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Tradition an Ostern: Männer-Rauschen in Ruwer-Maximin für den guten Zweck

Brauchtum : Männer-Rauschen in Ruwer-Maximin für den guten Zweck

Wie eine Gruppe aus dem Trierer Stadtteil Ruwer an eine große Tradition anknüpft und dabei die stolze Summe von rund 1000 Euro für die Tafel sammelt.

Die Tradition an Karfreitag und dem Samstag vor Ostern hat viele Bezeichnungen: Rappeln, Ratschen, Klappern bis hin zum Rauschen. All das ersetzte auch in diesem Jahr die schweigenden Kirchenglocken in der Karwoche vor Ostern. Erstmals im Jahr 2019 hat sich in Trier eine Erwachsenen-Truppe in Ermangelung junger Rausche-Kinder oder Jugendlicher zusammengefunden, um in Ruwer-Maximin diese Tradition aufrechtzuerhalten.

Ruwer-Maximin und Ruwer-Paulin waren bis 1930 zwei getrennte Ortsteile. Der Fluss Ruwer mitten durch den Ort bildete dabei die Grenze. Links der Ruwer der weitaus kleinere Ortsteil Maximin, rechts Paulin. An diese alte Grenze anknüpfend dürfen heute auch nur Ruwer-Maximiner oder ehemals dort wohnhafte Bürger beim Rauschen in Maximin teilnehmen. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause griff die neunköpfige Truppe nun wieder beherzt zur Klapper und kündigte Tages- und Gebetszeiten an – frühmorgens, mittags, abends.

Neben der Tradition des Rauschens ist den Protagonisten aber auch ein weiterer Aspekt sehr wichtig: Im Anschluss an die Aktion gingen sie wieder von Haus zu Haus, um sich den wohlverdienten Lohn der Mühen abzuholen. Die Geldspenden, die für diese beispielhafte Aktion zusammenkamen, dienen erneut der guten Sache. Die stolze Summe von rund 1000 Euro soll in diesem Jahr der Trierer Tafel zugutekommen.

Die Trennung aus vergangenen Zeiten besteht in Ruwer nur noch beim Rauschen. Die Grenzen von einst sind heute fließend, und Maximiner und Pauliner vertragen sich prächtig - das versichern alle Beteiligten der Aktion.