Träume aus dem Morgenland

TRIER. In eine orientalische Welt voller Musik und Glanz entführten "Salomes Schwestern" die Zuschauer im "Café Bley". Mit goldenen Pailletten und bunten Schleiern nahm das Tanzensemble sein Publikum zu einer Entdeckungstour in das Morgenland mit.

Schwere rote Samtvorhänge, dunkles Holz und gedämpftes Licht sorgen für die passende Atmosphäre im nostalgischen "Café Bley" und lassen das Publikum in eine noch nicht ganz vergessene Welt der Kaffeehauskunst eintauchen. Mit sanfter, aber bestimmter Stimme rezitiert Ehle Geulen mittelalterliche persische Gedichte, die von einer Reise in Gefilde erzählen, in denen sich alles im Tanz vergessen lässt. Schönheiten aus Tausendundeiner Nacht

Zum Rhythmus orientalischer Trommeln tanzen "Salomes Schwestern" (Alice Andersson, Trixy Mehlinger und Alexandra Dietze) den "Raqs Sharqi" (Tanz des Ostens). Sie zeigen mit ihren Tänzen die weibliche Schönheit dieser fremden Kultur. "Ich finde es interessant, dass die Tänze so sehr im Gegensatz zum orientalischen Frauenbild stehen", stellt Zuschauerin Ulrike Hetkamp fest. In traditionellen ägyptischen Gewändern, denen teilweise ein zeitgenössischer Touch verliehen wurde, wirken die Tänzerinnen, die auf Zehenspitzen über das Parkett wirbeln, wie Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht. So auch Stephanie Dietze, die den orientalischen Nachmittag mit einem Soloauftritt bereichert.Ensemble besteht seit 1993

Die Mitglieder der seit 1993 bestehenden Formation "Salomes Schwestern" haben eine besondere Verbindung zum Dreikönigshaus. "Es ist ein inspirierender Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann", sagt Alice Andersson. Vor allem das Ambiente passe sehr gut zum orientalischen Tanz. Auch Alexandra Dietze hat eine persönliche Verbindung zum Café und erinnert sich gern an schöne Stunden zurück, die sie dort verbracht hat. "Salomes Schwestern" überzeugen an diesem Abend mit einem Auftritt voller Abwechslungen: Behrooz Jacobzadeh und Anna Nolina singen ein persisches Lied der Liebe. Die Rhythmen der virtuosen Trommler Dimitri Dupont, Lokman Sagir und Mortessa Massakordi erinnern an Derwische, die sich in Ekstase tanzen. Säbeltanz und Santur-Klänge

Am Santur, einer Art persischem Hackbrett, begleitet Mansour Sadeghi die Darsteller. Auch die Geschichte wurde nicht vergessen. Mit Balletttänzerin Marina Idaczyk stellt Andersson die Konfrontation der orientalischen und westlichen Kultur parodistisch dar. Die damalige Angst vor den osmanischen Frauen unterstreichen Elke Bauer, Gabi Dudenhöfer und Sonja Sisk mit einem orientalischen Säbeltanz. Wer sich in einen orientalischen Traum wiegen lassen will, hat dazu am Sonntag, 25. März, ab 17 Uhr im "Café Bley"/Dreikönigshaus Trier die nächste Gelegenheit. Karten sind im Vorverkauf in der Drogerie Jacobi zum Preis von 18 Euro erhältlich. Ermäßigt kostet der Eintritt 15 Euro.