Toter Hund im Kaiserhammer Weiher: Musste der Beagle qualvoll sterben?

Toter Hund im Kaiserhammer Weiher: Musste der Beagle qualvoll sterben?

Ein toter Hund im Kaiserhammer Weiher bei Trier-Quint gibt Anlass zu Spekulationen. Wurde das Tier ertränkt, nachdem man ihm Gewichte umgebunden hatte? Oder wurde es nach seinem Tod im Gewässer „entsorgt“? Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.

Diese Gegenstände trug der Hund laut Polizei um den Hals: ein abgeschnittenes Jeanshosenbein (links oben), eine schwarze Kunststoff-Hundeleine, an der zwei Stoff-Einkaufstaschen von Edeka befestigt waren, ein rotes Kunststoffhalsband, eine Metallkette und ein schwarzer Kabelbinder. Foto: Polizei

Der Hund, der tot am Ufer des Kaiserhammer Weihers liegt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Beagle. 100-prozentig kann man es nicht sagen, sein Körper ist aufgeschwemmt. Das Tier soll schon seit einer Woche dort liegen, im Abflussbereich des Weihers. Das ist am entgegengesetzten Ende des Parkplatzes an der L.46, der gerne als Ausgangspunkt für Wanderungen im Meulenwald genutzt wird.

Am Dienstagmorgen sind auch zwei Polizisten vor Ort. Mehrere Passanten hatten die zuständige Dienststelle in Schweich auf den toten Hund aufmerksam gemacht.

Auch in der Facebook-Gruppe "Vermisste Tiere Trier & Umgebung" macht der Fund die Runde. Innerhalb kurzer Zeit werden mehr als 140 Kommentare abgesetzt. Man ist entsetzt. "Warum muss das arme Tier so lange herumliegen, bis jemand reagiert?", fragt Anne Reichert, selbst Hundebesitzerin. Auch ist im Netz die Rede davon, dass der Hund mit Gewichten beschwert und dann im Weiher ertränkt worden sei.

In der Tat spricht einiges für diese These. Denn neben einer Metallkette hat jemand dem Tier weitere Bänder um den Hals gebunden (siehe Bild). Etwa einen Kabelbinder, wie man ihn zum Verschnüren von Gegenständen verwendet. Auch Reste von einer Stofftasche, wie sie viele Einkaufsmärkte anbieten, sind am Kadaver zu erkennen. Hat wirklich jemand Steine oder andere Gewichte dort hineingepackt, damit der Hund jämmerlich ersäuft?

"Da schwillt einem doch der Kamm"

"Da schwillt einem doch der Kamm, das ist unfassbar", postet eine Hundebesitzerin auf Facebook. Der Beagle ist eine beliebte Hunderasse, er gilt als sanftmütig und intelligent. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Hund getötet wurde. "Es kann natürlich auch sein, dass er schon tot war und der Besitzer ihn im Weiher entsorgen wollte", sagt Joachim Hagen von der Polizei Schweich im Gespräch mit dem TV.

Um das weitere Vorgehen abzustimmen, hat sich Hagen am Dienstagmittag mit der Staatsanwaltschaft Trier in Verbindung gesetzt. Die hat inzwischen verfügt, dass der Hund im Landesuntersuchungsamt in Koblenz untersucht werden soll. Auch das Veterinäramt der Kreisverwaltung ist nach Auskunft der Polizei Schweich eingeschaltet. Die entscheidende Frage ist, ob es sich in dem vorliegenden Fall um eine Ordnungswidrigkeit oder um eine Straftat handelt. Die Beseitigung eines toten Tieres im öffentlich zugänglichen Bereich wird mit einem Bußgeld geahndet.

Hat das Tier noch gelebt, liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor: Tierquälerei der übelsten Sorte. Falls der Beagle einen Chip unter der Haut trägt, könnte die Identität des Halters schnell ermittelt werden. Ansonsten hofft die Polizei darauf, dass Hinweise von Bürgern Licht ins Dunkel bringen.

Die Polizei fragt: Gibt es Zeugen, die jemandem mit einem Beagle am Kaiserhammer Weiher gesehen haben? Der Vorfall könnte sich am Mittwoch vergangener Woche ereignet haben. Wer kann Hinweise zu den gefundenen Gegenständen geben? Hinweise an die Polizei Schweich, Telefon 06502/91570.