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Thomas Sorger neuer Diözesanreferent für Kirchenmusik

Kirche : Er will die Gemeinschaft der Musiker stärken

Thomas Sorger folgt Matthias Balzer als Diözesanreferent für Kirchenmusik. Damit ist er für mehr als 20 000 Ehrenamtliche mitverantwortlich.

Mit Musik Brücken zu den Menschen bauen – das ist das leitende Motiv für Matthias Balzer. In diesem Geist wirkte er 26 Jahre lang als Diözesanreferent für Kirchenmusik im Bistum Trier und stieß zahlreiche Neuerungen und Vernetzungsprojekte an. Mit dem Monatswechsel zum Juli tritt Balzer nun den Ruhestand an und reicht den Taktstock weiter an Thomas Sorger.

Nicht nur die Begeisterung für Musik verbindet beide Männer. Sorger ist seit 2014 als Regionalkantor im Bistum tätig und leitet die Fachstelle für Kirchenmusik in Neuwied. In dieser Funktion hat er bereits viele Vorhaben Balzers mitberaten und umgesetzt. Eines dieser Projekte ist die Neuausrichtung der Kirchenmusik im Sinne der vor einigen Jahren von der Bistumssynode beschlossenen Ideen.

„Kirchenmusik ist mehr als nur schön klingende Begleitung. Sie erfüllt wichtige Funktionen in der Liturgie und hat auch erhebliche soziale Bedeutung“, sagt Balzer über die Vielfältigkeit seines Bereichs. Gerade der soziale Aspekt soll künftig noch stärker in den Fokus rücken. Schließlich treffen sich allein im Bistum Trier rund 24 000 ehrenamtliche Sängerinnen und Sänger regelmäßig zu Proben für ihre Kirchenchöre. Ein unschätzbarer Quell, finden Balzer und sein Nachfolger. Deshalb soll nach dem neuen Konzept das musikalische und pastorale Wirken in den Kirchengemeinden intensiver verknüpft werden.

Zum Erreichen dieses Ziels wird es vor allem auf motivierte Ehren- und Hauptamtliche vor Ort ankommen. Für beide Gruppen hat Balzer in den vergangenen Jahrzehnten einiges bewegt. Für den Profi-Bereich wurde eine neue Ausbildungsstruktur geschaffen. Unterhalb eines Hochschulstudiums der Kirchenmusik gibt es deshalb mehrere Ausbildungsstufen, wobei das sogenannte C-Examen das anspruchsvollste ist.  Als Leiter der Kirchenmusikschule des Bistums wird Sorger auch diesen Aufgabenbereich von seinem Vorgänger übernehmen.

Eine weitere Struktur sind die Dekanatskantoren. Als er seinerzeit begann, gab es lediglich die Ebene der Regionalkantoren, berichtet Balzer. Dank seines Wirkens gibt es heute zusätzlich zu zehn Verantwortlichen für die Regionen in jedem Dekanat einen Hauptamtlichen. Zu deren Aufgaben zählen Koordinierung und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls aller kirchenmusikalischen Akteure in den Gemeinden. „Das Gemeinschaftsgefühl lässt sich beispielweise durch große Fest- und Konzertveranstaltungen stärken“, nennt Balzer einen Teilbereich. Die Bistumsebene versteht sich dabei als Unterstützer, Ideengeber und Motivator. Hierzu gehört auch die Vernetzung zum nationalem und internationalen Umfeld. Unmittelbare Arbeitsanweisungen kann der Trierer Diözesanreferent für Kirchenmusik allerdings nicht an die Dekanatskontoren geben – wie deren Name schon andeutet, sind diese nämlich direkt bei den Dekanaten angestellt.

Also heißt das Mittel der Wahl: Begeisterung. Und wie ließe sich die besser wecken als über die Sprache der Musik? „Musik wirkt auf vielen Ebenen. Zunächst einmal berührt sie uns Menschen auf eine grundlegende, emotionale Art“, beschreibt es Sorger. Darauf aufbauend ließen sich durch sie auch weitergehende Botschaften transportieren – beispielsweise spirituelle in der Liturgie. Und als Drittes entstehe beim gemeinsamen Musikhören oder Musizieren ein Gefühl von Gemeinschaft. Mit diesem mächtigen Verbündeten rechnet sich daher Sorger gute Chancen aus, reichlich Mitstreiter für seine Projekte zu finden.

Für Balzer geht es nun zwar beruflich in den Ruhestand, von der Musik lassen will er aber keinesfalls. „Ich bin Musiker durch und durch“, bekennt er und hat deshalb noch einiges vor. So möchte er weiterhin seine Choral-Schola leiten, die mit ihrer Gregorianik im Wechselspiel mit anderen Chören bereits zahlreiche Gottesdienste im Dom mitgestaltet hat. Und auch seinem heimatlichen Jugendchor möchte Balzer treu bleiben. Schließlich war es schon zu Anfang seiner beruflichen Laufbahn in Konstanz am Bodensee insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit, die ihn prägte. Deshalb hat er sich auch durchgehend beim Chorverband Pueri Cantores engagiert. Dort wirkte er auf deutscher Ebene lange Jahre als Vorsitzender und ist weiterhin im Vorstand. Auch internationale Projekte wie ein globales Taizé-Gebet reizen ihn weiterhin.