner will ihn in seiner Mannschaft. Die Gruppe hat ihre Entscheidung getroffen.
Choices, auf Deutsch Entscheidungen, heißt das Musical, das die Schüler der Theaterschule aus Fort Worth in Zusammenarbeit mit den Trierer Schülern des Auguste-Viktoria Gymnasiums (AVG) aufführen. Kostüme brauchen sie dafür nicht. "Kinder sollen Kinder sein", sagt Kathryn Albright, Geschäftsführerin der Theaterschule in Triers texanischer Partnerstadt. Die Kinder und Jugendlichen tragen bunte T-Shirts mit dem Schriftzug Choices.
Katharina Günther ist Englischlehrerin am AVG und organisiert den Austausch zwischen Trier und Fort Worth. Bis Sonntag sind 22 Schüler aus Texas noch in Trier zu Gast. "Wir haben nur ein eineinhalb Tage Zeit, um das Musical zu proben", erklärt Günther. Im vergangenen Sommer war sie mit den Trierer Schülern vier Wochen in Texas. Dort haben sie das Musical gemeinsam eingeübt. Neunt- und Zehntklässler des AVG hatten bis Herbst die Möglichkeit, sich mit einem Motivationsschreiben für den Austausch zu bewerben.
Laura Jochem (16) aus Konz besucht die elfte Klasse und war im zurückliegenden Sommer in Fort Worth: "Es ist toll, wie so viele Leute aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten." Noch heute habe sie Kontakt zu israelischen Schülern. "Ich bin einfach offener für andere Menschen geworden."
Für Lisa Larsen (15) aus Wellen ist die texanische Theaterschule ein Schritt zum Erwachsenwerden. "Ich denke, ich werde viel selbstständiger und selbstbewusster." Das werde ihr im späteren Berufsleben helfen, denn sie lerne durch das Theaterspielen ein überzeugendes Auftreten.
Der Besuch der Texaner ist der erste seit 13 Jahren. Die Theaterschule kooperiert auch mit anderen Ländern. "Zuvor waren wir fünf Tage in Albanien, jetzt sind wir fünf Tage hier", sagt Albright.
Die Idee der Theaterschule sei es, "großartige Kinder" zu formen, wie Pressesprecherin Andrea Ballard erklärt. Im Vordergrund stehe das Theaterspielen. "Ein schöner Nebeneffekt ist es, dass die Kinder lernen, Konflikte untereinander zu lösen und selbstbewusst zu werden."
Frederick Vetter (15) aus Igel fährt im kommenden Sommer erneut nach Texas. "Ich hoffe es wird so schön, wie das erste Mal."

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