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Trier fürchtet die Konkurrenz nicht

Trier fürchtet die Konkurrenz nicht

Der Trierer Einzelhandel muss sich vor der drohenden Konkurrenz durch vier geplante Einkaufscenter in Luxemburg nicht fürchten, betont Wirtschaftsdezernent Thomas Egger (FDP). "Unsere Innenstadt ist konkurrenzlos."

Trier. (jp) Der Einzelhandel in Trier steht vor wichtigen Weichenstellungen. In Luxemburg werden zurzeit vier große Einkaufszentren mit Verkaufsflächen zwischen 23 000 und 80 000 Quadratmetern geplant (der TV berichtete). Die Kommunen der Region Trier arbeiten daran, ihre Interessen und Angebote durch ein regionales Einzelhandelskonzepts zu koordinieren.

"Wir erleben zurzeit eine sehr wichtige Phase für den Trierer Einzelhandel", bestätigt Wirtschaftsdezernent Egger. "Ich sehe die Entwicklung in Luxemburg nicht primär als Bedrohung, sondern als weitere Erkenntnis, wie wichtig es ist, dass Händler, Verbände, Kammern und Verwaltungen effektiv zusammenarbeiten." Das Credo von der effektiven Zusammenarbeit erleidet schnell erste Glaubwürdigkeitsprobleme, wenn man sich das Miteinander im Trierer Handel näher ansieht. Aktuell wettern die Chefs der großen Innenstadt-Kaufhäuser gegen die Mehrheitsentscheidung der City-Initiative, auf den ersten Adventssonntag als offenen Sonntag zu verzichten (der TV berichtete). Auch die Kommunen waren sich oft nicht einig. In den vergangenen zehn Jahren krachte es oft zwischen dem Oberzentrum Trier und seinen Nachbarn Schweich, Konz und Saarburg.

"Das stimmt, es gab oft gegensätzliche Ansichten", räumt Egger ein. "Doch wer mal ein paar Minuten lang vernünftig über das Thema nachdenkt, der muss erkennen, dass es im Einzelhandel endlich ein gemeinsames Denken geben muss." Das erfordere die sich ankündigende Konkurrenz aus Luxemburg. "Trier ist sehr gut aufgestellt und hat hervorragende Voraussetzungen, sich dieser Konkurrenz zu stellen", betont Johannes Weinand, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik. Die Handelszentralität - das Verhältnis des erzielten Umsatzes zur Kaufkraft - liege immer noch bei der Rekordhöhe von 230. Was bedeutet, dass die Zahl der Kunden, die in Trier ihr Geld ausgeben, 2,3-mal so hoch ist wie die der Einwohner. "Die hohe Dienstleistungs- und Angebotsdichte der City kann ein Projekt auf der grünen Wiese nicht übertreffen." Dennoch sei die Kaufkraft der Luxemburger Kunden ein wichtiger Faktor für Trier, um den man kämpfen müsse.

Ein Instrument dieses Kampfes ist die Einteilung der Stadtfläche in hierarchisch geordnete Zonen. Die City als Kernzone, Paulin- und Saarstraße als sogenannte "Business Improvement Districts", was für City-nahe Entwicklungs- und Ergänzungsflächen steht - dieses System wird heute auch den Steuerungsausschuss beschäftigen. "Diese Einteilungen ermöglichen es uns, bestimmte Flächen gezielt zu stärken und zu entwickeln und Wildwuchs in anderen Bereichen nicht zuzulassen", so Weinand.