Ehrung in Trier Diese 29 Polizisten aus der Region haben besonders mutig gehandelt

Trier · Sie haben Menschen gerettet und sich dabei auch selbst in Gefahr gebracht: Für ihr selbstloses Handeln wurden nun mehrere Polizisten geehrt. Wer sie sind und was sie geleistet haben.

 Trier: Behördenleiterin Anja Rakowski mit den geehrten Beamtinnen und Beamten, Führungskräften und Personalvertretung

Trier: Behördenleiterin Anja Rakowski mit den geehrten Beamtinnen und Beamten, Führungskräften und Personalvertretung

Foto: Polizei Trier

Die Behördenleiterin des Polizeipräsidium Trier, Anja Rakowski, hat am Montag, dem 19. Februar, Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte geehrt, die Menschen gerettet, sich selbst in große Gefahr gebracht oder in anderen Fällen herausragenden Einsatz gezeigt hatten. 29 Polizistinnen und Polizisten sowie ihre Vorgesetzten und Personalvertretungen waren zur Feierstunde im Polizeipräsidium erschienen.

„Für Ihr hohes Engagement, mit dem Sie für viele Kolleginnen und Kollegen Vorbild sind, möchte ich Ihnen allen heute herzlich danken,“ begrüßte Rakowski ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem gesamten Dienstgebiet des Polizeipräsidiums Trier. Die Behördenleiterin lobte die Beamtinnen und Beamten für ihr verantwortungsbewusstes und mutiges Handeln und sprach ihnen ihre Anerkennung aus. Denn das, was die Polizistinnen und Polizisten geleistet hatten, übertraf die grundsätzlich an sie gerichteten Erwartungen, insbesondere in Bezug auf die Gefahrentragungspflicht. Da diese traditionell jährlich stattfindende Ehrung in den Jahren 2021 und 2022 nicht stattfinden konnte, wurde sie in diesem Jahr nachgeholt.

Diese Polizisten sind für ihr mutiges Handeln geehrt worden

Polizeikommissarin Corinna Valerius und Polizeikommissar Luca Dieden (beide PI Idar-Oberstein) retteten am 4. Oktober 2021 mehrere Personen aus einem brennenden Haus. Beide begaben sich in das stark verrauchte Mehrfamilienhaus, weckten eine Familie im Erdgeschoss aus dem Schlaf und begleiteten sie aus dem Gebäude. Eine weitere Person, die sich im 2. Obergeschoss des Hauses aufhielt, konnten sie zunächst nicht erreichen und gaben ihr Anweisungen, um sich vor dem Rauch zu schützen. Später gelang es ihnen, auch diese Frau aus dem Gebäude zu retten.

Kriminalhauptkommissar Wolfgang Klar (KD Trier) hielt gemeinsam mit einem Kollegen am 19. November 2021 einen 30-Jährigen davon ab, sich von der Biewerbachtalbrücke zu stürzen. Es gelang ihm, den Mann, der bereits auf dem Brückengeländer saß und niemanden an sich heranließ, in ein Gespräch zu verwickeln. In einem günstigen Augenblick konnte er den Mann ergreifen und festhalten, wobei dieser versuchte, dennoch von der Brücke zu springen. Gemeinsam mit Feuerwehr und Rettungskräften zog er den Verantwortlichen zurück auf die Brücke und rette ihm so vermutlich das Leben.

Polizeikommissar Carsten Böcher (PI Trier) wurde am 25. November 2021, gemeinsam mit einem Kollegen zur Porta Nigra gerufen. Dort befand sich im 1. Obergeschoss eine junge Frau, die sich durch einen Sprung aus dem Fenster das Leben nehmen wollte. Es gelang den Beamten, sich verdeckt bis in die unmittelbare Nähe der 25-Jährigen anzunähern. Als die Frau zum Sprung ansetzte, konnten sie diese im letzten Moment ergreifen und vom Fenster wegziehen.

Polizeioberkommissar Robin Scheid (PI Saarburg) bemerkte am Morgen des 27. November 2021 auf dem Nachhauseweg ein Feuer in Trassem. Eine Holzscheune stand in Flammen und das Feuer drohte auf das benachbarte Wohnhaus überzugreifen. Feuerwehr und Rettungsdienste waren noch nicht vor Ort. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Hausbewohner lief Herr Scheid in das Wohnhaus, in dem sich noch zwei Personen befanden. Dabei schlugen die Flammen bereits gegen die Fenster des Wohnhauses, wo sich schon Brandzehrung und erste Rauchschwaden bemerkbar machten. Im Obergeschoss fanden er die Hausbesitzer schlafend vor, weckte und evakuierte beide Personen nach draußen.

Polizeioberkommissar Johannes Leiendecker (PI Trier) befuhr in der Nacht des 14. Januar 2022 in seiner Freizeit die Olewiger Straße in Trier und beobachtete, wie drei Personen die Mauer des Amphitheaters mit Graffiti beschädigten. Er hielt stoppte und sprach die jungen Männer an, die sofort die Flucht ergriffen. POK Leiendecker verfolgte die Männer, die sich trennten und in unterschiedliche Richtungen liefen, und stellte den 17-jährigen Haupttäter.

Polizeioberkommissar Frank Enno Distler (PI Idar-Oberstein) hielt am Montagnachmittag, den 17. Januar 2022, gemeinsam mit seiner Kollegin, eine 13-Jährige davon ab, von der Emil-Kirschmann-Brücke in Idar-Oberstein zu springen. Mit großer Mühe gelang es ihm, das sich heftig wehrende Mädchen an den Armen festzuhalten. Als ihm drei Passanten zu Hilfe kamen, konnten sie die 13-Jährige gemeinsam über das Geländer ziehen und bis zum Eintreffen von Rettungskräften sichern.

Die Polizeikommissare Jonas Mart und Max Wiemers (beide PI Trier) hielten am 16. März 2022 einen Mann davon ab, sich von den Roten Felsen in Trier-Pallien in den Tod zu stürzen. Dazu näherte PK Wiemers sich dem Mann, der sich nah des 40 Meter tiefen Abhangs befand, an und wurde dabei von seinem Kollegen an einem Seil gesichert. In einem 30-minütigen Gespräch gelang es den beiden Polizisten, den 61-Jährigen von seinem Vorhaben abzubringen, ihn in einem günstigen Moment zu ergreifen und den Rettungskräften zu übergeben.

Polizeihauptkommissar Bruno Schumacher und Polizeikommissar Andreas Schudell (Beide PI Saarburg) retteten am 6. Mai 2022, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, eine hilflose Person aus der Saar bei Ayl. Ein Herausziehen des Mannes war trotz erheblicher Kraftanstrengung zunächst nicht möglich. Schließlich gelang es den Beamten, gemeinsam mit weiteren Helfern, den Mann bis zum nächsten Leitereinstieg zu ziehen und dort aus der Saar zu bergen.

Die Polizeikommissare Jerôme Etges und Alexander Popp (beide PI Schweich) stellten nach einer Zeugenmitteilung am 4. Juli 2022 einen stark blutenden Mann in einem PKW auf dem Parkplatz Rothenberg bei Schweich fest. Es gelang den Beamten den Mann, neben dem ein Messer und ein Skalpell lagen, abzulenken, die Messer aus dessen Zugriffsbereich zu entfernen und mit der dringend notwendigen Erstversorgung zu beginnen. Sie hielten die Person, die offensichtlich bereits sehr viel Blut verloren hatte, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bei Bewusstsein und versuchten, weiteren Blutverlust sowie weiteres Sinken der Körpertemperatur zu verhindern. Anschließend unterstützten Sie den Rettungsdienst bei der weiteren Versorgung.

Polizeihauptkommissar Carsten Wagner (KI Trier) erkannte am 28. Oktober 2022 in seiner Freizeit einen mit mehreren Haftbefehlen gesuchten und strafrechtlich bereits erheblich in Erscheinung getretenen Mann. PHK Wagner führte Ermittlungen durch und observierte den Gesuchten, sodass dieser durch verständigte Kollegen festgenommen werden konnte.

Polizeikommissarin Annika Schmitz (PI Daun), Polizeioberkommissar Daniel Thielen, Polizeikommissar Martin Schultheis und Polizeikommissar Luca Gehlen (alle PI Bitburg) verhinderten am 18. Januar 2023 den Suizid eines 59-jährigen Mannes mit einer Langwaffe. POK Thielen und PK‘in Schmitz trafen den Mann auf einem Feldweg auf einer Bank sitzend an. Er hielt das Gewehr fest umschlungen und ein Passant, der die Situation bemerkte, sprach bereits mit ihm. Die Beamten lenkten den Passanten geschickt aus der Situation heraus und reagierten, als PK Schultheis und PK Thielen vor Ort eintrafen, beherzt, da der Mann sich nicht von seinem Vorhaben abhalten ließ. Durch den Einsatz des Distanz-Elektro-Impulsgerätes gelang es den Beamten zu verhindern, dass der Mann einen Schuss mit der Waffe abgeben konnte, während sie ihn fixierten und die Waffe sicherten.

Polizeikommissar Fabio Müller (PI Saarburg) und Polizeikommissar Jannik Witt (PI Trier) befanden sich am Morgen des 28. März 2023 auf der Grenzbrücke in Wellen im Einsatz auf der Suche nach einer 33-Jährigen, die beabsichtigte, sich das Leben zu nehmen. Als sie die verwirrte und desorientierte Frau antrafen brach diese bewusstlos zusammen und zeigte keine Vitalfunktionen mehr. Die Polizeikommissare begannen gemeinsam mit zwei Beamten der luxemburgischen Polizei sofort mit der Reanimation und erreichten so, dass die 33-Jährige beim Eintreffen der Rettungskräfte wieder bei Bewusstsein war.

Die Polizeikommissare Dominik Simon (PI Bernkastel-Kues), Philipp Seeberger (PI Trier), Felix Kirchen (PI Bitburg) und die Polizeikommissarin Carina Pütz (PI Daun) wurden am Nachmittag den 3. Mai 2023 zu einem Wohnungsbrand in Daun alarmiert. Als sie eintrafen, konnten sie trotz starker Rauchentwicklung eine auf dem Boden liegende Frau in einer Wohnung im Erdgeschoss erkennen. Die Beamten verschafften sich Zutritt zu der Wohnung und retten die Frau aus dem Gebäude.

Polizeikommissar Hannes Conrad und Polizeioberkommissar Frank Enno Distler (beide PI Idar-Oberstein) verhinderten am 27. Mai 2023 den Suizid eines 57-Jährigen. Die Polizeibeamten trafen den Mann im Dachgebälk einer Scheune stehend an, wobei er sich bereits einen Strick um den Hals gelegt hatte. Durch einfühlsame Gesprächsführung und geschicktes taktisches Vorgehen, gelang es ihnen gemeinsam, den Mann im Gebälk zu überwältigen und von seinem Vorhaben abzuhalten.

Kriminalhauptkommissar Oliver Schmitt und Kriminalkommissar Dominik Braun (beide KI Trier) befanden sich in der Nacht des 10. Oktobers 2023 im Einsatz in einem Trierer Krankenhaus, wo sich eine Person durch einen Sprung vom Dach das Leben nehmen wollte. Die beiden Beamten kletterten über einen unwegsamen Bereich auf das abschüssige Dach des 15 Meter hohen Gebäudes. Es gelang ihnen den Mann anzusprechen, zu fixieren und zu retten.

Die Polizeikommissare Benjamin Fries und Alexander Töx (beide PI Birkenfeld) waren am 17. Oktober 2023 zu einer hilflosen Person in Hoppstädten-Weiersbach gerufen worden. Als sie vor Ort eintrafen stellten die Beamten fest, dass bei der Person keine Vitalzeichen mehr vorhanden waren und begannen sofort mit der Reanimation. Diese konnten sie erfolgreich durchführen, sodass die hilflose Person bei Eintreffen des Rettungswagens wieder über Vitalzeichen verfügte und im Anschluss in ein Krankenhaus verbracht werden konnte.

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen oder einem Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800/1110111 und 0800/1110222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de.

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