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Trier: Friseur nur noch mit 2G - Was jetzt im Salon los ist

Corona : Haarschnitt nur noch mit 2G: Trierer Friseurmeister in Sorge um seinen Salon (Video/Fotos)

Friseure müssen ungeimpfte Kunden nach Hause schicken. Die Angst vor einem zweiten Lockdown vor Weihnachten ist in vielen Friseursalons der Region groß. Ein Trierer Friseurmeister hat einen eindringlichen Appell.

Es ist 10 Uhr vormittags an einem ganz normalen Werktag. Einige wenige Kunden sitzen im Friseursalon von Kai Weinand mitten in Trier. Sie gehören alle zu denjenigen Menschen, die in den Genuss fachmännischer Haarpflege kommen können. Es ist Tag zwei nach Inkrafttreten der neuen 2G-Regel, die auch für das Friseurhandwerk gilt und nach der nur noch Geimpfte oder von einer Coronainfektion Genesene Zutritt zu Friseursalons erhalten. Doch den ersten Tag, an dem in dieser Woche die strengere 2G-Regel für das Friseurhandwerk in Kraft trat, wird Friseurmeister Kai Weinand wohl so schnell nicht vergessen.

Viele Terminabsagen wegen 2G bei Friseuren

„Der erste Tag hat bei uns mit sehr vielen Telefonaten und Absagen zu tun gehabt, weil ein Großteil meiner Kundinnen und Kunden, die unbedingt noch vor Weihnachten einen Friseurbesuch haben wollten, nicht geimpft sind.“ Doch Friseurmeister Weinand darf niemanden in den Salon lassen, der nicht geimpft oder genesen ist. „Das heißt, eine ganze Gruppe von Menschen sind jetzt erst einmal vom Friseurbesuch ausgeschlossen“, sagt Kai Weinand, der wie viele seiner Berufskollegen auch, nur sehr ungern Kunden nach Hause schickt. Dabei sieht er auf sich und seine Branche kurz vor dem Weihnachtsgeschäft durchaus größere Probleme zukommen, wenn jetzt nicht konsequent gegengesteuert wird.

2G beim Friseur: Wie läuft es mit dieser Regel in Trier?

Statt in Trier wieder nach Luxemburg zum Friseur?

„Schon im letzten Jahr hatten wir kein Weihnachtsgeschäft. Ab dem 16. Dezember war unser Salon geschlossen. Wir können nur hoffen, das uns ein erneuter Lockdown kurz vor Weihnachten in diesem Jahr, aufgrund der nun strengen Maßnahmen, erspart bleibt“, bringt Weinand seine Hoffnung für das Weihnachtsgeschäft und die Zeit danach zum Ausdruck. Denn aufgrund des Lockdowns im letzten Jahr hat er viele Kunden an seine luxemburger Kollegen verloren. Die Angst vor einer Wiederholung der Ereignisse sitzt tief. „Das soll sich auf keinen Fall wiederholen“, meint der Geschäftsmann aus Trier.

Während in den Friseursalons für Besucher die 2G-Regel gilt, so müssen sich viele Unternehmen und Betriebe hinsichtlich ihrer Beschäftigten an die 3G-Regel anpassen. Sicherheit ist dabei bei den meisten Betrieben erwünscht - auch, wenn dies zu einem Mehraufwand führt, weiß Matthias Schmitt von der Industrie- und Handelskammer in Trier. „Die allermeisten Betriebe befürworten die 3G-Regel und hatten diese schon vor der gesetzlichen Regelung eingeführt. Zwar bedeutet 3G für die Betriebe mehr Aufwand, doch das Wichtigste sei, das sie ihre Geschäftstätigkeit aufrecht erhalten können. Dazu ist 3G für Beschäftigte ein geeignetes Mittel“.

Wirtschaftliche Ängste aufgrund der aktuellen Corona-Regeln

Unterdessen macht sich Friseurmeister Weinand durchaus Sorgen, auch um seine Mitarbeiter. Er hat, wie er sagt, berechtigte wirtschaftliche Ängste. „Ich frage mich, ob ich auch weiterhin gute Löhne zahlen kann, wenn die Umsätze so einbrechen. Ich kann ja nicht einfach bei jedem Kunden aufgrund der 2G-Regel fünf Euro mehr berechnen“. Bei aller Ungewissheit darüber, was uns die Coronapandemie in der Vorweihnachtszeit noch alles bescheren wird, eines liegt Kai Weinand besonders am Herzen. Er appelliert dabei an die politisch Verantwortlichen: „Bitte grenzt niemanden aus. Wenn mir ein Kunde einen tagesaktuellen negativen Coronatest zeigt, würde ich ihn natürlich gerne bedienen dürfen. Er wäre zwar ungeimpft, aber dennoch gesund, doch genau das geht leider mit 2G nicht mehr“, bedauert der seit über 20 Jahren selbständige Friseur.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Auch in Trier: Haarschnitt beim Friseur nur noch mit 2G-Regel