Trier: Fakten zum Silvesterfeuerwerk: Keine verletzten Menschen oder Tiere bekannt

Politik : Fakten zum Feuerwerk: Keine verletzten Menschen oder Tiere

Die Trierer Grünen haben nach den konkreten Auswirkungen der privaten Silvesterknallerei gefragt. Neben Raketen und Böllern macht Alkohol Probleme.

Wegen „zahlreicher Brände, Sachschäden, verletzter Menschen und Tiere und Umweltbelastung durch Feinstaub und Abfall“ wollen die Trierer Grünen bei der Stadtratssitzung am Dienstag, 28. Januar, beantragen, dass in Trier Verbotszonen für private Feuerwerke an Silvester eingerichtet werden (der TV berichtete). In der jüngsten Sitzung des Dezernatsausschusses III, der auch für die Themen Sicherheit und Ordnung zuständig ist, fragte der Grüne Richard Leuckefeld nach Fakten.

Ergebnis: Von Menschen oder Tieren, die beim zurückliegenden Silvesterfeuerwerk im Stadtgebiet verletzt wurden, ist nichts bekannt. „Der Feuerwehr und dem Ordnungsamt liegen darüber keine Erkenntnisse vor“, teilte Ordnungsdezernent Thomas Schmitt mit. Außerdem wollten die Grünen wissen, „welche und wie viele Straftaten im Stadtgebiet registriert wurden, bei denen Feuerwerkserzeugnisse oder feuerwerksähnliche Erzeugnisse als Tatmittel verwendet wurden“. Auch darauf lautet die Antwort: Keine. „Es sind bei der Polizei keine Straftaten bekannt, bei denen Feuerwerkserzeugnisse oder feuerwerksähnliche Erzeugnisse als Tatmittel geführt wurden“, bestätigt die Trierer Polizei auf TV-Nachfrage.

Aber auch wenn es keine Verletzten und keine Straftaten durch und mit Raketen gegeben hat: die sonstigen Begleitumstände der privaten Feuerwerke waren mehr als unschön. Mehrere – kleinere – Feuer wurden laut Stadtverwaltung von Feuerwerkskörpern ausgelöst: In der Georg-Schäffer-Straße brannte ein Müllcontainer, den Anwohner löschen konnten. Auf der Bausch hatte ein Feuerwerkskörper abgestellte gelbe Säcke mit Wertstoffabfällen in Brand gesteckt. Aber auch dieses Feuer konnte durch den Anwohner noch vor Eintreffen der Feuerwehr gelöscht werden. An der Jugendherberge brannte ein Mülleimer, der allerdings ebenfalls bereits erloschen war, als die Feuerwehr eintraf. Ein weiterer Müllbehälter hatte in Nähe der Gartenfeldstraße gebrannt, ausgelöst durch eine Rakete oder einen Böller. In der Ruwerer Straße brannte laut Polizei zudem eine Garage, Ursache sei ein Feuerwerkskörper gewesen.

Dramatisch scheint das Verhalten offenbar etlicher Feierwütiger auf dem Hauptmarkt gewesen zu sein – über das der Trierische Volksfreund auch schon in den ersten Januartagen berichtet hatte: Auf der Anfahrt zum Hauptmarkt wurde ein Rettungswagen in der Deutschherrenstraße mit Böllern Richtung Windschutzscheibe beworfen. Wegen der großen Menschenansammlung hatten die Rettungskräfte zudem Schwierigkeiten zu Patienten durchzukommen, die ärztliche Hilfe benötigten (nicht, weil sie von Feuerwerkskörpern verletzt wurden). Zahlreiche stark alkoholisierte Passanten hätten versucht, mit ihren Handys Selfies von sich und den Einsatzkräften zu machen. Unkontrolliert herumfliegende Feuerwerkskörper seien – auch, wenn niemand durch diese verletzt wurde – dennoch ein großes Problem gewesen. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes sei zum Beispiel am Unterarm von einem Feuerwerkskörper getroffen worden, der Brandspuren auf der Schutzkleidung hinterlassen habe. Damit die Rettungsdienste überhaupt ihrer Arbeit nachgehen konnten, hätten sie kurzzeitig durch Polizeikräfte unterstützt werden müssen, teilt die Polizei mit. Trotz des laufenden Einsatzes hätten die Feiernden in der Nähe weiter Feuerwerkskörper abgebrannt. Diese Geschehnisse hätten sich allerdings nahezu ausschließlich auf den Trierer Hauptmarkt konzentriert.

Ob und inwieweit andere Stadtratsfraktionen die Grünen unterstützen bei deren Vorhaben, zu Silvester 2020/21 private Feuerwerke in Trier stark einzuschränken, ist noch nicht bekannt. Bislang sieht das bundesweite Sprengstoffgesetz keine Möglichkeit für generelle Feuerwerksverbote vor. Rund um Krankenhäuser, Kinder- und Altersheime, Kirchen und brandempfindliche Gebäude gelten aber schon jetzt besondere Schutzbestimmungen. Diese Zonen müssten genauer definiert und die dort bereits gesetzlich möglichen Feuerwerksverbote dann strikt durchgesetzt werden.