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Trier Galerie: Chance oder Risiko für die Innenstadt?

Trier Galerie: Chance oder Risiko für die Innenstadt?

Im Erdkundeunterricht hat sich die Klasse 10 b der Integrierten Gesamtschule (IGS) Trier mit der Trier Galerie befasst. Bei ihrer Untersuchung, begleitet von der Referendarin Sahra Köhler, stellten die Schüler keine negativen Auswirkungen auf den Trierer Einzelhandel fest. In einem Gastbeitrag präsentieren sie ihre Ergebnisse.

Trier. Das Projekt unserer Klasse lief im Rahmen der Unterrichtsreihe "Strukturwandel im Wirtschaftsraum Deutschland" ab. Ausgangspunkt war die Vermutung, dass die Trier Galerie sehr viele Vorteile besitzt. So können die Besucher ihre Erledigungen alle unter einem Dach tätigen. Zusätzlich zu dem Einzelhandelsangebot gibt es auch Gas tronomiebetriebe. Vorteilhaft ist auch das Prinzip der kurzen Wege, denn die Besucher haben einen direkten Zugang vom Parkhaus. Wir vermuteten, dass die Trier Galerie möglicherweise eine hohe Konkurrenz für die innerstädtischen Einzelhändler darstellen könnte. Wir wandten drei Methoden an: eine Kartierung, eine Expertenbefragung sowie eine Passantenbefragung.
Bei der Kartierung sammelten wir Infos einer Straße (zum Beispiel Art der Geschäfte, Anzahl der Geschosse) und visualisierten sie in einer Karte. Wir stellten fest, dass sich sowohl in der Innenstadt als auch in der Trier Galerie überwiegend Geschäfte befinden, die den sogenannten periodischen beziehungsweise episodischen Bedarf decken (Mode, Schmuck, Elektronik), also nur wenige Waren des täglichen Bedarfs anbieten. Einige Firmen haben sowohl in der Galerie als auch in der City Filialen.
Bei den Experteninterviews gaben der Center-Manager der Trier Galerie und die Vorsitzende der City-Initiative an, dass die Galerie kein Risiko für die Innenstadt darstelle. Beide Personen sind der Meinung, dass sich das Einkaufszentrum gut in die Innenstadt integriert habe und keine Kunden abziehe.
An der Passantenbefragung nahmen 105 Menschen im Alter zwischen zehn und 90 Jahren teil, von denen ein Großteil Schüler (27), Angestellte (37) beziehungsweise Beamte (26) waren. Acht Befragte waren Touristen, drei von ihnen kamen aus Luxemburg. Die Mehrheit der Personen bestätigte die Aussagen der beiden Experten, denn sie konnten keinen wirklichen Favoriten nennen, da sie zum Einkaufen sowohl die Galerie als auch die übrige Innenstadt besuchen. 75 Prozent der befragten Personen bewerten die Trier Galerie als eine sinnvolle Investition. Die meistgenannten Begründungen für diese Meinung waren, dass die Galerie insgesamt das Einzelhandelsangebot der Innenstadt erhöhe, die Fleischstraße belebe und eine Einkaufsalternative bei schlechtem Wetter darstelle. 50 Prozent der befragten Passanten verneinten die Frage, ob sie seit dem Bau der Trier Galerie häufiger die Stadt besuchen.
Unser Fazit dieser Untersuchung ist, dass die Trier Galerie zum Strukturwandel in der Innenstadt beigetragen hat, da sie das Stadtbild und die Einzelhandelsstruktur verändert hat. Allerdings lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt, nach fast drei Jahren der Existenz, bisher keine negativen Auswirkungen feststellen. Trotz einiger Geschäftsdopplungen stellt die Shopping-Mall keine große Konkurrenz zum innerstädtischen Einzelhandel dar. Dieser erfreut sich nach wie vor noch großer Beliebtheit bei der Kundschaft, muss sich allerdings durch regelmäßige Aktionen im Wettbewerb positionieren.
Dieses Projekt hat uns sehr gut gefallen. Wir konnten eigenständig forschen, Daten sammeln, auswerten und interpretieren. Die Klasse war sehr glücklich, dass sich alle Personen interessiert und hilfsbereit zeigten.
Klasse 10 b der IGS Trier