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Trier am Wochenende: Corona, Klimakrise und viel Protest

Demonstrationen : Trier am Wochenende: Corona, Klimakrise und viel Protest

Mehrere Kundgebungen und Gegenkundgebungen in Trier haben am Wochenende die Polizei in Trier beschäftigt. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam dabei eine Aktion, die nichts mit Corona zu tun hatte.

Die Polizei in Trier hatte am Wochenende reichlich zu tun. Das lag weniger an den üblichen Verkehrsunfällen, die sich im Rahmen hielten. Es waren drei angemeldete Kundgebungen am Samstag und Sonntag, die mehrere Dutzend Einsatzkräfte in Atem hielten. 

Nichts mit Corona zu tun hatte die Aktion der Umweltgruppe „Extinction Rebellion“. Deren Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich – zum völligen Unverständnis nicht weniger Autofahrer – am Samstagmittag an verschiedenen Orten in Trier auf die Straße gesetzt und so den Verkehr gestoppt. Damit drückten sie ihre Angst vor der Klimakrise aus. Die nicht angemeldete Aktion unter dem Namen „Rebellion of One“ (Rebellion der Einzelnen) fand zeitgleich weltweit statt.

„Ich sitze hier, weil ich Angst habe wegen der Klimakrise. Ich habe Angst vor dem Leiden, was durch die Erderwärmung auf uns zukommt: Hitze – Dürre – Überschwemmungen – Naturkatastrophen – Pandemien. Es drohen Wassermangel – Nahrungsknappheit – Hunger – Flucht – Kriege“, hieß es in der persönlichen Erklärung von Jana Prodius, einer der Aktivistinnen von Extinction Rebellion Trier.

Rund 20 Minuten dauerte ihre Blockade auf dem Fußgängerüberweg vor der Sparkasse an der Stresemannstraße, dann verließ die Aktivistin nach Aufforderung durch die eingetroffene Polizei die Straße. Zu dem Zeitpunkt hatte sich bereits ein Stau bis an die Südallee gebildet.

Laut Einsatzleitung habe es sich um eine Einzelkundgebung und nicht um eine anzumeldende Versammlung gehandelt. Ob der Aktivistin nun rechtliche Konsequenzen drohen, wird nach Angaben der Beamten Sache der Staatsanwaltschaft und gegebenenfalls eines Gerichts sein.

Mehr Fotos zu der Aktion finden Sie hier

 An einem Autokorso des „Teams Freiheit“ in Trier nehmen am Samstag 54 Fahrzeuge teil.
An einem Autokorso des „Teams Freiheit“ in Trier nehmen am Samstag 54 Fahrzeuge teil. Foto: TV/Wilfried Hoffmann

Ebenfalls Erregepotenzial hatte der Auto-Korso, zu dem das „Team Freiheit Trier“ als Protest gegen die Corona-Beschränkungen aufgerufen hatte. Statt der erwarteten 100 Teilnehmer hatten sich am Samstag nur 54 Autofahrer zusammengefunden. Um 16 Uhr setzten sie sich aus Trier-Euren in Bewegung, um über die Konrad-Adenauer-Brücke, den Alleenring, Trier-Nord und entlang des Moselufers wieder zurück zum Startort zu fahren. Die 54 Autos wurden dabei von der Polizei begleitet. Im Bereich der Kreuzung Südallee/Saarstraße versuchte eine Gruppe von Fahrradfahrern, die Auto-Kolonne zu blockieren, was jedoch von der Polizei verhindert wurde. Dabei ging es durchaus ruppig zu. Zehn Personen erhielten einen Platzverweis. Ihre Personalien wurden festgestellt. Gegen 17.30 Uhr war die Veranstaltung beendet.

Mehr Fotos und ein Video zum Autokorso finden Sie hier

 Die kürzlich gegründete ZeroCovid Ortsgruppe Trier hat zu einer Kundgebung auf dem Trierer Hauptmarkt aufgerufen.
Die kürzlich gegründete ZeroCovid Ortsgruppe Trier hat zu einer Kundgebung auf dem Trierer Hauptmarkt aufgerufen. Foto: TV/Friedhelm Knopp

Ruhig verlaufen ist hingegen die Demo-Premiere der neu gegründete Trierer Ortsgruppe der linken ZeroCovid-Bewegung auf dem Hauptmarkt. Die Forderung der Gruppe: Eine Garantie jeden Arbeitsplatzes, hundertprozentige Lohnfortzahlung, massive Aufstockung des Personals im Gesundheitswesen und Unterstützung aller, die die Krise besonders hart trifft. Außerdem wird die „kritische Auseinandersetzung mit dem kapitalistischen System und den daraus resultierenden Folgen in Bezug auf die Corona-Pandemie“ gefordert. Rund 25 Personen nahmen an der Kundgebung teil. Mehr Fotos dazu finden Sie hier

 Zur Demonstration „Team Freiheit Trier“ auf dem Viehmarkt haben sich einige Teilnehmer zusätzlich maskiert. 
Zur Demonstration „Team Freiheit Trier“ auf dem Viehmarkt haben sich einige Teilnehmer zusätzlich maskiert.  Foto: Hans Krämer

Keine größeren Beanstandungen gab es vonseiten der Polizei auch bei zwei Demonstrationen mit anschließenden Aufzügen am Sonntag. Eine Gruppe von 150 Menschen demonstrierte ab 14 Uhr gegen die aus ihrer Sicht zu einschränkenden Bestimmungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Sie starteten mit einer Kundgebung auf dem Viehmarktplatz und zogen in einem Demonstrationsaufzug etwa zweieinhalb Kilometer durch die Innenstadt. Zurück auf dem Viehmarktplatz hielten sie eine Abschlusskundgebung. Parallel dazu hatte eine Gruppe von bis zu 100 Gegendemonstranten auf dem Platz Stellung bezogen. Sie folgten dem Protestzug der „Corona-Rebellen“.

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Während der Demonstrationen sorgte die Polizei für Abstand der Meinungsgegner und begleitete die Aufzüge. „Ich bedanke mich bei den Teilnehmenden beider Demonstrationen für ihre Disziplin und das Einhalten der Absprachen aus den Kooperationsgesprächen“, lobte der Einsatzleiter der Polizei, Polizeidirektor Ralf Krämer, die Demonstrierenden beider Lager.