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Traktorfahrer muss Schaden voll übernehmen

Traktorfahrer muss Schaden voll übernehmen

Die Erste Zivilkammer des Landgerichts Trier hat in einem Berufungsverfahren (Urteil vom 4. August 2015) entschieden, dass ein Traktorfahrer dazu verpflichtet ist, einem Busunternehmen den kompletten Schaden zu ersetzen. In dem Fall war der Traktor auf einen schon seit zehn bis 15 Sekunden auf der Fahrbahn stehenden Omnibus aufgefahren.


Der beschädigte Bus war zunächst aus einer anderen Straße auf eine Bundesstraße eingebogen und hatte dort angehalten. Der Fahrer unterhielt sich mit einem anderen Busfahrer, der mit seinem Fahrzeug am gegenüberliegenden Fahrbahnrand stand. Der Traktorfahrer befuhr zeitgleich die Bundesstraße in Fahrtrichtung des abbiegenden Busses mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 30 Kilometern pro Stunde und fuhr auf diesen auf.
Die Erste Zivilkammer hat das Verschulden des Traktorfahrers aufgrund der langen Haltezeit des Busses, der für den Traktorfahrer gut einsehbaren Straße und der Ausmaße des Busses als derart maßgeblich angesehen, dass der Traktorfahrer sowie seine Haftpflichtversicherung den Schaden am Bus vollständig ersetzen müssen. Demgegenüber lag aus Sicht der Kammer kein Verschulden des Busfahrers vor. Ein Anhalten sei zulässig gewesen. Es habe auch keine Verpflichtung bestanden, die Warnblinkanlage einzuschalten. Der Bus habe keine anderen Verkehrsteilnehmer durch sein Halten gefährdet, da er für jeden aufmerksamen Verkehrsteilnehmer gut erkennbar gewesen sei. Das Urteil ist rechtskräftig. red