Tierschützer schlagen Alarm: Zu viele Hunde auf engem Raum

Tierschützer schlagen Alarm: Zu viele Hunde auf engem Raum

Nach Aussage von Tierschützern sollen auf einem Hof in Schweich etwa 120 Hunde im Schmutz leben. Nun hat das Kreisveterinäramt eingegriffen. Doch eine Räumung des Hofes soll am Einspruch des Anwalts gescheitert sein, der den Hundezüchter vertritt.

Erst im Oktober machte der Zarenhof in der Eifel von sich reden. Bis zu 70 Hunde hausten dort ohne Betreuung in einer Tierpension, die Fernsehmoderatorin Sonja Zietlow verpachtet hatte. Jetzt gibt es einen weiteren, ähnlichen Fall bei Schweich. Ein Züchter versorge dort auf seinem Hof allein mit seiner Ehefrau etwa 120 Hunde, doch die hygienischen Zustände sollen alles andere als einwandfrei sein.

Schmutzig soll es auf dem Hof des Züchters bei Schweich aussehen, zu viele Hunde auf zu engem Raum: Seit Jahren erreichen den Tierschutzverein Trier und das Kreisveterinäramt Klagen von Kunden und Kaufinteressenten, die sich bei dem Betreiber für Hunde der Rasse Australian Shepherd interessiert haben.

Anwalt soll Abtransport der Hunde gestoppt haben

Nun wurden die Zustände offenbar so schlimm, dass das Kreisveterinäramt zur Tat schritt. Doch zur bereits organisierten Räumung des Hofes kam es nicht. Denn in letzter Minute soll der Anwalt den Abtransport der Hunde gestoppt haben.
Doch wie geht es weiter? Bleibt alles beim Alten?

Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, gibt dazu folgende Erklärung ab: „Alle notwendigen Maßnahmen sind in Bearbeitung. Wir sind in Kontakt mit dem Betreiber, was die einzelnen Schritte angeht.“ Mehr möchte das Kreisveterinäramt zu dem laufenden Fall nicht sagen, versichert aber, dass alle Tierpensionen – und als solche firmierte der Hof des Züchters früher – regelmäßig vom Kreisveterinäramt kontrolliert werden.

Dabei war für die Räumung schon alles vorbereitet. Das Amt in Trier hatte die Verbandsgemeindeverwaltung Schweich bereits um Amtshilfe gebeten, um erstmal 40 Hunde ins Tierheim nach Trier zu bringen.

„Die Feuerwehr war dafür eingeplant“, sagt Wolfgang Deutsch, Büroleiter der VG Schweich. Was für die Männer gar nicht so einfach sei. Schließlich könne man ja nicht einfach so zig Hunde auf eine Ladefläche stellen. Die Tiere müssten dafür ja zuerst in Hundeboxen verladen werden.

Auch Andreas Lindig, Leiter des Tierheims Trier, wartete vergeblich auf die australischen Schäferhunde. 40 Hunde auf einmal könne er natürlich nicht aufnehmen, sagt er, doch der Landesverband des Tierschutzbunds hatte bereits Kontakt zu anderen Tierheimen aufgenommen und die Weiterverteilung organisiert. Das alles liegt jetzt auf Eis.

Der Betreiber selbst bestreitet alle Vorwürfe. Die Informationen seien alle falsch. „Eine Räumung war nicht vorgesehen und ist nie vorgesehen gewesen.“ Von Seiten des Kreisveterinäramtes werde er regelmäßig kontrolliert wie andere auch.

Extra

Australian Shepherd: Der züchterische Ursprung der Rasse liegt trotz des Namens in Nordamerika. Die Rasse wurde nach den Schafen benannt, die sie hütete, und bekam so den irreführenden Namen „Australian Shepherd“.

Der Hund ist von mittlerer Größe. Er ist lebhaft, ausdauernd und ausgeglichen. Sein Fell ist von mittlerer Länge und die Färbung von großer Bandbreite: Sie reicht von schwarz über rot, grau meliert, rot meliert, jeweils mit oder ohne weißes/kupferfarbenes Abzeichen. Bei artgerechter Auslastung sind Australian Shepherds auch als Familienhunde geeignet. Er ist außerdem ein intelligenter und gelehriger Hund, der seinem Besitzer gefallen möchte. (vk)