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Trier: Amsel nistet zwischen Rosensträuchern in Baumarkt

Tierischer Fund : „Sie soll ihre Ruhe haben“: Amsel nistet zwischen Rosensträuchern in Trierer Baumarkt

Diesen Fund hatte der Kunde wohl nicht erwartet, als er in den Außenbereich eines Trierer Baumarkts ging. Versteckt zwischen Rosenstämmchen nistet dort eine Amselfamilie. Wie die Baumarkt-Mitarbeiter damit umgehen und warum sie sich gar nicht darüber wundern.

In einem Baumarkt in Trier lebt ein besonderer Gast: Eine Amsel fühlt sich dort so wohl, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes eingenistet hat. Nun sind ihre Küken geschlüpft und schreien nach Futter - und ziehen so nicht nur die Aufmerksamkeit ihrer Eltern auf sich.

„Zwischen Rosentöpfen versteckt im Baumarkt entdeckt“, schreibt der Trierer Künstler und TV-Karikaturist Roland Grundheber zu dem Video, das er öffentlich in seinem Facebookprofil gepostet hat. Das Video zeigt einen Gang durch das Freigelände eines Baumarkts. Die Kamera fährt durch viel Grün. Dabei hört man lautes Zwitschern.

<aside class="park-embed-html"> <div id="fb-root"></div> <script async="1" defer="1" crossorigin="anonymous" src="https://connect.facebook.net/de_DE/sdk.js#xfbml=1&amp;version=v14.0" nonce="MZrQhluH"></script><div class="fb-video" data-href="https://www.facebook.com/grundheber/videos/305123601815452"><blockquote cite="https://www.facebook.com/grundheber/videos/305123601815452/" class="fb-xfbml-parse-ignore"><a href="https://www.facebook.com/grundheber/videos/305123601815452/"></a><p>Zwischen Rosentöpfen versteckt im Baumarkt entdeckt!</p>Posted by <a href="https://www.facebook.com/grundheber">Roland Grundheber</a> on Thursday, May 5, 2022</blockquote></div> </aside>
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Als die Kamera zwischen Rosentöpfen auf einem der Pflanzwagen anhält, lässt sich erkennen, woher das Vogelzwitschern kommt: Eine Amsel hat sich in einem der Töpfe ein Nest gebaut, Eier gelegt, gebrütet - und nun sind die Küken geschlüpft.

Die Amsel ist nicht die erste, die im Trierer Baumarkt brütet

„Das ist für uns nicht ungewöhnlich“, freut sich Julia Diemer, Verkäuferin im Gartenbereich des Globus-Baumarkts in Trier auf unsere Nachfrage. Im Außenbereich herrsche „reger Flugverkehr“, schildert sie: Rotkehlchen, Kohlmeisen und auch Amseln fühlen sich dort wohl sagt sie: „Sie planschen in den Vogelbädern und fangen Würmchen, die aus den Töpfen fallen. Das ist immer ein Bild für die Götter.“

Im vergangenen Jahr habe schon einmal eine Amsel im Außenbereich des Baumarkts ihr Nest gebaut und versucht, Junge großzuziehen. „Es hat leider nur eines von ihnen geschafft“, sagt Diemer. Ob die Amsel bei der Aufzucht durch Baumarkt-Kunden gestört worden ist oder ob eine Krähe die anderen geholt hat, kann sie nicht sagen.

Alle Jungamseln sollen dieses Jahr durchkommen

Dieses mal möchte das Verkaufsteam im Baumarkt besonders gut aufpassen. „Die Amsel soll ihre Ruhe haben“, sagt Diemer weiter. Deshalb verzichte man auf Maßnahmen wie ein Absperrband und besondere Hinweisschilder: „Das würde die Aufmerksamkeit der Kunden noch stärker auf das Nest ziehen“, befürchtet sie. Wird die Amsel gestört, könne es schließlich sein, dass sie nicht mehr in ihr Nest zurückkehrt. Dann müssten die Jungtiere verhungern.

Vier Schnäbel zählt Diemer. Aber es könnten auch fünf oder sechs Küken sein. So genau könne man das nicht erkennen, wenn die Kleinen noch versteckt sind. Vergangene Woche seien sie geschlüpft, sagt sie. Ein bisschen Flaum haben sie schon, ansonsten seien sie fast noch nackt. Bis zu einem guten Monat könne es dauern, bis Amselkinder selbständig sind.

Woher kommen Vogelnester im Baumarkt?

Auch andere Vögel brüten im Baumarkt, weiß Diemer. So habe sie schon beobachtet, wie Bachstelzen zwischen Paletten nisten, Meistens sind diese schwer erreichbar und werden kaum bewegt. Damit sind es eigentlich gute Voraussetzungen für die Vögel und ihren Nachwuchs. „Das ist immer etwas heikel, wenn dann doch Kunden dazwischen schauen, um etwas zu suchen und die Vögel dann gestört werden“, erklärt Diemer.

Auch bei neuen Lieferungen habe sie immer mal wieder Nester gefunden: „Die waren aber immer verlassen“, sagt sie. Ihre Vermutung: Je nachdem, wo die Pflanzwagen bei den Lieferanten vorher standen, haben sich Vögel die Töpfe als Standort für ihr Nest ausgesucht, konnten dann aber nicht darin brüten.

Beim Trierer Amselnest will man nun besonders darauf achten, dass die Küken flügge werden. Der Pflanzwagen werde solange nicht bewegt, so Diemer weiter. Auch hofft sie, dass die Pflanzen für Kunden noch nicht so interessant sind, solange sie noch keine Blüten haben. Und sie bittet, dass Menschen nicht extra nach dem Nest suchen, damit der Amselnachwuchs ungestört bleibt.