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Todbringende Spinne in Aktion

Todbringende Spinne in Aktion

Die Theaterwerkstatt des Jugendkunstzentrums der Tuchfabrik Trier hat sich einem schweren Stoff gewidmet. Zusammen mit Kursleiterin Elke Reiter bringen die Jugendlichen die Novelle "Die schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf auf die Bühne.

Trier. Der kleine Saal der Tuchfabrik (Tufa) Trier ist zu drei Vierteln besetzt. Richtig eng droht es auf der Bühne zu werden. Dort tummeln sich zeitweise 17 Akteure. Die 13- bis 18-jährigen Mitglieder der Theaterwerkstatt des Jugendkunstzentrums der Tufa zeigen das Stück "Die schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf.
Die Kulisse mutet minimalistisch an: ein paar Stellwände, wenige daran befestigte Bilder, einige Pappkartons. Der Verzicht auf bombastische Effekte jeglicher Art hat zur Folge, dass die Schauspielenden als die tragenden Säulen der Dramaturgie überzeugen müssen. Diese Aufgabe bewältigen die Schüler aus Trier und Umgebung auf ihre jeweils individuelle, charakteristische und sympathische Art: mal ausdrucksstark, mal eher verhalten und subtil.
Die Novelle des Schweizer Schriftstellers von 1842 beginnt mit einer Tauffeier auf einem Bauernhof - bis den Gästen ein schwarzer Fensterpfosten auffällt. Das Gebäude birgt ein dunkles Geheimnis. Vom herrschenden Ritter zu unerfüllbaren Frondiensten gezwungen, haben die Vorfahren einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Der erfüllt seinen Part, erhält aber nicht die abgesprochene Gegenleistung: ein ungetauftes Neugeborenes. Der Rachefeldzug lässt nicht lange auf sich warten. Die todbringende schwarze Spinne tritt in Aktion.
Ensemblemitglied Karlotta Krist, 15, ist fasziniert von der Psychologie, die hinter den agierenden Personen steckt. "Das erlebe ich, wenn auch in anderen Zusammenhängen, doch auch im Alltag. Ich könnte mir gut vorstellen, Schauspielerin zu werden." Kollegin Fiona Doffing hat vor jeder Aufführung einen "Riesenbammel" und ist hinterher doch jedes Mal traurig, wenn es schon wieder vorbei ist.
Der wohl jüngste Zuschauer des Abends, der zwölfjährige Leon Jakobs aus Pluwig, gibt zu: "Ich glaube, ich habe den Sinn nicht ganz verstanden, aber es hat mich emotional berührt, und die Geschichte ist gut erzählt."
Die nächste Aufführung ist am Mittwoch, 16. Juli, 19 Uhr.