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Trier: Corona-Demo neben Impfzentrum: 50 bis 80 weniger Kinder und Jugendliche kommen zum Kinderimpfen

Corona-Großdemo neben Impfzentrum : 50 bis 80 weniger Kinder und Jugendliche geimpft wegen Protesten?

Dass zehn bis 15 Prozent der angemeldeten Impflinge nicht zum vereinbarten Termin im Impfzentrum erscheinen, ist üblich. Beim Kinderimpftag am Samstag waren es allerdings deutlich mehr – möglicherweise hatten Eltern Angst vor einer Konfrontation mit der Corona-Kritiker-Demo. Am Sonntag war die Absager-Quote allerdings ähnlich.

Im Trierer Impfzentrum in den Moselauen waren für Samstag 759 Termine für Zweitimpfungen von Kindern ab fünf Jahren und Jugendlichen vereinbart. Bei den Kinderimpftagen können sich Eltern, die ihre Kinder begleiten und sich selbst auch impfen lassen wollen, ebenfalls Spritzen setzen lassen.

Insgesamt seien am Samstag 700 Impf-Spritzen gegeben worden, teilt Michael Schmitz, Pressereferent der Stadt Trier, auf Volksfreund-Nachfrage mit. 590 davon seien Kindern gegeben worden, 120 an deren Väter oder Mütter.

Die so genannte „No-show-Quote“ – die Anzahl derer, die trotz Impftermin nicht erscheinen – liege allerdings auch an anderen Tagen bei zehn bis 15 Prozent. Ziehe man diese normale Absager-Quote von der Gesamtzahl derer ab, die am Samstag nicht zum Impfen kamen, ergebe sich, dass darüber hinaus etwa 50 bis 80 Eltern die Impftermine für ihre Kinder verstreichen ließen.

Das könnte zusammenhängen mit der Demo der Corona-Maßnahmen-Kritiker, Corona-Leugner und Impfgegner, die am Samstag auf dem Parkplatz in den Moselauen vis-à-bis des Impfzentrums stattgefunden hat. Die Kundgebung, an der rund 1250 Menschen teilnahmen, und die Gegendemo mit rund 110 Teilnehmern blieben friedlich und hatten auch keine Auswirkungen auf den Impfbetrieb.

Um die Konfrontation mit den Impf-Gegnern zu vermeiden, hatten Eltern allerdings im Vorfeld der Demo angekündigt, am Samstag lieber nicht zum Impfen ins Impfzentrum fahren zu wollen.

Am Montag teilte die Stadt allerdings mit, dass die Absager-Quote am zweiten Kinderimpftag am Sonntag – ohne Demos – allerdings ähnlich hoch gewesen ist, also über die übliche No-show-Quote von 10 bis 15 Prozent hinaus ging. „Das spricht nicht dafür, dass die Demos am Samstag einen sehr hohen Abschreckungseffekt hatten“, meint Rathaus-Sprecher Michael Schmitz.

Aus welchen Gründen Menschen die über das Land vereinbarten Impftermine tatsächlich nicht wahrnehmen, sei allerdings nicht bekannt. Viele lassen den Termin verstreichen, weil sie vorher zum Beispiel beim Hausarzt oder Impfbus bereits ihre Spritze erhalten haben. Am Samstag könne auch die teilweise schneereiche Witterung im großen Einzugsgebiet des Trierer Impfzentrums dazu geführt haben, dass mehr Termine als sonst nicht wahrgenommen wurden, meint Pressesprecher Schmitz.

Wer noch nicht geimpft ist, kann übrigens jederzeit im Trierer Impfzentrum vorbeikommen (8.30 Uhr bis etwa 16 Uhr, sonntags bis etwa 15 Uhr): Erstimpfungen werden auch spontan und ohne vorherige Registrierung gegeben. Mitzubringen ist lediglich ein Ausweisdokument, wenn möglich der Impfpass oder eine Krankenkassenkarte. Wer eine Boosterimpfung benötigt, muss sich dagegen weiter über das Portal des Landes unter www.impftermin.rlp.de anmelden.

Auch in der Trierer Tufa wird ohne Anmeldung geimpft: Am Mittwoch, 12. Januar, können Menschen ohne Termin zu Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen in dem Kulturzentrum in der Wechselstraße 4 vorbeikommen. Weitere Infos: www.trier.de/impfen

Wir haben den Artikel aktualisiert um die Information, dass die Absager-Quote beim Kinderimpfen am Sonntag – also ohne Demo – ähnlich hoch war wie am Samstag mit Demo. Die Stadtverwaltung hat das am Montagnachmittag mitgeteilt. In der ursprünglichen Version des Artikels von Sonntag lag diese Information noch nicht vor.