Trier feiert die Super-Illu (Fotos/Video)

Trier feiert die Super-Illu (Fotos/Video)

Lichtkünstler, Akrobaten, Musiker, Anwohner - und viele Ideen: Die Illuminale lockt Tausende Menschen in die Innenstadt.

Foto: (h_st )
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Foto: Frank Goebel (fgg) ("TV-Upload Goebel"

Findet die nächste Illuminale an der Porta Nigra statt? Man könnte es vermuten, so, wie das Lichterfest jedes Jahr dem Stadtzentrum näher kommt: Nach dem Petrisberg, den Moselauen, dem Palastgarten und, im letzten Jahr, dem Augustinerhof wurden diesmal vor allem die Neustraße und das dort gelegene Angela-Merici-Gymnasium stimmungsvoll in Szene gesetzt: mit Lampions, Lasern, LEDs und allem anderen, was schön leuchtet. Viele Musiker und Kleinkünstler sorgten außerdem für märchenhafte Stimmung im Städtchen. Das war - wie immer - ein voller Erfolg. "Wir hatten schätzungsweise zehn- bis fünfzehntausend Besucher", sagt Paula Kolz von der organisierenden TrierTourismus und Marketing GmbH am Sonntag. "Damit können wir sicher sehr zufrieden sein."

Wo viel los ist, wird es manchen natürlich auch zu viel: Ein, zwei Stunden lang herrschte doch ein ziemliches Geschiebe, worüber sich einige Besucher beschweren. Das Gedränge besserte sich aber im Lauf des Abends nicht nur deutlich - im Sinne des geselligen Begegnens macht es laut anderen Gästen auch mehr Spaß, das Nebeneinander von kleinen, putzigen und großen, spektakulären Ideen gemeinsam zu erkunden.
Da die Illuminale erstmals in einem Straßenzug stattgefunden hat, wurde den lokalen Geschäften die Möglichkeit gegeben, sich direkt einzubeziehen. "Das hat die IG Neustraße hervorragend genutzt", findet Kolz. Viele Gewerbetreibende haben ihre Läden zum Treffen und Plauschen geöffnet, natürlich ebenfalls in stimmungsvollem Ambiente.

Dazu schwenkten draußen Laser grüne, blaue oder rote Tunnel und Teppiche in den Himmel - und auch direkt auf die Besucher. Das machte die Erfahrung zwar viel dynamischer, sorgte aber auch dafür, dass der eine oder andere Laserstrahl buchstäblich ins Auge ging. Laserfrei ging es dagegen im AMG-Hof zu, wo eher die klassischen Lampions aus Reispapier für Stimmung sorgten - sowie die Kultur-Karawane, die mit ihren poetischen Licht- und Musikinszenierungen ideal zur Veranstaltung passt. Fast schon ein Kontrapunkt zu so viel Heimeligkeit war da die rasante Feuer-Jonglage des Artisten Christian Dirr - der nicht nur Kindern die Herzen und Gesichter wärmte.

Fast schon Altstadtfest-Feeling verströmten die vielen Musiker, die auf großen, kleinen oder keinen Bühnen ihre Ständchen gaben wie die Lokalrocker Uwe Heil, Andreas Sittmann und Michael Thielen, der atmosphärische Multi-Instrumentalist All Reitz Reserved oder, ganz groß, das Multimedia-Projekt "Binarypatina". Das hob endgültig alle Grenzen auf zwischen Licht und Sound sowie zwischen Illuminale und City Campus. Die Liveband, deren hypnotische Musik meist zwischen Dub und Trip-Hop pendelte, sah man nur als Silhouetten auf einer Leinwand, zusammen mit komplexen, fließenden Computergrafiken.

Deren parallele Projektion auf die Fassade der Jesuiten-Apotheke zog die schauende oder tanzende Menge offenbar aber deutlich mehr in den Bann. So bleibt diese Illuminale vielen wohl als die Nacht in Erinnerung, in der die Apotheke so schön blinkte.
Weitere Fotos und ein Video zur Illuminale finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/fotos