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Trier-Feyen: Kita und Grundschule verschmelzen zu Bildungszentrums

Erziehung : Das Warten stresst nur die Erwachsenen

Nach langer Vorlaufzeit sollen die neue Kita und die erweiterte Grundschule in Feyen nun zu einem Bildungszentrum verschmelzen. Spätestens Ende 2019 soll der Umbau fertig sein.

Es gibt diese Momente, in denen sich Erwachsene fragen, ob sie nicht doch noch etwas von den Kindern lernen sollten. Einen solchen Augenblick schafft der Chor der Grundschule Feyen bei der Feier zum Baustart des Kindergartens. Die Kita entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft, und gleichzeitig wird die Grundschule umgebaut. „Ich hab‘ keinen Stress mit Warten“, singen die Kinder und zeigen sich damit recht unbeeindruckt von den mehrjährigen Querelen im Vorfeld der beiden städtischen Projekte.

Baudezernent Andreas Ludwig greift das Lied auf und gesteht, dass er selbst dann doch ziemlich viel Stress empfunden hat. Bereits 2012, noch vor seiner Zeit als Beigeordneter im Trierer Rathaus, hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst: Die Schule aus dem Baujahr 1905 braucht eine Modernisierung und Erweiterung. Die Vorgeschichte des Baubeschlusses reicht noch einige Jahre weiter zurück.

Dem Grundsatzbeschluss folgte die Entscheidung, die geplante neue Kindertagesstätte direkt neben die Schule zu stellen und Mensa und Küche künftig gemeinsam zu nutzen. Gegen diese Idee gab es jedoch – aus städtischer Sicht unerwartet – vielfach Widerstand. Rechtliche Hürden waren ebenso auszuräumen wie die Bedenken von Eltern.

Von diesen Irrungen und Wirrungen ist allerdings beim symbolischen Spatenstichtermin auf dem Gelände der künftigen Kita kaum noch die Rede. Bei den Vertretern der kommunalen Politik rund um Oberbürgermeister Wolfram Leibe wird die Freude dadurch gesteigert, dass Staatsekretär Hans Beckmann aus dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium gleich mehrere Geldzusagen in Form vom Förderungsbescheiden mitgebracht hat: 2,9 Millionen Euro gibt das Land für die Kita in Feyen.

„Hier werden 95 Kinder in fünf Gruppen einziehen, zwei davon für die ganz Kleinen unter drei Jahren“, erläutert die Trierer Jugenddezernentin Elvira Garbes. Weitere 3,7 Millionen Euro fließen aus dem Landestopf für die neue Kita auf dem Petrisberg. Dort kooperiert die Stadt mit der Lebenshilfe als Betreiber: 53 Plätze werden geschaffen, 18 davon für Kinder mit Behinderung und besonderem Betreuungsbedarf.

Ausdrücklich lobt der Staatsekretär das Engagement der Stadt für Kinder und Jugendliche – insbesondere die räumliche Nähe und geplante Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kita in Feyen. Das sei genau im Sinne des Landes, denn in der Kita würden die Grundlagen für die weitere Bildung gelegt.

Die Investitionen zugunsten der Kinder in Feyen betrachtet auch Baudezernent Ludwig als zwingend. Dieser Stadtteil sei am Wachsen. Nicht zuletzt durch das Neubaugebiet Castelnau werde die Einwohnerzahl in den kommenden Jahren voraussichtlich von derzeit rund 6500 auf fast 9000 ansteigen.

Weitere Verzögerungen bei den Bauvorhaben soll es daher möglichst nicht mehr geben.

„Wir werden alles dafür tun, in den Sommerferien 2019 fertig zu werden“, verspricht Ludwig mit Blick auf dem Umbau der Grundschule. Die Ferienzeit könne dann für den Umzug genutzt werden – bis dahin werden die Feyener Schülerinnen und Schüler weiter im Ausweichquartier in der Medard-Schule unterrichtet.

Sollte wider Erwarten doch noch etwas dazwischenkommen, so werde der Umzug auf die Herbstferien 2019 verschoben. Bis Dezember dieses Jahres will die Stadt abschließende Klarheit haben. Fertig werden soll der Umbau aber auf jeden Fall im Jahr 2019.