Tierheimleiter Andreas Lindig muss gehen

Tierheimleiter Andreas Lindig muss gehen

Der Vorstand des Trierer Tierschutzvereins hat Tierheimleiter Andreas Lindig gekündigt. Mit Lindig verlässt der vierte von acht Mitarbeitern das Tierheim - zwei Tierpflegerinnen und die Sekretärin hatten aus eigenen Stücken nach dem Wechsel des Vereinsvorstandes im vorigen Sommer gekündigt.

Trier. (woc) 17 Jahre lang hat An dreas Lindig das Trierer Tierheim geleitet und aus schwierigen Zeiten heraus zu einer gutlaufenden, angesehenen Einrichtung entwickelt. Die Industrie- und Handelskammer machte das Tierheim sogar zur landesweiten Prüfstelle für die Ablegung von Gesellenprüfungen von Tierpflegern. Träger des Tierheims ist der Tierschutzverein Trier und Umgebung. Dessen seit vorigem Juni amtierender neuer Vorstand hat Lindig nun die Kündigung ausgesprochen. "Ein offizieller Grund dafür wurde mir nicht mitgeteilt", erklärte Lindig auf TV-Anfrage. "Es tut schon weh, dass ich das Trierer Tierheim nach 17 Jahren zurücklassen muss und nicht weiß, was aus ihm wird." Nach einer halbjährigen Kündigungsfrist hat Lindig seinen letzten Arbeitstag am 30. Juni.

"Zu den Gründen für die Kündigung wollen wir uns nicht äußern, weil es sich dabei um Vereinsinterna handelt", erklärt Anne Wasiak, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins. Der Betriebsrat des Tierschutzvereins wurde zu der Angelegenheit gehört, hat der Entlassung allerdings nicht zugestimmt. Jetzt muss das Arbeitsgericht über die Angelegenheit entscheiden.

Das Kündigungsschreiben hatte Lindig zwei Tage vor Weihnachten erhalten. In einem Gespräch mit dem TV ließ der kommissarisch berufene derzeitige zweite Vereinsvorsitzende Ralf Borkam vorige Woche die Kündigung unerwähnt. Der Verein wollte zuerst seine Mitglieder informieren, bevor die Angelegenheit öffentlich wird.

Von der ursprünglichen, achtköpfigen Mannschaft des Tierheims sind nach Lindigs Kündigung nur noch vier Mitarbeiter übrig: Eine Tierpflegerin hatte bereits im Herbst gekündigt, eine zweite und die langjährige Sekretärin in den vergangenen Wochen. Alle hatten angegeben, dass die Zusammenarbeit mit dem im Juni neu gewählten Vereinsvorstand schwierig sei (der TV berichtete). Eine neue Sekretärin und ein neuer Tierpfleger sind bereits eingestellt, eine weitere Tierpflegerin fängt am 18. Januar an.

Aber auch die Tierklinik in Trier-Feyen hat ihren Vertrag mit dem Tierheim zum 1. Februar gekündigt. "Mit den Damen, die jetzt im Vorstand sitzen, war die Zusammenarbeit schon immer schwierig", hatte Tierarzt und Klinik-Mitinhaber Henri Schanen die Entscheidung begründet. "Die ärztliche Versorgung der Tiere ab dem 1. Februar ist gesichert, wir werden mit einer Trierer Tierarztpraxis kooperieren", erklärt der kommissarische zweite Vereinsvorsitzende Ralf Borkam. Trotz der personellen Wechsel und Krankmeldungen gleich mehrerer Mitarbeiter laufe im Tierheim, das für die gesamte Region zuständig ist und zurzeit rund 200 Tiere beherbergt, "alles so gut es geht und in geordneten Bahnen", sagt Vereinsvorsitzende Anne Wasiak.

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