TIERE

Zur Berichterstattung über den ersten Tiergottesdienst in Trier und zum Leserbrief "Ich bin total irritiert" von Hans-Georg Becker (TV vom 24. Juli):

Ich möchte den Leserbrief von Hans-Georg Becker nicht unbeantwortet lassen. Man kann ja zu Haustieren stehen, wie man will. Man muss aber auch als Nichttierliebhaber Menschen tolerieren, die ihre geliebten Haustiere von einem Pfarrer segnen lassen wollen, weil sie daran glauben, dass es ihre geliebten Tiere vor Krankheiten schützt. Es wurden und werden schon ganz andere Sachen gesegnet, unter anderem Autos, Motorräder und sogar Soldaten, die in den Krieg zogen mit ihren Waffen. Warum dann nicht auch unsere domestizierten Haustiere, die von ihren Besitzern geliebt werden und für viele Menschen alles bedeuten. Sie bekommen von ihren Tieren mehr Liebe zurück, als manche von ihnen im Leben jemals bekommen haben. "Der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde." Da ist viel Wahres dran. Wenn jemand eine Heuschrecke liebt oder eine Schnake - warum nicht? Gottes Tiergarten ist groß. Meinen Hund werde ich nicht segnen lassen, akzeptiere aber jeden, der das tut. Ich möchte die Kritiker an Jesu Geburt erinnern. Waren da nicht auch jede Menge Tiere dabei? Vielleicht hat Jesus sie auch gesegnet. Wissen wir es? Im Übrigen braucht sich niemand Gedanken zu machen, ob nicht noch irgendjemand auf die Idee kommt, sein geliebtes Tier von einem Pfarrer beerdigen zu lassen. In ein paar Jahren gibt es kaum noch Pfarrer, um Menschen zu beerdigen, geschweige denn Tiere. Wo bleibt die Toleranz? Alwine Grundheber, Trierweiler