Trier feiert seine Künstler

Trier · Gäbe es sie nicht, man müsste sie erfinden: So würdigt Oberbürgermeister Klaus Jensen das zehnjährige Bestehen der Kulturstiftung Trier. Der Geburtstag ist im Theater mit Künstlern aller Sparten gefeiert worden.

Trier. "Wetten, dass…?" ist seit Jahr und Tag dafür bekannt, die Sendezeit im ZDF maßlos zu überziehen. Anders als die Unterhaltungsshow im Fernsehen kann sich die Kulturstiftung Trier derzeit nicht über fehlendes Interesse oder eine drohende Absetzung beklagen. Doch als der Vorsitzende Harry Thiele nach der Feier zum zehnjährigen Bestehen im Theater am Augustinerhof die Treppchen zur Bühne erklimmt, das Mikrofon in die Hand nimmt und zu einigen Worten ansetzt, gibt es doch eine große Gemeinsamkeit mit der Ulk-Sendung im Fernsehen.
"Wir bitten um Verständnis, dass sich die nachfolgenden Sendungen um einige Minuten verschieben", witzelt Thiele nach einem bunten Programm. Zwei Stunden lang feiert Trier seine Kultur. Euphorisch. Lachend. Genießend. Teilweise mit Tränen in den Augen. Künstler aller Sparten treten auf: Grundschüler, geheimnisvolle Tänzer, Chöre, Dichter, Opernsängerinnen, angehende Musicalstars. Sie präsentieren auf der Bühne die Vielfalt lokaler Kultur. Und sie haben eine Stiftung im Rücken, die seit 2004 einfallsreiche Ideen mit Trierer Bezug anschiebt und Kreativen über ehrenamtliche Hilfe so manchen Stein aus dem Weg räumt. "Wenn es die Stiftung nicht gäbe, müssten wir sie heute hier erfinden", sagt Oberbürgermeister Klaus Jensen.
Worein Geld und Herzblut fließen, zeigt sich im Theater. Musiker aus verschiedenen Himmelsrichtungen beweisen ihr Können. Ob mit Liedgut durch die Sängerknaben, städtischen Klassikern früherer Jahrhunderte durch den Trierer Konzertchor, frischen Tönen der jungen Stars des Musicals "Fame" oder glockenhellen Klängen der Jungsopranistin Lisa Wittig - die Künstler verzücken die 300 Zuhörer. Ebenso wie die Grundschule Ausonius, deren Schüler ein Theaterstück zu ihrem Namensgeber aufführen. Dieser entdeckt eine Zeitmaschine, landet bei Außerirdischen, dem Götterboten Hermes - und wieder in Trier. Neben lässig vorgetragenen Reimen von Benedict Hegemann im Poetry Slam zeigt eine Ausstellung noch geförderte Projekte aus zehn Jahren Kulturstiftung auf. Eine Programmverzögerung ist bei dem Angebot kein Wunder. "Und wir wollen noch lange weitermachen", so Thiele.