Theatergruppe Spökes zieht mit ihrem Stück in die Trierer Justizvollzugsanstalt.

Trier : Hinter Schloss & Riegel

Theatergruppe Spökes zieht mit ihrem Stück in die Trierer Justizvollzugsanstalt.

Die Theatergruppe Spökes, eine Laienschauspielgruppe der Volkshochschule (VHS) unter der Leitung von Leandra Chytra, hat die Komödie „Residenz Schloss & Riegel“, frei nach Winnie Abel, sozusagen am „Originalschauplatz“, nämlich in den Räumlichkeiten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Trier, aufgeführt. In dieser geistreichen Verwechslungskomödie landet ein Rentnerehepaar versehentlich im Knast und es entstehen allerlei Verwicklungen (der TV berichtete).

Den Laienschauspielern gelang es schnell, ihr außergewöhnliches Publikum in den Bann zu ziehen. Die zahlreichen Pointen aus dem Gefängnisalltag sorgten für gute Stimmung und herzhafte Lacher bei den Inhaftierten, die der fast zweistündigen Aufführung aufmerksam folgten und „intensiv mitgingen“. Entsprechend waren auch die Reaktionen der Gefangenen: „Bombe“, „es war ein Höhepunkt“, „echt gut“, „wir hätten Taschentücher vor Lachen gebraucht“, „hoffentlich erlebe ich hier so etwas noch einmal“.

Auch die Leiterin der JVA Trier, Sabine Beckmann, zeigte sich im Anschluss begeistert: „Dies war eine der gelungensten Veranstaltungen, die ich bisher in der JVA Trier erlebt habe.“

Für einige der Gefangenen dürfte es der erste Besuch eines Theaterstücks gewesen sein – vielleicht Anregung genug, auch nach der Haft kulturelle Veranstaltungen zu besuchen.

Die Darsteller der Theatergruppe Spökes waren ebenfalls sehr angetan von dem ungewöhnlichen Spielort und den Reaktionen der Häftlinge. Nach viel Applaus verabschiedeten sie sich mit dem Gefühl, einen besonderen Abend erlebt zu haben, in die Freiheit; ihre Zuschauer hingegen kehrten in die Hafträume zurück.

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