Tierliebe ins Gegenteil verkehrt

Zum Artikel "Schwänepfleger will Bleibefrist" (TV vom 23. Februar) schreibt dieser Leser:

Nun sind es bereits etwa 60 Höckerschwäne, welche in einer "selbstgezimmerten Pflegestation" auf dem Gelände der Castelnau-Kaserne in Trier-Feyen gehalten werden. So konnte man es dem TV-Artikel entnehmen. Falls es wie berichtet zutrifft, dass ganze Schwanen-Familienverbände, also nicht nur die kranken oder verletzten Tiere, sondern auch gesunde Schwäne gefangen und in der Einrichtung aufgenommen wurden, wird es Zeit, dass hier die zuständige Ordnungsbehörde nach Recht und Gesetz einschreitet. Es handelt sich doch um falsch verstandene Tierliebe, wenn gesunde Schwäne in diesem Provisorium eingepfercht werden. Auch die Tatsache, dass Schwäne, wie übrige Wildtiere auch, in strengen Winterhalbjahren weniger Futter entziehen - der selbsternannte Schwanenvater sollte akzeptieren, dass es sich hierbei um einen natürlichen Prozess der Bestandsregulierung handelt. Die Domestizierung, welche hier stattfindet, führt dazu, dass die Nähe zu den Menschen nicht mehr gescheut wird, beziehungsweise eine Auswilderung kaum noch möglich ist. Im Ergebnis werden von den Schwänen häufiger Neststandorte an wenig optimalen Stellen mit hohem Gefährdungspotential, etwa am Moselradweg, ausgewählt. Der Wunsch, den notleidenden Tieren zu helfen, verkehrt sich dann ins Gegenteil. Jobst Passmann, Trier

Tierschutz