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Trier: Erstes vegan-vegetarisches Restaurant der Stadt - Was zur Eröffnung noch fehlt

Gastro-Szene : „Pettersson“: Wann Triers erstes vegan-vegetarisches Restaurant nun wirklich eröffnet werden soll

Mit dem „Pettersson vegi resto“ will Familie Brommenschenkel Triers erstes vegan-vegetarisches Restaurant eröffnen. Der Start verschiebt sich jedoch immer weiter. Woran es im Lokal in der Nagelstraße noch mangelt.

Für „plusminus Ostern“ hatte die Trierer Unternehmerfamilie Brommenschenkel das angekündigt, worauf viele Einheimische und Touristen seit geraumer Zeit warten: die Eröffnung des ersten rein vegan-vegetarischen Restaurants in Deutschlands ältester Stadt. Der Termin ist  längst verstrichen, und in zehneinhalb Monaten wird schon das nächste Osterfest gefeiert. Aber das Ladenlokal Nagelstraße 4-5 sieht noch nicht wirklich nach baldiger Eröffnung aus.

Obwohl sich in den letzten Wochen rein äußerlich durchaus einiges getan hat. Die „Demnächst hier! Neueröffnung unseres vegetarischen und veganen Restaurants“-Plakatwand ist verschwunden, nun zeigt sich die frisch neben den Sprossenfenstern eingebaute Türanlage. Aber drinnen herrscht noch eine „Baustelle pur“-Optik.

Ein konkreter Starttermin steht tatsächlich noch nicht fest, bestätigt Peter Brommenschenkel (66): „Was aber nach wie vor nicht an uns liegt. Wir stehen Gewehr bei Fuß. Wann es losgeht, ist eine reine Personalfrage. Wir haben noch nicht genügend Leute, um ein gutes Team zusammenstellen zu können.“

Das Personalproblem drückt die Brommenschenkels auch an anderer Stelle. So ist ihr Restaurant Pasta Pasta in der Palaststraße bereits seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 dicht. „Eine Wiedereröffnung ist theoretisch möglich, aber das ginge aktuell nur mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in  unseren anderen Gastro-Betrieben im Einsatz sind.“ Sprich: Damit würde der reibungslose Ablauf im Hotel-Restaurant Zur Glocke und im Fisch- und Weinhaus Oechsle gefährdet.

Dennoch strahlt Peter Brommenschenkel großen Optimismus aus. Der Grund: „Wir haben eine Mitarbeiter-Offensive gestartet, und die zeigt erste vielversprechende Früchte.“ So hätten in dieser Woche zahlreiche Vorstellungsgespräche in der Unternehmenszentrale in der Grabenstraße stattgefunden, einige davon mit Einstellungen verbunden.

Weiterer Grund: Die Unternehmensgruppe Brommenschenkel (16 Einzelbetriebe, die meisten davon Parfümerien) wird für Beschäftigte deutlich attraktiver. Ab 1. Juli arbeiten die im Gastro-Bereich Angestellten zu den Konditionen, die für den Einzelhandel gelten. Statt 24 haben auch sie künftig 30 Tage Urlaub pro Jahr. Außerdem können über interne Vereinbarungen „und gut zu erreichende wirtschaftliche Ziele“ zusätzlich bis zu zwölf freie Tage jährlich ohne finanzielle Abstriche „hinzuverdient“ werden.

Auch wenn nun ab Juli die Zahl der bei Brommenschenkel Beschäftigten zunehmen wird, soll in Sachen vegan-vegetarisches Restaurant „nichts übers Knie gebrochen werden“, erklärt Projektchefin Lisa Brommenschenkel (30), die von ihren Eltern Peter und Anna Brommenkel 2018 in die Unternehmensleitung berufen wurde. „Wir wollen täglich von 8 bis 23 Uhr öffnen, und von Frühstück über Mittagstisch und Kaffee und Kuchen bis hin zum geselligen Abend die volle Bandbreite von kulinarischen Genussmöglichkeiten für Menschen bieten,  die kein Fleisch essen, oder generell auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs verzichten.“ Dazu sei ein 25- bis 30-köpfiges Team nötig, das auch erst einmal eingearbeitet werden müsse; „ehe wir dann nicht nach und nach, sondern gleich mit 100 Prozent an den Start gehen“. Angepeilter Termin: „Im Spätsommer“, kündigt Peter Brommenschenkel an und fügt augenzwinkernd hinzu: „Wohlgemerkt Spätsommer 2022.“

Personal wird noch gesucht, der Name ist bereits gefunden. „Pettersson vegi resto“ soll das Restaurant heißen. Zum einen in Anlehnung an „die liebenswerte, bisweilen leicht chaotisch anmutende Diversität, wie wir sie aus der Kinderbuchreihe Pettersson und Findus kennen und wie sich in unseren gemütlichen Einrichtungen widerspiegeln wird“, erläutert Lisa Brommenschenkel. Zum anderen ist es aber auch – wie bei den „Pierre“-Parfümerien – ein Wortspiel. „Pettersson“, was man in nicht allzu enger Auslegung mit „Sohn von Peter“ übersetzen könnte, ist das jüngste (Unternehmens-) Kind von Konzepttüftler Peter Brommenschenkel. Sein bislang siebzehntes – „und eine zugegebenermaßen schwere Geburt“.