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Trier bekommt vier neue Anwohnerparkzonen in der City

Stadtentwicklung : Trier bekommt vier neue Anwohnerparkzonen in der City

Der Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld lässt nicht locker im Bestreben, das Dauerproblem der Stellplatznot zu lösen.

Fast keine Sitzung des Ortsbeirats Trier-Mitte/Gartenfeld inzwischen geht ohne die Mitwirkung von städtischen Verkehrsplanern und der Straßenverkehrsbehörde über die Bühne. Meist dreht es sich dann um das Parken – und um die dazu nicht vorhandenen Stellplätze. Auch in der jüngsten Sitzung stand das Thema wieder im Mittelpunkt. Dazu erschienen waren Jutta Herten von der Straßenverkehrsbehörde und Gottfried Hein, Sachbearbeiter für den ruhenden Verkehr.

Verbessern werde sich die Stellplatzsituation in Trier nicht mehr, denn die Zahl der öffentlichen Parkplätze sei weiter rückläufig, erklärten die Vertreter der Verwaltung. Eine positive Nachricht gab es für die Bewohner einiger Innenstadtbereiche, wo die Zahl der Anwohnerstellplätze erweitert werden soll. Genannt wurden die bisher durchgehend öffentlichen Parkplätze am Irminenfreihof, Parkplatz Ecke Lang-/Deutschherrenstraße, Dampfschiffstraße vor dem ehemaligen Möbelhaus und Meringstraße. Die Entscheidungen beruhten auf Anregungen der Anwohner.

Außerdem sollen in Abstimmung mit den Stadtwerken an diesen Parkzonen Elektro-Ladestationen eingerichtet werden. In Trier sind bisher nur sechs E-Tankstellen in Betrieb.

Doch grundsätzlich mehr Parkraum wird es nicht geben. Jutta Herten: „Das Problem ist der Wegfall von etwa 25 noch vorhandenen Stellflächen in der Innenstadt. Besonders die Nord-Süd-Fahrradtangente frisst Plätze. So reicht es vorne und hinten nicht mehr.“

Ein Thema für sich ist das Anwohnerparken im Gartenfeld. Der Ortsbeirat hatte mehrfach eine Anwohnerparkzone angeregt. Auch viele Anrainer wären dafür. Doch es gibt dort eine grundsätzliche verkehrsrechtliche Hürde durch die teils extrem engen Fahrbahnen. Herten: „Eine allgemeine Anwohnerparkzone im Gartenfeld wäre rechtswidrig, weil die Straßenbreite
dort grundsätzlich kein Parken erlaubt. Um die Situation im Interesse der Anwohner nicht zu verschärfen, hält sich dort der Ordnungsdienst schon sehr zurück.“

Ortsvorsteher Dominik Heinrich verwies auf den „unterschiedlichen Parkdruck“ im Gartenfeld. Die Belastung sei nicht in allen Straßen gleich. Sein Vorschlag: Das Gartenfeld in unterschiedliche Belastungszonen einteilen und dadurch Teilflächen für einige Anwohnerparkzonen schaffen.

Die Antwort der Verwaltungsvertreterin war deutlich: „Wie soll das gehen, wenn wir unter etwa 3000 Anwohnern nur 300 berechtigte Parkplätze ausweisen? Wer hat dann dort das Anrecht? Da sind doch neue große Konflikte programmiert.“ Als „dramatisch“ bezeichnete sie etwa die abendliche Situation in der Kronprinzenstraße. Das Problem sei: Würde man einige Anwohnerparkzonen im Gartenfeld einrichten, hätte jeder Anwohner als Autohalter das Recht auf einen Parkausweis für 30,70 Euro im Jahr.

Ortsvorsteher Heinrich ergänzt: „Das gilt auch für Bewohner mit Garagen und eigenen Stellflächen auf dem Grundstück.“ Da würden nicht wenige ihre Garagen lieber vermieten oder anderweitig nutzen und die eigenen Fahrzeuge auf öffentliche Straßen stellen. Dazu folgte der schon bekannte Hinweis
aus den Reihen der Ratsmitglieder, dass die Gartenfeld-Anwohner die Situation auch mitverschuldet hätten. Fast jede Familie habe dort zwei, drei, manchmal auch vier Autos. Wo will man die am Abend hinstellen? Dies sei aber nicht das Problem des Ortsbeirats.

Am Ende blieb in Sachen Anwohnerparken im Gartenfeld nur der Beschluss, zunächst nichts zu beschließen. Die Suche nach einer Lösung soll weitergehen.