Tiere und Akrobaten als Stars in der Manege

Tiere und Akrobaten als Stars in der Manege

Zum elften Mal heißt es vor, an und nach Weihnachten im Trierer Messepark "Licht aus, Manege frei, das Spiel beginnt!": Der Trie-rer Weihnachtscircus ist wieder zu Gast. 25 000 bis 30 000 Besucher werden bis zum 3. Januar erwartet.

Trier. "Sensationell. So muss Zirkus sein. Wie man Zirkus aus der Kindheit kennt. Das muss jedes Kind mal gesehen haben. Einfach sensationell." Helmut Leiendecker, das Trierer Original, ist begeistert von der Premierengala des elften Trierer Weihnachtscircus am Dienstagabend. Genau wie seine Augen so leuchten die von nahezu allen 1200 Besuchern der Eröffnungsgala. Restlos ausverkauft ist die Vorstellung samt Besuch einiger lokaler Prominenz aus Politik und Gesellschaft. Die Veranstalter werben mit der "Crème de la Crème" der internationalen Zirkuswelt. Und das, was die Artisten in der Manege zeigen, kann sich wirklich sehen lassen: Akrobatik auf höchstem Niveau - zum Beispiel von Handstand-Künstlerin Maria - oder in luftiger Höhe am Trapez vom Duo Kovatchevi. Dazu ein grandioser Clown, der - wohlgemerkt ohne Clownsmaske - das Publikum zum Mitmachen und zum Brüllen bringt. Die Zuschauer sind begeistert. Auch der 17-jährige Fahim, Flüchtling aus Afghanistan, der mit einer Gruppe von 20 jungen Flüchtlingen vom Deutschen Roten Kreuz zum Zirkus nach Trier eingeladen wurde, hat sie, die leuchtenden Augen. Die meisten der Flüchtlinge kannten Zirkus bisher gar nicht, und Fahim selbst wird prompt Teil der Show, als Clown Rico ihn in die Manege mitnimmt. Für die kleinen Besucher mit am schönsten: die Pferde, die André Kaiser in seiner Dressur "Pferdefreiheit" zeigt und das "Exoten-Tableau" von Artur Kaiser mit Kamelen und Dromedaren, Antilopen, Büffeln und Bisons, Lamas, Straußen und vielen weiteren Tieren. Doch die Tiere sorgen auch für reichlich Gesprächsstoff. Vor dem Hintergrund der aktuellen Trierer Diskussion um ein Wildtierverbot für Zirkusse (der TV berichtete mehrfach) demonstriert vor dem Messegelände eine Gruppe Tierschutzaktivisten (siehe Extra), und das Thema wird auch zu Beginn der Vorstellung im Zirkus offen angesprochen. Zirkus-Programmdirektor und Pressesprecher Oliver Häberle sagt zu den Protesten und dem jüngsten "Andromeda-Antrag" der Grünen im Trierer Stadtrat: "Das entbehrt jeglichen wissenschaftlichen Kenntnissen." Inmitten dieser Diskussion erhält Dr. Immanuel Birmelin (72, Freiburg) vom Verein für Verhaltensforschung bei Tieren den elften Trie rer Weihnachtscircus-Award für seine Arbeit, die Spenden des Abends kommen dem Verein zugute. Birmelin versicherte aus eigener Erkenntnis: "Die Tiere werden so behandelt, wie es ihnen guttut." Und der Zuspruch der Besucher tut sein Übriges. Zwischen 25 000 und 30 000 Zuschauer erwartet der Trierer Weihnachtscircus bis zum 3. Januar. Vorstellungen sind (bis auf heute, Heiligabend, und an Neujahr) täglich um 15.30 Uhr und um 19.30 Uhr, sonntags um 11 und 15.30 Uhr. Eintrittspreise: 20 Euro (Parkett) bis 35 Euro (Loge), ermäßigt 15 bis 27 Euro. Die Zirkuskasse am Messepark ist täglich ab 10 Uhr geöffnet.Extra

Foto: Friedemann vetter (Ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"

Der Trierer Ableger von Peta2, der Jugendkampagne der Tierschutzorganisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals; Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren), demonstrierte am Dienstag- und Mittwochabend friedlich vor dem Eingang des Trierer Messeparks. "Wir fordern: Tiere raus aus dem Zirkus!", sagt Sprecher Mario Burbach, und weiter: "Es gefällt keinem Tier in Gefangenschaft, das kann uns keiner weismachen." Der Verein Peta sorgt für Diskussionen, auch wegen seiner Unterstützung radikaler Aktivisten und der Euthanasie von Tieren. sve

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