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Trier-Ehrang: Wiederaufbau nach Hochwasser - so können Sie helfen

Nach dem Hochwasser : In Ehrang hat der Wiederaufbau begonnen – So können Sie helfen

Nach den großen Schäden in Ehrang wird angepackt. Die gezielte und nachhaltige finanzielle Unterstützung der Betroffenen ist für Ortsvorsteher Bertrand Adams nun das vorrangige Ziel.

Auf dem Esstisch von Bertrand Adams stapeln sich Formulare. Seine Terassentür schließt der Ortsvorsteher des Trierer Stadtteils Ehrang schon gar nicht mehr. „Um die Mittagszeit stehen die Bürgerinnen und Bürger teilweise bis vorne zur Straße“, erzählt Adams. Die Anliegen der Menschen seien vielfältig. „Am gefragtesten sind zurzeit aber die Anträge für die Soforthilfen“, weiß der Ortsvorsteher. Aber auch die Unterlagen für Hornbach, Möbel Martin und den Globus Baumarkt würden Abnehmer finden. Denn, inzwischen seien die Aufräumarbeiten fast abgeschlossen.

Vor einigen Tagen hatten wir quasi sämtlichen Wohnungsmüll entsorgt“, berichtet Adams. Jetzt zeigten sich die Elementarschäden. „Damit fangen die Probleme gerade erst an“, so Adams, „der erste Schock ist abgeklungen und viele begreifen jetzt überhaupt erst was passiert ist.“ Damit sähen sich die Betroffenen einem Wiederaufbau gegenüber, der laut Ortsvorsteher Jahre dauern werde.

Adams größte Sorge: „Dass sich der Großteil im stark betroffenen Ortskern sich dies nicht leisten können.“  Daher habe es nun oberste Priorität sicherzustellen, dass die Hilfen auch bei den Leuten ankomme. Adams: „Zu diesem Zweck hat die Gemeinschaft Ehranger Ortsvereine eine eigene Hilfsaktion ins Leben gerufen und zwei Spendenkonten eingerichtet.“

Betroffene Bürgerinnen und Bürger könnten in diesem Zuge konkrete Projekte über die Meldeadresse flutkatastrophe@web.de anmelden und für diese finanzielle Unterstützung erhalten. „Anzugeben sind neben einer Adresse und einer Handynummer, eine Beschreibung der Schäden und bestehende Versicherungen“, erklärt Adams. Ein Angebot, das laut dem Ortsversteher sehr gut angenommen werde.

Die positive Resonanz erstrecke sich auch auf die Spendenbereitschaft: „Wir haben innerhalb von vier Tagen 150 000 Euro erhalten, die wir nun an die Betroffenen auskehren können“, berichtet Adams stolz. So gehe kein Euro verloren. Dies sei für eine Vielzahl der Spender auch wichtig gewesen, die zugunsten des Ehranger Engagements teilweise von den gängigeren Hilfsorganisationen Abstand genommen hätten.

 Obwohl die Aufräumarbeiten laut Adams bisweilen „perfekt gelaufen sind" und auch die Hilfsaktionen gestartet sind, ist auch in Ehrang noch einiges zu tun. „Die Gärten und Kinderspielplätze sind durch das Hochwasser kontaminiert“, erzählt der Ortsvorsteher. Letztere müssten daher vorerst gesperrt bleiben. „Zudem folgen auf den Wohnungsmüll nun Estriche, Fußböden und Co.“ Diese hätten bereits direkt wieder die Straßen gefüllt.

Ein Umstand, der den Ortsvorsteher frustriert und ihm auch einiges an Erklärungsarbeit abverlangt. „Die Menschen wissen nicht, wohin mit ihrem Abfall.“ Deswegen lande dieser oftmals auf der Straße. Auch zur Lösung dieses Problems kamen am Montag die zuständigen Ämter der Stadtverwaltung zu einem Krisenstab zusammen.

„Insofern wurde beispielsweise die Errichtung einer Sonderdeponie durch die ART diskutiert“, sagt Adams. Und auch die Strom- und Internetversorgung ist noch nicht gänzlich wiederhergestellt. „Diesbezüglich möchte ich aber ausdrücklich keine Kritik an den städtischen Stellen üben“, stellt Adams klar, „alle tun ihr Möglichstes“.