Trier: Eingangskontrollen für mehr Sicherheit für Stadtverwaltungsmitarbeiter

Sicherheit : Eingangskontrollen im Rathaus

Wer bei einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung vorsprechen will, muss künftig an der Pforte sagen, wer er ist und was er will.

Damit die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sich sicherer fühlen können, will Oberbürgermeister Wolfram Leibe Kontrollen an den Eingängen zu verschiedenen Rathausgebäuden einführen. „Wir wollen ein höheres Maß an Sicherheit“, betonte Leibe bei einem Pressegespräch.

Um mögliche Gefährdungsstellen ausfindig zu machen, sei das Landeskriminalamt in die Analyse und Planungen eingebunden worden. „Heraus kam dabei, dass wir bei den Gebäuden der Stadtverwaltung, in denen es viel Publikumsverkehr gibt, genauer hinsehen müssen“, sagte Leibe.

Das Rathaus am Augustinerhof, das in einem Nachbargebäude untergebrachte Jugend- und Sozialamt und die KFZ-Zulassungsstelle in der Thyrsusstraße hätten die höchste Besucherfrequenz.

„Wir werden künftig jeden, der ins Rathaus hineinkommt, nach dem Grund für seinen Besuch fragen“, sagte Leibe. Auch beim Jugend- und Sozialamt soll eine solche Eingangskontrolle eingerichtet werden. „Absolute Sicherheit ist so nicht zu erreichen, aber wir zeigen den Besuchern, dass wir genauer hinschauen, wer ins Haus kommt, das ist auch schon mal was“, sagte Leibe.

Selbstverständlich habe jeder Bürger weiter Zutritt, zum Beispiel zu öffentlichen Sitzungen, die im Rathaus stattfinden. „Und es wird auch keine Ausweiskontrollen geben“, betonte Leibe. „Aber dem Thema Sicherheit soll mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden.“

Bei der KFZ-Zulassungsstelle in der Thyrsusstraße in Trier-Nord seien Eingangskontrollen nicht geplant. „Zum einen, weil dort seit der Möglichkeit, sich online vorab anzumelden, viel weniger unerwartete Besucher hinkommen. Zum anderen, weil es dort einen großen Innenraum gibt, der gut zu überblicken ist, und die Mitarbeiter hinter großen Glastüren arbeiten, die ebenfalls für Transparenz sorgen“, sagte Leibe.

Alle der insgesamt 2000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die mit Publikumsverkehr zu tun haben, würden zudem darin geschult, wie man mit auffälligen Besuchern umgehen kann. „Insbesondere ins Jugend- und Sozialamt kommen häufiger Menschen, die sich in psychischen Ausnahmesituationen befinden“, sagte Leibe, „da muss man ganz einfach wissen, wie man auf solche Bürger reagiert.“

Die Vorkehrungen, die das Rathaus ab dem ersten Quartal 2018 umsetzen will, hätten nichts mit dem kürzlichen Angriff auf Andreas Hollstein zu tun, betonte Leibe. Der Bürgermeister der Stadt Altena in Westfalen war am 27. November in einem Dönerimbiss von einem alkoholisierten Mann angegangen und mit einem Messer am Hals verletzt worden.

Der Angreifer hatte zuvor die liberale Flüchtlingspolitik des CDU-Politikers kritisiert.

„Die künftigen Sicherheitsvorkehrungen im Trierer Rathaus haben nichts damit zu tun, dass ich mich als Oberbürgermeister verstecken will. Ich will definitiv präsent bei den Bürgern bleiben – könnte ich das nicht, hätten wir ein grundsätzliches Problem. Es geht lediglich um die Mitarbeiter im Rathaus, die in direktem Kontakt mit Kunden stehen – von denen einige wenige es leider nicht immer wohlwollend meinen.“

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