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Trier: Fragen und Antworten zur ältesten Stadt Deutschlands

Wissen : Fragen und Antworten zur Stadt Trier - Was Besucher so alles interessieren kann

Die älteste Stadt Deutschlands ist nicht nur für Geschichts-Fans interessant, sondern bietet diverse kulturelle und architektonische Highlights.

Ist Trier die älteste Stadt Deutschlands?

Die Stadt Trier wurde im Jahr 17 vor Christus von den Römern als „Augusta Treverorum“ gegründet. Damit ist die Stadt Trier tatsächlich die älteste bekannte Stadt Deutschlands.

Wo liegt Trier?

Die kreisfreie Stadt liegt im Westen des Bundeslands Rheinland-Pfalz an der Mosel. Mit etwa 110.000 Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt des Bundeslands.

Für was ist Trier bekannt?

Trier ist sowohl für seine römisch geprägte Vergangenheit, als auch für ihren Status als Universitätsstadt bekannt. Vor allem von der römisch geprägten Vergangenheit zeugen heute viele, teilweise auch gut erhaltene, römische Bauwerke. Auch der Philosoph Karl Marx, der hier geboren wurde, sorgte als einer der einflussreichsten Theoretiker des Kommunismus und Sozialismus dafür, dass die Stadt Trier über die Grenzen Deutschlands bekannt wurde.

Warum ist Trier historisch bedeutend?

Die Stadt Trier erlangte vor allem zwischen dem dritten und vierten Jahrhundert nach Christus an Bedeutung, da sich einige römische Herrscher zu der Zeit entschieden, die Stadt als westliche Kaiserresidenz zu nutzten. Außerdem ist die Stadt Trier, aufgrund ihrer frühen Gründung durch die Römer im Jahr 17 vor Christus, die älteste Stadt Deutschlands. Zudem war sie vor allem im Mittelalter ein bedeutender Bischofssitz. Der Erzbischof von Trier gehörte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu den Kurfürsten.

Welche römischen Kaiser waren in Trier vor Ort?

Da die Stadt Trier, beziehungsweise die damalige Römerstadt Augusta Treverorum, zwischen den Jahren 293 und 401 nach Christus einer der wichtigsten Orte im Westen des römischen Reichs war, residierten über die Jahre auch einige römische Kaiser in der Stadt. Im Jahr 293 nach Christus wählte der römische Kaiser Constantius I. die Stadt als seinen Residenzort aus. 13 Jahre später folgte dann sein Sohn Konstantin der Große, der in dem Zeitraum zwischen 306 und 324 mehrere Jahre in der Stadt residierte. Dessen Sohn Konstantin II. residierte von 328 bis zu seinem Tod im Jahr 340 in der Stadt. Im Zeitraum zwischen 367 bis 388 residierten hier die römischen Kaiser Valentinian, Flavius Gratianus und Magnus Maximus. Der letzte Kaiser der in Trier residierte war um 390 Valentinian II.

Was muss man in Trier gemacht haben?

Aufgrund der römisch geprägten Vergangenheit findet man in der Stadt Trier auch diverse römische Bauwerke, die man sich auf jeden Fall anschauen sollte, bevor man die Stadt wieder verlässt. Das wohl bekannteste römische Bauwerk der Stadt ist die Porta Nigra, ein altes römisches Stadttor, das im Norden der Stadt zu finden ist. Zwar sind von der Porta Media, dem südlichen Gegenstück zur Porta Nigra, nur noch Fundamentreste vorhanden, allerdings ist auch dieses für Geschichts-Fans interessant. Ein Ausflug zu den Kaiserthermen ist lohnenswert.

Neben einem Besuch der zahlreichen römischen Bauten lohnt sich ein Besuch im Landesmuseum Trier, einem der bedeutendsten archäologischen Museen in Deutschland. Seine Sammlung erstreckt sich von der Urgeschichte über die römische Zeit und das Mittelalter bis zum Barock. Da die Stadt Trier gerade von der römischen Zeit sehr geprägt wurde, ist die Sammlung der archäologischen Funde aus der Römerzeit folgerichtig besonders groß. Die Fläche der Dauerausstellungen besitzt eine Größe von 4000 Quadratmetern während die Fläche von Sonderausstellungen 2000 Quadratmeter beträgt.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Trier?

Die vielleicht wichtigste und bekannteste der Sehenswürdigkeiten in der Stadt Trier ist die Porta Nigra. Sie ist ein früheres römisches Stadttor und steht am Porta-Nigra-Platz. Es ist außerdem das Wahrzeichen der Stadt Trier und seit dem Jahr 1986 Teil des UNESCO Welterbes. Das Tor wird von den Bewohnern Triers nur "Porta" genannt und ist das besterhaltene römische Stadttor Deutschlands.

Der Beginn des Baus wird auf das Jahr 170 nach Christus datiert. Die Datierung des Baus war lange Zeit umstritten. Anhand genauer und mit modernsten Methoden untersuchter Holzreste kam man im Jahr 2018 dann allerdings zu dem Schluss, dass der Bau im Jahr 170 nach Christus begonnen hatte. Das Tor wurde als nördlicher Zugang zu der römischen Stadt Augusta Treverorum, dem heutigen Trier, genutzt. Das Projekt, das unter dem römischen Kaiser Marcus Aurelius begonnen hatte, wurde allerdings nie endgültig fertiggestellt. Das ist auch für das ungeübte Auge sichtbar. Der Name "Porta Nigra" bedeutet übersetzt "schwarzes Tor". Der Name stammt wahrscheinlich aus dem Mittelalter und kommt daher, dass sich die Steine des Tors aufgrund von Witterung und Umwelteinflüssen über die Zeit dunkel färbten.

Eine Person, die einen großen Einfluss auf die Geschichte des Stadttors hatte, war der aus Sizilien stammenden byzantinische Mönch Simeon. Er ließ sich im Jahr 1028 nach Christus als Einsiedler im Gebäude nieder. Nachdem er im Jahr 1035 gestorben war und im Erdgeschoss des Gebäudes bestattet worden war, wurde er vom Papst heiliggesprochen. Daher wurde ihm zu Ehren der Simeonstift errichtet, sodass aus dem Stadttor eine Kirche wurde. Als Napoleon Bonaparte die Stadt Trier im Jahr 1804 besuchte, veranlasste er den Rückbau der Kirche. Dieser wurde im Jahr 1816/17 von den Preußen vollendet, sodass ab diesem Zeitpunkt das römische Tor wieder zu sehen war.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt Trier ist der St. Peter Dom, auch einfach als Trierer Dom bezeichnet. Dieser ist die älteste Bischofskirche in Deutschland und außerdem Mutterkirche des Bistums Trier. Er ist seit 1986 Teil des UNESCO-Welterbes. Mit einer Länge von 112,5 Metern und einer Breite von 41 Metern ist er zudem das größte Kirchengebäude in Trier. Der Dom liegt mitten im Stadtzentrum und ist deswegen von Touristen nur schwer zu übersehen. Die Ursprünge der Kirche werden auf das Jahr 340 nach Christus datiert, als der sogenannte Quadratbau der Kirche mit insgesamt vier Säulen entstand.

Die bekannteste Reliquie, die im Trierer Dom verwahrt wird, ist der heilige Rock. Dieser soll Fragmente der Tunika von Jesus Christus enthalten. Die Echtheit dieser Reliquie ist allerdings umstritten. Neben dem heiligen Rock soll außerdem einer der heiligen Nägel vom Kreuz Christi im Trier Dom zu finden sein. Sowohl der heilige Rock, als auch einer der heiligen Nägel vom Kreuz Christi sollen von Helena, der Mutter Konstantins des Großen nach Trier gebracht worden sein.

Ein wichtiges Zeugnis der römisch geprägten Vergangenheit Triers sind die Kaiserthermen. Diese sind monumentale Überreste einer nie fertiggestellten, großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage. Sie stellt die jüngste der drei Badeanlagen in Trier dar und ist heute nur noch als Ruine, die in einer Parkanlage liegt, vorhanden. Der Bau der Therme wurde im Jahr 316 nach Christus eingestellt, wodurch der Thermenbetrieb wahrscheinlich nie und falls doch, dann nur in geringem Umfang aufgenommen wurde. Die Therme wurde im weiteren Verlauf als Kaserne genutzt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt Trier ist die Konstantinbasilika. Auch dieses Denkmal ist ein Zeugnis der römisch geprägten Vergangenheit der Stadt. Sie ist nach Konstantin dem Großen benannt und wurde im vierten Jahrhundert nach Christus als Audienzhalle für die römischen Kaiser, die in Trier residierten, erbaut.

Welche bekannten Personen stammen aus Trier?

Die wohl bekannteste Person, die in Trier geboren wurde, war der Philosoph Karl Heinrich Marx. Er wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren und starb am 14. März 1883 in London. Er galt als einer der einflussreichsten Theoretiker des Kommunismus und des Sozialismus. Heute wird er vor allem mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht.

 Karl Marx ist der berühmteste Sohn der Stadt. Diese Statue erhielt Trier als Geschenk der Volksrepublik China.
Karl Marx ist der berühmteste Sohn der Stadt. Diese Statue erhielt Trier als Geschenk der Volksrepublik China. Foto: dpa/Harald Tittel

Eine weitere bekannte Person aus Trier ist der Schlagersänger, Moderator und Schauspieler Guildo Horn. Er wurde am 15. Februar 1963 geboren und ist vor allem wegen seines Auftritts beim Eurovision Song Contest bekannt, bei dem er mit seinem Song „Guildo hat euch lieb“ den siebten Platz belegte.

Zu den bekanntesten Personen aus der Stadt Trier gehört auch die Erzählerin Clara Viebig. Sie wurde am 17. Juli 1860 in Trier geboren und ist am 31. Juli 1952 in Westberlin gestorben. Um die Jahrhundertwende herum gehörten ihre Werke zur Standartbibliothek in den bürgerlichen Haushalten.

Neben den genannten Personen gehört auch der Fußballer Dominik Kohr in die Liste der bekannten Personen aus der Stadt Trier. Er wurde am 31. Januar in Trier geboren und spielt (Stand 2022) beim deutschen Erstligisten 1. FSV Mainz 05. Dorthin wurde er von dem deutschen Erstligisten Eintracht Frankfurt ausgeliehen. Sein Markenzeichen ist seine rustikale Spielweise, die ihm den Spitznahmen "Hard-Kohr" eingebracht hat. Neben Dominik Kohr war sein Vater Harald Kohr ebenfalls ein bekannter Fußballspieler, der aus Trier stammt. Er spielte unter anderem für den 1.FC Kaiserslautern und die SG Wattenscheid 09.

Der bekannteste Herrscher, der aus Trier stammt, war der römische Kaiser Valentinian II. Er wurde im Herbst 371 nach Christus in der römischen Stadt Augusta Treverorum, dem heutigen Trier, geboren und im Alter von nur vier Jahren zum römischen Kaiser ernannt, nachdem sein Vater Valentinian I. plötzlich verstarb. Er blieb bis zu seinem Tod im Jahr 392 Kaiser.

Welche bekannten Unternehmen sind in Trier ansässig?

Das, am Umsatz gemessen, größte Unternehmen, das in Trier ansässig ist, ist die JTI International Germany GmbH. Das Unternehmen produziert und vertreibt Tabakwaren und verzeichnet einen Jahresumsatz von etwa 836,5 Millionen Euro. Ein Unternehmen, das während der Corona-Zeit starke Umsätze verzeichnete, ist die moccamedia GmbH. Das Unternehmen ist auf Media-Lösungen spezialisiert und verzeichnet einen Jahresumsatz von etwa 546 Millionen Euro. Ein weiteres bekanntes Unternehmen mit Standort in Trier ist die Günther Reh AG. Dieses Unternehmen stellt Sekt und andere Getränke her und verzeichnet einen Jahresumsatz von 324,5 Millionen Euro.