Trier: Beirat der Menschen mit Behinderung lädt ein zur Diskussion

Soziales : Angleichen statt selektieren

Der Beirat der Menschen mit Behinderung Trier lädt zu einer offenen Diskussion ins Kurfürstliche Palais ein.

»Behindern wir weniger?« Unter diesem Motto steht die Trierer Jubiläumsfeier zur zehnjährigen Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch den Deutschen Bundestag. Für Montag, 6. Mai, um 19 Uhr lädt der Behindertenbeirat der Stadt Trier alle Interessierten für rund zwei Stunden in den Rokokosaal des Kurfürstlichen Palais. Der Zugang zur Veranstaltung wird barrierefrei gestaltet.

Gerd Dahm, Behindertenbeauftragter der Stadt Trier, erklärt: „Die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung werden keine bloßen Grußworte austauschen. In einer offenen Diskussionsrunde sprechen sie über Veränderungen der Situation behinderter Menschen innerhalb der vergangenen zehn Jahre.“

Kritische Fragen des Publikums seien ausdrücklich erwünscht, betont Dahm. Dennoch sollen die Teilnehmer kein Streitgespräch führen, sondern in einer entspannten Atmosphäre zusammen nachdenken und Ideen entwickeln.

Mit dabei sein werden unter anderem Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Bürgermeisterin Elvira Garbes, der Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Thomas Linnertz, der Vorstand der Stadtwerke Trier (SWT) Arndt Müller, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Trier Jan Glockauer und der Geschäftsführer der Handwerkskammer Axel Bettendorf. Auch der Geschäftsführer des Club Activ, Paul Haubrich, Lebenshilfe-Vorstand Wolfgang Enderle, Manfred Bitter, Chef der Nikolaus-Koch-Stiftung, der Intendant des Theaters Trier, Manfred Langner, sowie der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier Heribert Wilhelmi teilnehmen.

Begleitet wird die Veranstaltung durch Darbietungen zweier Opernsänger sowie des inklusiven Theaterensembles com.guck.

„Wir wollen mit diesem Treffen auf die Belange der Behinderten hinweisen, da es noch grundlegende Verständnisprobleme auf Seiten der Gesellschaft gibt“, erläutert Dahm. Die Vereinten Nationen forderten von den Mitgliedstaaten „inclusion“, ein Wort, welches für das deutsche Gesetz mit „Integration“ statt „Inklusion“ übersetzt wurde. „Dabei bilden diese beiden Begriffe grundverschiedene Ideen ab“, betont Dahm. Inklusion meine die Angleichung der Gesellschaft an die Einschränkungen von Behinderten, Integration die Angleichung der Behinderten an die Einschränkungen der Gesellschaft. Um jemanden zu integrieren, sei es schließlich nötig, erst einmal zu selektieren. Die Selektion Behinderter ist allerdings der UN-Behindertenrechtskonvention nach unzulässig. Das Datum in unmittelbarer Nähe zum europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Juni sei daher kein Zufall, so Dahm.

Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht nötig.
Weitere Informationen erteilt der Behindertenbeirat per Telefon unter 0651/718-1033 oder E-Mail an
behindertenbeirat@trier.de

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