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Theater Heimat und Verkehrsverein Thomm von Regina Rösch

Theater : Komik und Kapriolen im Kurhotel

Kurschatten, Liebesgeflüster und unvorhersehbare Wendungen: Mit dem Theaterstück „Wenn einer eine Reise tut ...“ von Regina Rösch hat die Truppe des Heimat- und Verkehrsvereins Thomm (HVV) ins Schwarze getroffen.

() Situationskomik, amüsante Dialoge und lustige Charaktere sorgten dafür, dass die Zuschauer während der Komödie „Wenn einer eine Reise tut...“ herzhaft lachen konnten. In Thomm zeigte sich Laientheater von seiner schönsten Seite.

Die Vorsitzende des Heimatvereins, Hannelore Weber, begrüßte an drei Tagen rund 700 Zuschauer im Bürgerhaus. Wie bereits vor 20 Jahren, als auf ihre Initiative die Theatergruppe gegründet wurde, beginnt sie ihre Begrüßungsrede in Thommer Mundart mit dem Eingangssatz: „Hochverehrtes Publikum, et gäht gleich loss: Das ist mein Befreiungssatz“, sagt sie.

Als der Vorhang sich öffnet, staunen die Zuschauer: Die Ortsansicht von Thomm oder der Wellnessbereich eines Kurhotels (gestaltet von der Thommer Malerin und Künstlerin Steffi Wilkin) sehen täuschend echt aus.

Die Handlung steht den Bühnenbildern in nichts nach. Die beiden Freunde und Feuerwehrkameraden Oskar (Manfred Mattes und Emil Willi Mattes) — werden nach der Feuerwehrübung von Max (Lars Reusch) nach Hause begleitet. Doch ihnen stehen dunkle Zeiten bevor: Nach 20 Jahren, in denen sie gemeinsam in Kur fuhren – ohne ihre Frauen, versteht sich – ist diesmal ein gemeinsamer Urlaub geplant. Die Schweine sind abgeschafft und die Gattinnen Betty (Wilma Andres) und Helga (Petra Kritzke) haben jetzt Zeit mit ihren Männern auf Kreuzfahrt ins Mittelmeer beziehungsweise „in die Karibik“ nach „Maurizinus“ zu reisen.

„Wenn meine Betty dabei ist, ist das ein Kreuzweg“, jammert Emil. Doch „Überraschung“, sie dürfen doch in ihr geliebtes Bad Füssing, allerdings mit ihren Ehefrauen. Dass bei diesen Vorzeichen der Kurlaub zwischen Tango und Fango, männlichen wie weiblichen Kurschatten ganz anders abläuft als gewohnt, ist programmiert und schnell stört der jeweilige Ehepartner beim erfolgreichen Kurgenuss.

Einfach stimmig, was man hörte und sah, mit viel Herz und Leidenschaft gespielt. Beispielsweise, wenn Helga ihren, nach der Feuerwehrübung reichlich angesäuselten Mann Oswald in aller Öffentlichkeit verspottet. Eine Situation, die an sich schon für viel Gelächter sorgt, doch so herrlich absurd und genussvoll gespielt wie von Petra Kritzke und Manfred Mattes, amüsierte sich das Publikum dabei köstlich.

Als Betty und Helga, ganz Damen von Welt, in ihren grässlichen Jogginganzügen, Dauerwellen und halbblind ohne ihre Brillen nach ihren Cocktail-Gläsern und Strohhalmen tasten, lacht das Publikum Tränen.

In drei Akten, zwischen Bushaltestelle und Kurhotel, entwickelt sich die Geschichte mit einigen unvorhersehbaren Wendungen. Hier agieren Masseur Harry (Hans Strauch) und seine Kollegin Masseurin Susi (Lena Steffes) als gute Geister im Hintergrund.

Mal helfen sie ihren Kurgästen mit Tipps, mal mit Informationen auf die Sprünge. Denn vor Kurschatten ist keiner sicher. Die Männer von Welt, ohne Geld und Adel, Ferdinand von Cartier (Josef Kritzke) und Adalbert, Baron von und zu Stadelhofen (Matthias Sauer), machen sich salbungsvoll an die beiden unbedarften Frauen vom Land ran. Doch auch die Männerwelt ist vor den attraktiven und reichlich einnehmenden Kurgästen nicht sicher – als Luxusfrauen überzeugend Chantal (Beate Glar) und Jacqueline (Marita Otto).

So lautet denn auch der Kommentar von einem Zuschauer: „Das war wieder einmal höchstes Niveau, wie wir es seit 20 Jahren kennen, Spitzenklasse!!!“

Die Spielleitung hatte Agnes Resch. Für Requisite und Maske war Silvia Molitor verantwortlich. Verantwortlicher Bühnenbauer war Andreas Michels – unterstützt von Hermann Weber, Josef Weber, Manfred Mattes, Willi Mattes und Agnes Resch. Technik: Thomas Lübeck, Pro Musik; Filmaufnahmen: Franz Antretter; Gestaltung Plakate und Karten: Nane Weber.

Hannelore Weber bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Helfern, die sie liebevoll „Theaterfamilie“ nennt  für 20 Jahre ehrenamtlichen Einsatz, für die Treue zum Verein und das freundschaftliche Miteinander. Wilma Andres überbrachte den Dank der Spieler mit einem Erinnerungsalbum aus 20 Jahren Theater an ihre Spielleiterin Agnes Resch und an Hannelore Weber.

Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens des Heimat-und Verkehrsvereines ehrte der zweite Vorsitzende Simon Schabo,  die erste Vorsitzende Weber und dankte ihr dafür, dass sie den Verein nunmehr seit 28 Jahren erfolgreich leitet und dabei stets dem Wohle und dem Ansehen des Dorfes dient.