Treibhaus in Trier

TRIER. Um über den globalen Klimawandel zu informieren und eine Änderung des Kyoto-Protokolls zu erreichen, tourt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) mit einem Treibhaus durch Deutschland. Am Mittwoch machte er in Trier Station.

Ein zwölf Quadratmeter großes Treibhaus vor der Porta? So mancher Passant dürfte sich darüber gewundert haben. Werden in der Innenstadt Tomaten gezüchtet? Mitnichten. Der BUND besuchte Trier auf seiner Klima-Tour durch 27 deutsche Städte. Stefan Euen ist einer der BUND-Aktivisten. Er erklärt den Hintergrund der Aktion: "Wir wollen unsere Politiker davon überzeugen, sich stärker für den Klimaschutz einzusetzen." Dazu werden am BUND-Stand Passanten mit Schildern fotografiert, auf denen Botschaften stehen wie: "Meine Stimme nur für Klimaschützer". "Die Passanten können sich ein Schild aussuchen oder selbst eines entwerfen", erläutert Euen. Fotografiert wird vor lokalen Sehenswürdigkeiten, in Trier natürlich vor der Porta. Die gesammelten Fotos sollen bei der Weltklimakonferenz in Montreal (Kanada) ausgestellt werden, um Politiker an ihre Verantwortung zu erinnern. Bis dahin wird gesammelt - nicht nur in Deutschland. Denn das Projekt ist Teil einer europaweiten Kampagne der "friends of the earth Europe". Ziel ist es, das Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz weiter zu entwickeln und dessen Regeln verbindlicher zu machen. Euen erklärt: "Deutschland und Europa sollen sich gegen die USA durchsetzen." Um dieses Anliegen zu unterstützen, haben sich in Trier etwa 60 bis 80 Personen fotografieren lassen, schätzt Euen. Das sei auch ungefähr der Durchschnitt in den anderen Städten. "Die Leute sind interessiert," freut er sich über rege Resonanz der Trierer. Zusätzlich zur Aktion gab es im Treibhaus neben großer Hitze auch viele Informationen zum Klimawandel. Auf einer Weltkarte sind beispielhaft einige Folgen markiert, so etwa die Gletscherschmelze in den Alpen. Die Aktivisten diskutierten mit Interessierten und erklärten ihnen Ursachen und Folgen des Klimawandels. Außerdem gaben sie ihnen Tipps, wie jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann: durch die Nutzung von Fahrrad und Bahn oder durch Energie sparendes Verhalten. Viele wüssten auch schon erstaunlich gut Bescheid, erzählt Euen. Außerdem zeigte er Beispiele für Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland auf, so den heißen Sommer 2003 und die Weinsorte "Müller-Thurgau", deren Reben wegen zu hoher Temperaturen eingehen. Sein Trierer "Kollege" Stefan Werland erläuterte die Folgen in der Region: So hingen die starken Niederschläge im vergangenen Monat oder "die Verschärfung des Reizwetters in Trier", verursacht durch die Lage im Talkessel, vermutlich mit dem Klimawandel zusammen. Weitere Infos zur Klimatour gibt es im Internet unter www.bund.net/klimatour. Dort sind auch die Fotos aus Trier zu sehen.