Theodor Wolber, Ortsvorsteher von Trier-Heiligkreuz, im Volksfreund-Interview

Interview : Wenn Heiligkreuzer Amphibien wären ...

..., dann wären sie besser geschützt, sagt Ortsvorsteher Theodor Wolber im TV-Interview. Die weiteren Baugebiete in Castelnau und auf dem Brubacher Hof würden den Stadtteil schwer belasten.

Ein Blick zurück, ein Blick voraus: Die Trierer Ortsvorsteher skizzieren im Interview mit dem TV die wichtigsten Entwicklungen der Jahre 2018 und 2019 in ihren Stadtteilen. Heute: Theodor Wolber (CDU) aus Heiligkreuz.

Was waren die wichtigsten Themen des Jahres 2018 in Heiligkreuz?

Theodor Wolber: Das beherrschende Thema des vergangenen Jahres war in Heiligkreuz der Flächennutzungsplan. Er betrifft uns von allen Stadtteilen am negativsten: Auf die ohnehin schon sehr stark frequentierten Hauptverkehrsachsen Berliner, Metzer und Straßburger Allee kommt durch die neuen Baugebiete Castelnau und Brubacher Hof eine noch deutlich höhere Belastung  zu: Prognosen zufolge werden dort künftig jeweils 24 000 Fahrzeuge am Tag unterwegs sein. Das sind jeweils so viele wie auf der Bitburger Straße (B 51)! Wenn alle Elektroautos hätten, wäre das nicht so schlimm, aber so weit sind wir halt noch nicht. Alle drei Straßen sind auf mindestens einer Seite bebaut, die Anwohner sind Lärm und Feinstaub ausgesetzt – darüber ist nie wirklich diskutiert worden. Wenn die Anwohner Gelbbauchunken wären, wären sie besser geschützt als so! Außerdem hat uns die Integrierte Gesamtschule (IGS) weiter beschäftigt – die wird seit rund fünf Jahren umgebaut, und die Fertigstellung verschiebt sich immer weiter nach hinten. 2018 gab es nun eine weitere Panne: Mit der Haustechnik waren zwei unterschiedliche Firmen beauftragt, eine für Elektro, eine andere für Heizung/Sanitär. Die haben völlig losgelöst voneinander geplant. Als dann die Elektroleitungen verlegt werden sollten, lagen da schon Lüftungsleitungen. Sowas muss doch auffallen! Wir werden immer erst hinterher informiert, wenn das Kind längst im Brunnen liegt.

Was wird Ihren Stadtteil 2019 voraussichtlich beschäftigen?

Wolber: Wir wollen erreichen, dass die Stadt als flankierende Maßnahme zu den Neubaugebieten urbane Zonen entlang der Hauptverkehrsachsen ausweist. Dann wäre eine höhere und dichtere Bebauung möglich. Vor allem auf städtischen Grundstücken könnten dann in erster Reihe Häuser mit Lärmschutzfenstern zur Straße hin stehen, die eng genug aneinander gebaut und hoch genug sind, um die dahinter liegenden Gebiete vor Lärm zu schützen.  Außerdem wollen wir, dass das ehemalige Gewerbegebiet im alten Ortskern zwischen Wisport- und Rotbachstraße zum Mischgebiet mit erhöhter Dichte erklärt wird – in diese Richtung entwickelt sich dieser Bereich ja schon. Die Bewohner jeder Wohnung, die hier entsteht, müssen nicht nach Brubach fahren. Dann werden wir die Arbeiten an der Wolfsberghalle begleiten und darauf hinarbeiten, dass auch die Bezirkssportanlage zeitgemäß gestaltet wird. Kinder, die auf dem Sportplatz sind, malen nicht im Stadtteil herum. Und wir wollen einen Treffpunkt für die Heiligkreuzer Vereine schaffen. Entsprechende Gespräche laufen.

Sind die Ortsbeiräte noch zeitgemäß?

Wolber: Die Menschen in den Stadtteilen wenden sich mit ihren Anliegen eher an Ortsvorsteher und Ortsbeiratsmitglieder als an die Stadtverwaltung. Sie brauchen niedrigschwellige Möglichkeiten, ihre Anliegen loszuwerden. Viele schreiben keine Mails und rufen nicht an, sondern sprechen uns auf der Straße an.
Ich habe den Eindruck, dass auch die Ratsmitglieder und Dezernenten froh sind, dass wir diese Aufgabe übernehmen. In Heiligkreuz haben wir auch kein Problem, genug Kandidaten zu finden, die bereit sind, sich zu engagieren.

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