TIERSCHUTZ

Zum Bericht "… und die Kamele traben weiter - Wildtiere im Zirkus bleiben in Trier erlaubt" über die Debatte in der jüngsten Sitzung des Trierer Stadtrats (TV vom 17. Dezember):

Die Petition des Tierschutzvereins Trier ist im Sand der Zirkusmanegen verlaufen, wo nun weiter Elefanten, Großkatzen, Bären und alle anderen Wildtiere auftreten müssen. Ich bin unglaublich enttäuscht über den Ausgang der Diskussion im Stadtrat. Da ging es um Schredderküken und Schlachttiere: Ja, auch darum kümmern sich Tierschützer, aber wer noch? Das Stubenküken, die Mastgans, das Spanferkel und das Kalbsfilet wird den meisten zu Weihnachten wieder sehr gut schmecken. Ihr Leid sieht und hört keiner, alles ist bestens abgeschottet. Zirkusleid sieht man, wenn auch nicht, dass die Tiere keinen Auslauf, stundenlange Transporte und möglicherweise sedierende Medikamente bekommen haben, um würdelose Darbietungen durchzustehen. In Freiheit würde kein Elefant Kopfstand machen, kein Löwe durch Feuerreifen springen und kein Affe im Tutu Dreirad fahren. Die stets erwähnten leuchtenden Kinderaugen kann man auch anders haben. Aber aus Kindern, die Tiere quälen, die deren Würde mit Füßen treten, die meinen, mit diesen Wesen könne der Mensch machen, was er will, werden oft (Schwer-)Kriminelle und überwinden die Hemmschwelle gegenüber Menschen ganz schnell. Hier liegt unser aller Verantwortung. Da heißt es: vorleben, Vorbild sein, die Kinder lehren, dass jedes Lebewesen Respekt und ein artgerechtes Leben verdient. Es geht um Würde und Verantwortung, Ethik und Moral. Die Ratsmitglieder bemühen lieber die Tradition: Es war ja schon immer so mit dem Zirkus. Für mich ist das Feigheit, Verantwortungslosigkeit, Wegsehen und Weghören im großen Stil. Es wäre ein Zeichen für eine moderne Stadt mit Ratsmitgliedern, denen das ehrliche Wohl der Kinder und der Tiere am Herzen liegt, Zirkusbetriebe mit Wildtieren nicht mehr zuzulassen, wie es bereits in vielen Städten Deutschlands und in Nachbarländern passiert ist. Mein Dank gilt allen, die bereit waren, diesen neuen Weg mit uns zu gehen, die kluge, anständige Argumente vorgebracht haben, die ihre Mandate für Recht und Gesetz, für Herz und Moral und für Mut zur Veränderung einsetzen. Sonja Müller, Trier, Vorsitzende Tierschutzverein Trier