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Tierfreunde kämpfen für den Panther

Tierfreunde kämpfen für den Panther

Die Abschussfreigabe für den Panther, der seit Monaten in den Wäldern der Region umherstreunen soll, wird in der Bevölkerung rege diskutiert. Junge Grüne haben am Samstag Unterschriften zur Rettung des Tieres gesammelt. Bei einer Treibjagd, die jedoch nicht dem Panther galt, fanden die Jäger keine Spur vom Tier.

Trier. Unter dem Motto "Weg mit der Abschussfreigabe - Rettet Paulchen Panther!" demonstrierten Mitglieder der Grünen Jugend Trier-Saarburg am Samstag in der Trierer Fußgängerzone. Sie halten Schilder hoch, auf denen zu lesen steht: "Rettet Paulchen!" oder "Es könnte auch Ihre Katze sein!". Gleichzeitig sammelten sie Unterschriften gegen die Abschussfreigabe des Panthers, der seit Monaten in den Wäldern rund um das Ruwertal frei läuft.

Nach wie vor ist der schwarze Panther ein Phantom. Trotzdem hat die Jagdbehörde das Tier offiziell zum Abschuss freigegeben. Schon aus Artenschutzgründen, so Laura Bergmann von der Grünen Jugend, ist das nicht hinnehmbar. "Zudem ist nicht zu erkennen", so Bergmann weiter, "dass von dem Panther eine große Gefährdung ausgeht." So sahen es auch viele Trierer, die sich an der Unterschriftenaktion der Grünen Jugend beteiligten. "Der Panther sollte nicht getötet werden. Vielmehr sollte versucht werden, das Tier lebend zu fangen", meint auch Torsten König aus Riveris, der sich an der Unterschriftenaktion beteiligte.

Es gibt aber auch Menschen, die das ganz anders sehen. Sie sind für einen Abschuss, weil sie genau dort leben, wo der Panther durch die Wälder streifen soll. "Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit Ihrem Kind spazieren, und plötzlich fällt der Panther Ihr Kind an", sagt Heinz Richstein aus Morscheid und hält die Abschussfreigabe für richtig.

Gerade die Wanderwege im Ruwertal und in den angrenzenden Waldgebieten laden viele Spaziergänger und Wanderer ein. Von ihnen haben allerdings die wenigsten Angst.

So auch Petra Orth aus Trier, die mit Freunden am Wochenende in dem Gebiet wanderte. "Wir hatten keine Angst, hier zu Wandern, und halten das Tier auch nicht für gefährlich gegenüber dem Menschen."

Jäger sehen die Lage zwiespältig



Eine Treibjagd am Wochenende rund um Morscheid, bei der allerdings etwa Wildschweine im Visier standen, brachte auch keine neuen Erkenntnisse. Diese Jagd war von langer Hand vorbereitet und hatte grundsätzlich nichts mit dem Panther zu tun.

Hätten Teilnehmer das schwarze Phantom dabei zufällig gesichtet, hätten sie es erlegen dürfen. Der Panther tauchte jedoch nicht auf.

Unter den Jägern beurteilt man die Situation indes mit zwiespältigen Gefühlen. Hier will wohl niemand der Buhmann sein, der in die Situation gerät, den Panther töten zu müssen.

Auch, wenn von dem Tier keine vordergründige Gefährdung ausgehe - "was ist, wenn von Spaziergängern und Wanderern bei einer Zufallsbegegnung die Fluchtdistanz zu dem Tier unterschritten wird und es zu einem Angriff kommt?", fragt der Jäger Werner Taube. Er hält es zudem auch für wahrscheinlich, dass das Tier bereits weitergezogen ist. "Ein Panther", so Taube, "ist ein Tier, dass ein großes Streifgebiet hat und sich nicht irgendwo niederlässt."

Das Wild in den Wäldern zeigte jedenfalls kein auffälliges Verhalten, was darauf hindeute, das die Großkatze sich nicht mehr hier in der unmittelbaren Nähe aufhalten dürfte. Man will die Situation aber im Auge behalten.

Was halten Sie von der Abschussfreigabe für den Panther? Halten Sie diese trotz Artenschutzes für nötig oder sind Sie der Meinung, diese Maßnahme ist überzogen?

Meinung

Lasst die Katze leben!

Es ist gut, dass die Behörden aufgehört haben, den Panther, der zuletzt mehrfach im Ruwertal gesehen wurde, als Phantom abzutun. Denn natürlich stellt eine derart große Raubkatze eine potenzielle Gefahr dar. Zumal sie keine Scheu vor Menschen zu haben scheint: Als ich dem Tier vergangenen Mittwoch im Morscheider Wald begegnet bin, ist es nicht weggelaufen, sondern in geringer Entfernung ganz ruhig sitzen geblieben. Allerdings ohne dabei angriffslustig zu wirken. So sinnvoll es ist, dass die Behörden die Sache ernst nehmen, so berechtigt sind die Proteste gegen die Abschussgenehmigung, die das Land den Jägern nun erteilt hat. Denn das Tier ist nicht nur schön, wertvoll, selten und (bis vor kurzem) geschützt. Es hat zudem bisher noch niemandem etwas getan. Wenn es sich um den gleichen Panther handelt, der im Herbst 2009 in Belgien gesehen wurde, dann streift er schon seit rund einem Jahr durch die Region, ohne jemals einen Menschen angegriffen zu haben. Noch nicht einmal Schafe oder andere Haustiere scheint er gerissen zu haben. Sonst hätte sich nach dem Medienrummel der vergangenen Woche längst jemand gemeldet, der etwas Derartiges zu berichten hätte. Warum also die Holzhammermethode, wenn es doch realistische Alternativen gibt? Es gibt Profis, die sich anbieten, das Tier zu betäuben. Es gibt den Eifelpark Gondorf, der bereit ist, es aufzunehmen. Warum dann töten? Mag es auch ein paar Minuten dauern, bis so ein Panther betäubt ist - sehr viel gefährlicher als Jäger auf ihn loszulassen, die es sonst mit Hasen, Wildschweinen und Rehen zu tun haben, kann das wohl kaum sein. Fangt den Panther lebend! k.hammermann@volksfreund.de