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Traum aus Tausendundeiner Nacht

Traum aus Tausendundeiner Nacht

TRIER. Rote Samtvorhänge, goldene Tapeten und dunkle Hölzer versprühen opulentes Orient-Flair. Dekorieren für ihre Show mussten "Salomes Schwestern" im Café Bley nicht viel.

Das Ensemble fand im traditionsreichen Dreikönigenhaus ein Ambiente vor, wie es für ein "Orientalisches Tanzcafé" passender nicht sein kann, und verzauberte das Publikum mit dem gleichnamigen neuen Programm. Betörende Farben, prachtvolle, mit Pailletten, Perlen und mit Schmucksteinen reich bestickte, schillernde Gewänder, fließende Stoffe und transparente Schleier - wie orientalische Prinzessinnen, die geradewegs den Märchen aus Tausendundeiner Nacht entstiegen zu sein scheinen, schweben "Salomes Schwestern" (Alice Andersson, Alexandra Dietze, Trixy Mehlinger) und ihre Schülerinnenleichtfüßig die Treppe mit dem dicken roten Teppich hinunter. Zimbeln klingeln und Trommeln fordern mit treibenden Rhythmen zum Tanz. Fast meint man, es lägen Düfte von Jasmin, Orangenblüten, Rosenwasser und Amber in der Luft. "Ersehnst Du Dir des Paradieses Garten?", rezitiert Melanie Weyand ein Poem des persischen Dichters Hafez, der die Liebe, den Wein und die Schönheit preist. Die elf Schönheiten aus dem Morgenland machen daraus einen Seufzer, ein Gefühl, Poesie, die sie tanzen können. Anmut und Eleganz paaren sich mit unglaublicher Körperbeherrschung, Stolz und Charme. Kaffeehaus-Atmosphäre verbreiten die persischen Lieder, die der gebürtige Iraner Ehsan Ghandehari - unterstützt von Trommler Lokman Sagir - singt und auf seiner Oud, einer arabischen Laute, spielt. Zu Chansons, die in den Tanzcafés Ägyptens der 30er-Jahre gespielt wurden, verstehen es die Tänzerinnen in immer neuen Bildern und Bewegungen, mehr als einen Hauch von Orient ins nostalgische Café Bley zu zaubern. Auch die Bollywood-Choreografie, die Sonja Sisk und Gabi Dudenhöfer als indische, Sternenstaub streuende Prinzessinnen zum Titel "Meri maa boli punjabi" zeigen, verzückt das Publikum, das dem traumhaften Programm begeisterte Beifallsbekundungen zollt. Dass orientalischer Tanz mehr als ein touristisch verfremdetes Bauchtanz-Konstrukt ist, machten die Tanz-Schwestern schnell deutlich. Alle Choreografien haben die Salome-Begründerinnen Alice "Aliza" Andersson und Alexandra Dietze selbst geschrieben. Traditionelle Schritt- und Bewegungsfolgen kombinieren sie mit modernen Elementen und viel Improvisation, um den Orientalischen Tanz zu einer Kunstform zu machen, bei der Körper, Seele und Geist eine Verbindung eingehen. In die Show "Orientalisches Tanzcafé" haben sie viel Zeit und intensives Training investiert, sich mit den drei ausverkauften Vorstellungen im Dreikönigenhaus aber auch einen lange gehegten Traum erfüllt. "Diese Musik und der Tanz rühren mein Herz an", sagt Alexandra Dietze. Und ein großes Stück von diesem Gefühl haben "Salomes Schwestern" mit ihrem Auftritt den Zuschauern geschenkt und sie dem Paradies ein Stück näher gebracht.