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Trier für junge Menschen lebenswert machen

Trier für junge Menschen lebenswert machen

Mit "Respekt, Räume, Ressourcen" ist der zweite Kinder- und Jugendbericht für Rheinland-Pfalz überschrieben. Eine Arbeitsgruppe der Universitäten Mainz, Koblenz und Trier hat darin Lebensbedingungen und Chancen der Nachwuchsgeneration untersucht. Professor Christian Schrapper hat einige der für Trier ermittelten Daten vorgestellt.

Trier. Die Moselstadt steht im Landesvergleich sehr gut da: Beim Thema "Wohlbefinden" erreicht sie einen der vordersten Plätze. Insbesondere der in dieser Kategorie erfasste Bereich "Wohlfahrt" verschaffte Trier Punkte. "Hier haben wir untersucht, welche öffentlichen Angebote existieren, also beispielweise Kitas, Schulen und Beratungsstellen", erläutert Professor Christian Schrapper von der Universität Koblenz. "Handlungsräume" sind ein weiteres Trierer Plus. In dieser Statistik sei versucht worden, objektive Voraussetzungen zu erfassen, die subjektives Wohlbefinden ermöglichen, etwa die Zugangsmöglichkeiten zu Bildung.
Von Armut betroffen


Der Bericht weist aber auch Schattenseiten aus. Armut ist ein Faktor, der sich negativ auf die Lebensbedingungen von Jugendlichen auswirkt. Jeder 20. zwischen null und 18 Jahren, so stellt der Bericht fest, ist im Kreis Trier-Saarburg davon betroffen. Als arm gelten laut EU-Definition Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens haben. In anderen Regionen des Landes sieht die Lage deutlich dramatischer aus: In Pirmasens etwa gilt jeder Dritte als arm.
Die Sicht der Jugendlichen ist über eine umfangreiche Beteiligung in den Forschungsbericht eingeflossen, 2168 in verschiedenen Schulen des Landes ausgefüllte Fragebögen gaben Auskunft. "Über 71 Prozent zeigten sich mit ihrer Situation zufrieden bis sehr zufrieden. Die Zukunftssicht ist überwiegend positiv", sagte Schrapper. Als wichtige Themen hätten die Jugendlichen Schule, Herkunft und Diskriminierung sowie Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln benannt. Einige Dinge liegen hier aus ihrer Sicht im Argen. "Gegenseitiger Respekt im Umgang miteinander wurde häufig eingefordert. Ein Punkt, an dem Jugendliche die Wertschätzung, die sie erfahren, festmachen, ist etwa der Zustand der Schultoiletten", nannte der Sozialwissenschaftler ein anschauliches Beispiel. Aus den Forschungsergebnissen leitete Schrapper Anforderungen der Jugendlichen an die öffentliche Hand ab. Infrastruktur in Form von Bildungseinrichtungen, Jugendarbeit und Mobilität sei bereitzustellen. Es müsse Räume geben, an denen sich junge Menschen begegnen können. Ferner müssten Berichterstattung über die Themen der Jugendlichen und der Dialog mit ihnen sichergestellt werden. Ausgaben in diesen Bereichen lohnen sich aus Sicht des Forschers: "Es sind Investitionen, die sich in einigen Jahren für die Lebensqualität aller in der Stadt bemerkbar machen."
Beim Projekt der Bundesregierung "Jugendstrategie 2015 bis 2018. Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" hat Trier als eine der beteiligten Referenzkommunen Gelegenheit, Weichen in diese Richtung zu stellen.
Extra

Der im vergangenen Jahr fertiggestellte Kinder- und Jugendbericht ist der zweite seiner Art für Rheinland-Pfalz. Nachzulesen sind die Ergebnisse unter <%LINK auto="true" href="http://www.kinder-und-jugendbericht-rlp.de" text="www.kinder-und-jugendbericht-rlp.de" class="more"%> im Internet. ten