Treppe blockiert

TRIER-KÜRENZ. (LH) Die großen kommunalpolitischen Themen standen diesmal nicht auf der Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung in Kürenz. Dafür beschäftigte sich das Gremium mit etlichen kleinen, nicht weniger wichtigen Anliegen.

Knapp dagegen ist auch abgelehnt: Mit sechs Nein-Stimmen bei fünfmal "Ja" stimmte der Ortsbeirat Kürenz in seiner jüngsten Sitzung im Gasthaus "Fischer" gegen die erneute öffentliche Auslegung des städtischen Bebauungsplanes "BU 17 Petrisberg Belvedere-Nord". Größeren Diskussionsbedarf verspürten die Ratsmitglieder bei diesem Thema nicht, trotz wiederholter Rückfrage von Ortsvorsteher Karl Lübeck (UBM). Der Ortsbeirat verfolge eine "klare Linie", erläuterte Lübeck. Man sei nicht "grundsätzlich" gegen das Projekt. Falsch sei es jedoch, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Lübeck deutlicher: Zunächst sei die Stadt gefordert, die allseits bekannten Verkehrsprobleme in Kürenz (der TV berichtete mehrfach) zumindest anzugehen, besser noch zu lösen. Die fünf Befürworter der mittlerweile diskutierten dritten Offenlegung (der Bebauungsplan enthält unter anderem ein neues Wohngebiet im Bereich Petrisberg) hingegen machten deutlich, wie wichtig ihnen ein neues Baugebiet "hier oben" sei. Würde die Chance nicht genutzt, laufe Kürenz Gefahr, dass dieses Baugebiet anderswo entstehen könnte, möglicherweise sogar außerhalb der eigenen Grenzen, nur um die Nachfrage zu befriedigen. Ob Gegner oder Befürworter: Die unterschiedliche Sichtweise vermochte die konstruktive Zusammenarbeit der Fraktionen von UBM, CDU, SPD und WLK nicht zu spalten, denn auch die weiteren Beratungspunkte wurden ebenso sachlich und in einer freundschaftlichen Atmosphäre behandelt. An "Verbesserungsvorschlägen für Beschilderungen in Kürenz" mangelte es dem Ortsbeirat nicht. Dabei wurden amtliche Verkehrszeichen wie die 30-Kilometer-Begrenzung "Am Weidengraben" unter die Lupe genommen sowie Straßennamensschilder, deren Aufstellorte verbesserungs- oder zumindest ergänzungswürdig seien. "Soterstraße", "Am Schlosspark", "Am Grüneberg" seien Bereiche, in denen in der Straßennamens-Beschilderung unbedingt etwas getan werden müsse, befand der Ortsbeirat einstimmig. Einig waren sich die Kommunalvertreter ferner darüber, dass Raser oder Verkehrsrowdys durch noch mehr Verkehrszeichen nicht umzuerziehen seien.Kosten von 20 000 Euro

Den Antrag der Kindertagesstätte St. Bonifatius für einen weiteren Zuschuss zur Anschaffung von Puppenmöbeln (je 800 Euro für drei Gruppen) stellte der Ortsbeirat zurück. Grund: Die Mittel aus dem Ortsteilbudget sind bereits wie folgt verplant: Sanierung Turnhalle 3000 Euro, Spielplätze 7000 Euro, Erneuerung Treppenaufgang Soterstraße 20 000 Euro. Doch möglicherweise ergibt sich zu einem späteren Zeitpunkt doch noch eine Fördermöglichkeit. Am zentralen Dreck-Weg-Tag will man sich diesmal nicht beteiligen, beschloss der Ortsbeirat einstimmig. Vielmehr wird beabsichtigt, eine eigene Aktion für Kürenz zu organisieren. Derartiges mache nämlich nur Sinn, wenn sich viele beteiligten.

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